IoMT in der Praxis

Digitaler Wandel im Gesundheitswesen

Seite: 2/3

Anbieter zum Thema

Patienten möglichst lange zuhause versorgen

Auch falls die Prävention einmal versagt oder der Alterungsprozess zuschlägt, ist dank des IoMT eine stationäre Versorgung nicht immer zwingend erforderlich. Mithilfe der neuen Technologien können Patienten nämlich wesentlich länger in der häuslichen Umgebung versorgt werden. Dieses Konzept ist als Ambient Assisted Living (AAL) bekannt. AAL steht für Konzepte, Produkte und Dienstleistungen, die neue Technologien in den Alltag einführen, um die Lebensqualität für Menschen in allen Lebensphasen, vor allem im Alter, zu erhöhen.

Eine wesentliche Grundlage dafür schafft das Telemonitoring. Durch verschiedene Sensoren, beispielsweise Sturzsensoren in Teppichen oder Bewegungssensoren in Betten, kann der Gesundheitszustand von Personen aus der Ferne beobachtet werden. Unregelmäßigkeiten fallen sofort auf: Ein folgenschwerer Sturz bleibt nicht unbemerkt und die Person bekommt Versorgung.

IoMT im klinischen Umfeld

Trotz allem kann dennoch ein Krankenhausaufenthalt erforderlich sein. Auch hier bietet der Einsatz des IoMT zahlreiche Vorteile. In Krankenhäusern trägt das IoMT in erster Linie dazu bei, die Patientensicherheit zu erhöhen und Prozesse zu optimieren. Durch IoMT-Technologien können beispielsweise Patienten eindeutig identifiziert werden. So wird eine Verwechslung oder die falsche Verabreichung von Medikamenten vermieden. Auch könnte das Sterilisationsgut wie Skalpelle, Zangen und so weiter klar identifiziert werden. Man wüsste, welches Produkt welchen Desinfektions- oder Sterilisationsprozess durchlaufen hat. Nach einer OP lässt sich so zusätzlich feststellen, ob alle Produkte wieder aus dem Patienten entfernt worden sind.

Durch das eindeutige Zuordnen, beispielsweise mithilfe von Barcodes, von Patienten, Medikamenten und Geräten, brauchen Ärzte weniger Zeit für administrative Aufgaben und können so der Patientenversorgung mehr Aufmerksamkeit widmen. Die Behandlung der Patienten würde somit sicherer und qualitativ besser werden.

Diagnostik der nächsten Generation

Die Sensoren des IoMT sammeln Patientenwerte nicht nur automatisch und kontinuierlich, sie übertragen sie idealerweise auch gleich in maschinenlesbarem Format an eine Plattform. Langzeit-EKG-Untersuchungen oder die Kontrolle des Schlafverhaltens lassen sich mit viel geringerem Aufwand und von zuhause aus durchführen. Zum Einsatz kommen kann dies nicht ausschließlich bei Älteren oder Kranken. Auch Jüngere können mit ihren Wearables Daten beisteuern. So bekommen behandelnde Ärzte einen umfassenden und transparenten Einblick in das Leben des Patienten. Zudem können die Werte anonym für Studien und Forschungen verwendet werden – mehr Daten tragen dazu bei, dass Vorhersagen von Krankheitsverläufen genauer werden.

(ID:47469982)