Studie Digitales Gesundheitswesen: Altsysteme bremsen, KI treibt die Entwicklung

Von Nicola Hauptmann 2 min Lesedauer

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Veraltete oder mangelhaft verwaltete IT-Systeme erweisen sich oft als Bremsklotz der Digitalisierung in den Krankenhäusern – das zeigt eine aktuelle Umfrage unter IT-Entscheidern im Gesundheitswesen in Europa, Amerika und Australien. KI dagegen gilt als Booster.

Während veraltete Systeme oft Verzögerungen verursachen, kann KI Aufgaben vereinfachen, bei Datenanalysen und Behandlungsplanung unterstützen.(© N F/peopleimages.com – stock.adobe.com)
Während veraltete Systeme oft Verzögerungen verursachen, kann KI Aufgaben vereinfachen, bei Datenanalysen und Behandlungsplanung unterstützen.
(© N F/peopleimages.com – stock.adobe.com)

Infrastruktur und Managementprozesse im Gesundheitswesen halten mit der zunehmenden Anzahl und Komplexität der Geräte nicht Schritt – das legt eine aktuelle Studie von SOTI nahe. Vor allem Altsysteme bremsen die Entwicklung: „Meine Organisation verwendet überholte Technologien“, befanden 63 Prozent der im Rahmen der Studie befragten IT-Enscheider, in der Umfrage vor zwei Jahren waren erst 46 Prozent dieser Ansicht. Am gravierendsten ist die Lage in Deutschland, wo in der aktuellen Umfrage 81 Prozent der Aussage zustimmten. Insgesamt sind jeweils 85 Prozent der Befragten der Meinung, ihr Arbeitgeber müsse in bessere Technologien investieren, um die Patientenversorgung zu verbessern bzw. um sich auf zukünftige Gesundheitskrisen zu vorzubereiten.

Das Potenzial der Fernüberwachung werde noch nicht voll ausgeschöpft, konstatieren die Studienautoren: 67 Prozent insgesamt und 81 Prozent in Deutschland berichten laut der Umfrage von regelmäßigen Störungen bei der Nutzung von IoT- und Telemedizin-Geräten, die zu Verzögerungen bei der Patientenversorgung führen.

Technische oder systembedingte Schwierigkeiten allgemein haben in Deutschland zu einem durchschnittlichen Zeitverlust von 2,9 Stunden pro Woche und Mitarbeiter geführt (3,9 Stunden im Gesamtschnitt für alle Befragten).

„Die Auswirkungen der technologischen Stagnation im Gesundheitssektor sind erheblich. Ohne die Einführung geeigneter und fortschrittlicher Technologien besteht die konkrete Gefahr, dass sich die Bereitstellung wichtiger Pflegeleistungen verzögert, Patientendaten falsch verwaltet werden und die Kommunikation zwischen den Leistungserbringern im Gesundheitswesen behindert wird“, gibt Shash Anand, SVP of Product Strategy bei SOTI, zu bedenken.

Die Studie zeigt einen Anstieg von Cyberangriffen wie auch von Datenlecks – was sich jedoch in vielen Ländern nicht in den Sicherheitsbedenken der Befragten widerspiegelt. In Bezug auf digital geführte Patientenakten wird am meisten der Diebstahl von Patientendaten bei einem Cyberangriff befürchtet (42 Prozent).

KI als Hoffnungsträger

Mit Hilfe von Künstlicher Intelligenz (KI) können Aufgaben vereinfacht, Kosten gespart und menschliche Fehler reduziert werden – diesen Aussagen stimmten in der Umfrage über 80 Prozent der Befragten (insgesamt) zu. In Deutschland haben fast alle der befragten Organisationen (99 Prozent) den Einsatz von KI zumindest erwogen, 71 Prozent bestätigen die Nutzung in gewissem Umfang und 39 Prozent bestätigen, dass KI in ihrer Organisation weit verbreitet sei (gegenüber 23 Prozent der Befragten insgesamt).

Die Vorteile der KI werden auch bei der Patientenversorgung genutzt, etwa zur Analyse medizinischer Daten oder zur Planung von Behandlungsabläufen, allerdings melden 59 Prozent der Befragten (insgesamt) beim Einsatz von KI in der Patientenversorgung Bedenken an.

„Durch den Einsatz von KI und maschinellem Lernen lässt sich die Interaktion zwischen Patienten und medizinischem Fachpersonal in der Telemedizin verbessern“, befindet dagegen Stefan Mennecke, VP of Sales, Middle East, Africa & Central, Southern and Eastern Europe bei SOTI: „Diese Technologien ermöglichen eine präzisere Automatisierung der Aktualisierung von Patientenakten und beschleunigen die Erstellung digital zugänglicher Behandlungspläne.“

Über die Studie

Die SOTI-Studie „Digitales Gesundheitswesen: endlich Durchbruch oder erneuter Stillstand?“ basiert auf 1.450 Interviews mit IT-Entscheidungsträgern aus der Gesundheitsbranche (Krankenhaus, Arztpraxis oder Telemedizindienstanbieter) in den USA, Kanada, Mexiko, UK, Deutschland, Frankreich, Schweden, den Niederlanden und Australien, die zwischen dem 7. und 25. März 2024 durchgeführt wurden.

Zur Studie

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