Ein gemeinsames Projekt Das Potenzial der Tele-Intensivmedizin

Von Serina Sonsalla 2 min Lesedauer

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Ein Kooperationsprojekt nutzt die Chancen der Telemedizin für Intensivmediziner: Mit einem Audio-Video-System können Vitaldaten in Echtzeit ausgetauscht und gemeinsame Visiten durchgeführt werden.

Gemeinsame Tele-Intensivmedizin-Visite: Prof. Maria Deja und Prof. Carla Nau nutzen die neue Behandlungsmöglichkeit am Krankenbett eines Patienten. (© UKSH)
Gemeinsame Tele-Intensivmedizin-Visite: Prof. Maria Deja und Prof. Carla Nau nutzen die neue Behandlungsmöglichkeit am Krankenbett eines Patienten.
(© UKSH)

„Die Nutzung von Digitalisierungstechnologien und die Vernetzung von Medizingeräten und IT-Systemen in der Intensivmedizin bergen ein enormes Potenzial, um die klinische Patientenversorgung weiter zu verbessern“, sagte Prof. Dr. Carla Nau, Direktorin der Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin des UKSH, Campus Lübeck. Dieses Potenzial haben sich die Intensivmediziner nun zu Nutze gemacht: Mit einem Audio-Video-System tritt das Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (UKSH) mit dem Team aus Intensivmedizinern im AMEOS Klinikum Oldenburg in Kontakt und das in Echtzeit.

Im sogenannten Command Center wird die Tele-Intensivmedizin genutzt: Insgesamt 12 Betten sind an das Audio-Video-System angeschlossen. Dadurch können einzelne Betten oder auch die gesamte Station beobachtet werden. Die Echtzeitdaten können von beiden Seiten abgerufen werden, ohne dass eine Speicherung der Daten erfolgt.

„Wir nutzen die telemedizinische Struktur, um die gemeinsamen Weaning-Patienten zu begleiten“, teilte die Chefärztin für Pneumologie und Fachärztin für Intensivmedizin im AMEOS Klinikum Oldenburg, Dr. med. Iris Koper, mit. „Tele-Intensivmedizin ist jedoch nicht allein auf die technische Dimension begrenzt, sondern bietet ein komplexes Zusammenspiel aus technischer Kommunikationsinfrastruktur, erweiterten Monitoring-Algorithmen zur Entscheidungsunterstützung und auch zur Umsetzung von anerkannten Behandlungspfaden zur Verstärkung der Leitlinienadhärenz.“

Durch ein Netzwerk aus verschiedenen Daten und Quellen können klinische Entscheidungen besser getroffen werden. Die Tele-Intensivmedizin vereinfacht nämlich nicht nur die Kommunikation zwischen Medizinern: Es können Vitaldaten, wie Blutdruckwerte, EKG, Beatmungswerte, Röntgenaufnahmen usw. ohne Verzögerung ausgetauscht und vom UKSH-Team eingesehen werden. Visiten, Notfallberatungen und Bewertungen über komplexere Fälle und Therapien können gemeinsam durchgeführt werden und machen alles in allem hochwertige und regelmäßige Behandlungen möglich.

„Untersuchungen in bereits bestehenden intensivmedizinischen Netzwerken konnten zeigen, dass die Mortalität auf Intensivstation durch Teleintensivmedizin gesenkt und die Behandlungsqualität optimiert werden kann“, bestätigte Prof. Dr. Nau.

Bisweilen ist das Projekt zwischen dem Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (UKSH), dem Telehealth Competence Center GmbH (TCC GmbH) und AMEOS Klinikum Oldenburg auf ein Jahr begrenzt. Rudolf Dück, CIO des UKSH, zeigte sich optimistisch: „Ein solches Netzwerk wird die Versorgung intensivmedizinischer Patienteninnen und Patienten im Versorgungsalltag deutlich effizienter gestalten und sorgt dafür, dass vor allem auch in Krisen immer eine sichere Patientenversorgung geleistet wird und das Spitzenmedizin trotz Fachkräftemangel auch in der Fläche verfügbar sein wird.“

Die Telemedizinplattform, die von CEIBA Health entwickelt wurde, wird als Gesamtlösung bzw. als webbasiertes SaaS Modell, bereits in mehreren Klinken bundesweit angeboten. In Zukunft soll durch künstliche Intelligenz aber noch viel mehr möglich werden, wie z. B. das frühzeitige Erkennen eines Risikos bei drohender Verschlechterung eines Patienten, sodass Ärzte schneller gegensteuern können.

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