Notfallversorgung auf dem Land verbessern Niedersachsen will Telenotfallmedizin landesweit einführen

Von Nicola Hauptmann 2 min Lesedauer

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Bessere Notfallversorgung auf dem Land dank Telemedizin: Ein Projekt im Landkreis Goslar lief so erfolgreich, dass es nun landesweit ausgerollt werden soll. Das niedersächsische Innenministerium unterstützt mit einer Anschubfinanzierung.

Gerade in ländlich geprägten Bundesländern, wo Notärzte oft lange Anfahrtszeiten haben, hilft die Telenotfallmedizin, Patienten schneller zu versorgen.(© benjaminnolte – stock.adobe.com)
Gerade in ländlich geprägten Bundesländern, wo Notärzte oft lange Anfahrtszeiten haben, hilft die Telenotfallmedizin, Patienten schneller zu versorgen.
(© benjaminnolte – stock.adobe.com)

Landkreis Goslar in Niedersachsen: 2021 begann hier das Pilotprojekt zur Telenotfallmedizin im Rettungsdienst, im Februar kam mit der Rettungsleitstelle Ems-Vechte ein weiterer pilotierter Telenotarztstandort hinzu, so dass inzwischen rund 1,2 Millionen Menschen telenotfallmedizinisch versorgt werden können. Jetzt soll der entscheidende Schritt folgen: der landesweite Rollout.

Wie das geschehen soll und wie die Erkenntnisse aus dem Pilotprojekt dabei genutzt werden können, wurde auf einer Infoveranstaltung für die Träger der niedersächsischen Rettungsdienste am 29. Februar diskutiert. Eingeladen hatten das Innenministerium des Landes und der Landkreis Goslar, gekommen waren rund 140 Teilnehmende aus ganz Niedersachsen.

Anschubfinanzierung vom Ministerium

Der Erfolg des Pilotprojektes in Goslar sei großartig und ein Aushängeschild, befand Innen-Staatssekretär Stephan Manke. „Der große Vorteil: Die Rettungskräfte vor Ort können so schnell und kompetent unterstützt und die Patienten schneller versorgt werden“. Um die landesweite Einführung der Telenotfallmedizin voranzutreiben, unterstützt das Innenministerium mit einer Anschubfinanzierung. Dafür wurden 1,8 Millionen Euro im Haushalt 2024 eingeplant, für die Folgejahre sind jährlich 332.000 Euro vorgesehen, wie Manke erklärte. Die Planungen des Innenministeriums zum Aufbau der Standorte und der Infrastruktur in den nächsten zwei Jahren erläuterte Sonja Gonschorek.

Wissen teilen

Dr. Tobias Steffen ist Ärztlicher Leiter des Rettungsdienstes im Landkreis Goslar und begleitet das Projekt Telenotfallmedizin von Beginn an. Er gab den Teilnehmenden einen Einblick in den Praxiseinsatz: Die Telenotfallmedizin sei kein Ersatz für die Notärzte auf der Straße, schone aber deren Ressourcen, die dann für die besonders schwerwiegenden Fälle eingesetzt werden könnten. Für die Notärztinnen und Notärzte wie auch für die Mitarbeitenden des Rettungsdienstes gehöre die Telenotfallmedizin inzwischen auch zur Routine. Um diese Routinen auch in anderen Landkreisen und Städten zu etablieren, wolle man Erfahrungen weitergeben: „Uns ist es wichtig, unser Wissen zu teilen, zu informieren und zu schulen, damit wir alle auf dem gleichen Stand sind und die fachlichen Kompetenzen für ein landesweites System Telenotfallmedizin überall vorhanden sind“, so Steffen.

Weitere Aspekte, die in der Veranstaltung beleuchtet wurden, waren die wissenschaftliche Aufarbeitung des Goslarer Projektes durch das Oldenburger Forschungsnetzwerk Notfall- und Intensivmedizin sowie die Abrechnung durch die Krankenkassen.

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