Baden-Württemberg fördert sechs Televisite-Projekte in Pflegeeinrichtungen mit 1,6 Millionen Euro. Die virtuelle Arztkonsultation soll pflegebedürftigen Menschen unnötige Transporte ersparen und gleichzeitig Notaufnahmen sowie Arztpraxen entlasten.
Baden-Württemberg unterstützt in der Förderperiode 2026/2027 sechs Televisite-Projekte in Pflegeeinrichtungen.
Baden-Württemberg investiert rund 1,6 Millionen Euro in die Weiterentwicklung digitaler Arztkonsultationen durch Pflegebedürftige. Das Land fördert in der Periode 2026/2027 sechs Televisite-Projekte sowie eine wissenschaftliche Gesamtevaluation.
„Televisiten ermöglichen älteren Menschen mit Pflegebedarf eine medizinische Betreuung auf Augenhöhe – sicher von der gewohnten Umgebung aus“, erklärte Gesundheitsminister Manne Lucha am 22. Dezember 2025 in Stuttgart. Mit den Förderprojekten adressiert das Bundesland zentrale Herausforderungen der Langzeitpflege: eingeschränkte Mobilität der Bewohnerinnen und Bewohner, den Fachkräftemangel sowie Abstimmungsprobleme zwischen verschiedenen Versorgungssektoren.
Fortsetzung bewährter Ansätze und neue Vorhaben
Bei dreien der sechs geförderten Projekte handelt es sich um weitergeführte Vorhaben aus der Laufzeit 2024/2025, drei weitere kommen neu hinzu. Das Projekt „HeimDoc“ des MVZ II der Kreiskliniken Reutlingen erhält 246.924 Euro und versorgt bereits zehn Pflegeheime mit telemedizinischer hausärztlicher Betreuung. Mobile Videotürme mit integrierten Untersuchungsgeräten wie Stethoskop und EKG ermöglichen Arztkonsultationen direkt im Bewohnerzimmer, begleitet von regelmäßigen Präsenzbesuchen.
Die Kirchliche Sozialstation Sinsheim kann mithilfe einer Fördersumme von 171.806,20 Euro die Erprobung von hausärztlichen Televisiten für unterstützungsbedürftige Patienten in ihrer Häuslichkeit und in der Tagespflege fortsetzen. Das Projekt ermöglicht medizinische Betreuung durch Fachkräfte, die Online-Visiten von Ärzten digital begleiten. Die „Digitale Gesundheitsbrücke Bodenseekreis“ wird mit 117.655,78 Euro gefördert. Das entsprechende Landratsamt setzt seit April 2025 Telekonsultationen in Pflegeheimen und Arztpraxen ein, unterstützt durch Kooperationen mit der Stiftung Liebenau und dem Gesundheitsamt. Neben hausärztlichen Konsultationen ist die Einbindung weiterer Fachärzte wie Neurologen und Dermatologen geplant.
Mit 385.896,32 Euro wird das Projekt „TeleViK“ der Kleeblatt Pflegeheime im Landkreis Ludwigsburg gefördert. Die gemeinnützige Gesellschaft betreibt 26 dezentrale Pflegeheime mit über 700 Dauerpflegeplätzen und startet Anfang 2026 mit dem Aufbau der telemedizinischen Infrastruktur. Der Gesundheitsverbund Landkreis Konstanz – Klinikum GmbH erhält 168.629,42 Euro, es fokussiert sich auf die besondere Versorgungssituation in der palliativen und poststationären Kurzzeitpflege; und das Evangelische Altenzentrum des Diakonievereins Bruchsal befasst sich mit Televisiten bei Menschen mit Demenz in der gerontopsychiatrischen und allgemeinen stationären Langzeitpflege. Zur Evaluierung der Chancen, Herausforderungen und Implementierungsimpulse werden 136.955,24 Euro bereitgestellt.
Entlastung für mehrere Akteure
Die bisherigen Erfahrungen zeigen laut Lucha konkrete Vorteile: Wenn Pflege und Ärzteschaft verlässlich zusammenarbeiteten, steige die Versorgungsqualität deutlich. Televisiten würden Transportwege einsparen, Krankenhaustransporte reduzieren und Notaufnahmen sowie Arztpraxen entlasten. „Bereits vom Land geförderte Projekte haben gezeigt, dass insbesondere der Verbleib in der vertrauten Umgebung ein großer Vorteil für die Pflegebedürftigen ist“, so der Minister. Gleichzeitig ließen sich Wartezeiten verkürzen.
Technische Schnittstellen und Regelversorgung
Parallel zur praktischen Erprobung werden technische Schnittstellen weiterentwickelt. Im Fokus steht dabei die automatisierte Datenübernahme in bestehende Versorgungsprozesse. Zudem bereitet das Land die Überführung der Televisiten in die Regelversorgung vor, einschließlich möglicher Anpassungen bei Abrechnungsziffern. Lucha betonte die strategische Ausrichtung: „Die Televisite ist kein Zukunftsprojekt mehr – sie ist Gegenwart. Wir wollen diesen Standard weiterentwickeln und dauerhaft in der Regelversorgung verankern.“
Stand: 08.12.2025
Es ist für uns eine Selbstverständlichkeit, dass wir verantwortungsvoll mit Ihren personenbezogenen Daten umgehen. Sofern wir personenbezogene Daten von Ihnen erheben, verarbeiten wir diese unter Beachtung der geltenden Datenschutzvorschriften. Detaillierte Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.
Einwilligung in die Verwendung von Daten zu Werbezwecken
Ich bin damit einverstanden, dass die Vogel Communications Group GmbH & Co. KG, Max-Planckstr. 7-9, 97082 Würzburg einschließlich aller mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen (im weiteren: Vogel Communications Group) meine E-Mail-Adresse für die Zusendung von redaktionellen Newslettern nutzt. Auflistungen der jeweils zugehörigen Unternehmen können hier abgerufen werden.
Der Newsletterinhalt erstreckt sich dabei auf Produkte und Dienstleistungen aller zuvor genannten Unternehmen, darunter beispielsweise Fachzeitschriften und Fachbücher, Veranstaltungen und Messen sowie veranstaltungsbezogene Produkte und Dienstleistungen, Print- und Digital-Mediaangebote und Services wie weitere (redaktionelle) Newsletter, Gewinnspiele, Lead-Kampagnen, Marktforschung im Online- und Offline-Bereich, fachspezifische Webportale und E-Learning-Angebote. Wenn auch meine persönliche Telefonnummer erhoben wurde, darf diese für die Unterbreitung von Angeboten der vorgenannten Produkte und Dienstleistungen der vorgenannten Unternehmen und Marktforschung genutzt werden.
Meine Einwilligung umfasst zudem die Verarbeitung meiner E-Mail-Adresse und Telefonnummer für den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern wie z.B. LinkedIN, Google und Meta. Hierfür darf die Vogel Communications Group die genannten Daten gehasht an Werbepartner übermitteln, die diese Daten dann nutzen, um feststellen zu können, ob ich ebenfalls Mitglied auf den besagten Werbepartnerportalen bin. Die Vogel Communications Group nutzt diese Funktion zu Zwecken des Retargeting (Upselling, Crossselling und Kundenbindung), der Generierung von sog. Lookalike Audiences zur Neukundengewinnung und als Ausschlussgrundlage für laufende Werbekampagnen. Weitere Informationen kann ich dem Abschnitt „Datenabgleich zu Marketingzwecken“ in der Datenschutzerklärung entnehmen.
Falls ich im Internet auf Portalen der Vogel Communications Group einschließlich deren mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen geschützte Inhalte abrufe, muss ich mich mit weiteren Daten für den Zugang zu diesen Inhalten registrieren. Im Gegenzug für diesen gebührenlosen Zugang zu redaktionellen Inhalten dürfen meine Daten im Sinne dieser Einwilligung für die hier genannten Zwecke verwendet werden. Dies gilt nicht für den Datenabgleich zu Marketingzwecken.
Recht auf Widerruf
Mir ist bewusst, dass ich diese Einwilligung jederzeit für die Zukunft widerrufen kann. Durch meinen Widerruf wird die Rechtmäßigkeit der aufgrund meiner Einwilligung bis zum Widerruf erfolgten Verarbeitung nicht berührt. Um meinen Widerruf zu erklären, kann ich als eine Möglichkeit das unter https://contact.vogel.de abrufbare Kontaktformular nutzen. Sofern ich einzelne von mir abonnierte Newsletter nicht mehr erhalten möchte, kann ich darüber hinaus auch den am Ende eines Newsletters eingebundenen Abmeldelink anklicken. Weitere Informationen zu meinem Widerrufsrecht und dessen Ausübung sowie zu den Folgen meines Widerrufs finde ich in der Datenschutzerklärung, Abschnitt Redaktionelle Newsletter.
Eine umfassende wissenschaftliche Evaluation begleitet die Projekte. Sie soll Erkenntnisse zur Implementierung, Akzeptanz, Wirksamkeit und Qualität der Televisiten liefern. Auch die Kosten-Nutzen-Relation sowie die Übertragbarkeit auf andere Einrichtungen werden untersucht.