Tabletten per Fingertipp Wie funktionieren Online-Apotheken?

Quelle: dpa 4 min Lesedauer

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Die Hausapotheke aufstocken oder ein Rezept einlösen, ohne das Haus zu verlassen? Online-Apotheken machen es möglich. Was man beachten sollte, wenn man dort Medikamente bestellen möchte.

Rezepte lassen sich bei der Online-Apotheke auch über die ePA oder die E-Rezept-App der Gematik einlösen.(Bild: ©  evso – stock.adobe.com)
Rezepte lassen sich bei der Online-Apotheke auch über die ePA oder die E-Rezept-App der Gematik einlösen.
(Bild: © evso – stock.adobe.com)

Onlineshopping gehört zu unserem Alltag. Kaum noch Produkte sind davon ausgenommen. Auch Medikamente lassen sich im Netz kaufen, bei Online-Apotheken, auch Versandapotheken genannt.

Dort kann man sich frei verkäufliches Nasenspray genauso wie Blutdrucksenker auf Rezept ordern und nach Hause liefern lassen. Warum sich ein Preisvergleich lohnt, wie ein Rezept online eingereicht wird oder wem man Fragen zur richtigen Einnahme stellen kann: Zwei Expertinnen klären die wichtigsten Fragen zum Onlinekauf von Medikamenten.

Welche Vor- und Nachteile haben Onlineapotheken?

Auch wenn bequem von der Couch aus zu bestellen einfacher klingt, spricht manches dafür, in die Apotheke um die Ecke zu gehen. Wer krank mit einem Rezept vom Arzt kommt, erhält dort sofort das verschriebene Medikament, wenn es vorrätig ist. Wer – etwa als chronisch kranker Mensch – häufig Medikamente braucht, schätzt zudem oft den persönlichen Kontakt in seiner Stammapotheke.

„In der Apotheke vor Ort kann man außerdem zusätzliche Dienstleistungen in Anspruch nehmen“, sagt Sabine Wolter, Gesundheitsexpertin bei der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Dazu gehören etwa eine Blutdruckmessung, ein Wechselwirkungs-Check oder Impfungen.

Online-Apotheken nutzen viele Menschen vor allem für nicht verschreibungspflichtige Medikamente, sagt die Verbraucherschützerin.

Während man bei Arznei auf Rezept dasselbe zuzahlen muss wie vor Ort, lässt sich bei frei Verkäuflichem durchaus online sparen. „Hier sind die Preisspielräume oft größer und die Medikamente können günstiger sein“, sagt Sabine Wolter.

Und wer Kopfschmerztabletten nicht für den Akutfall benötigt, sondern die Hausapotheke aufstocken will, kann gut ein paar Tage warten, bis das Medikament per Versand ankommt.

Wie finde ich ein gutes Angebot?

„Ein Vergleich zwischen verschiedenen Versandapotheken lohnt sich immer“, sagt Katrin Andruschow von der Stiftung Warentest. „Unsere Testungen haben gezeigt: Es gibt nicht die eine preiswerte Versandapotheke.“ Jede Online-Apotheke habe teure und weniger teure Medikamente. Dazu kommt: Diese Preise wechseln auch immer mal.

„Wenn ich zum Beispiel das Schmerzmittel Ibuprofen 400 mg suche, dann sollte ich schauen, bei welcher Apotheke es gerade am günstigsten ist“, sagt die Expertin. „Manchmal ist auch ein Medikament noch mal günstiger, wenn Sie eine Preissuchmaschine nutzen und sich von dort zur Versandapotheke weiterleiten lassen.“ Auch die Vertriebswege innerhalb einer Online-Apotheke können preislich variieren: etwa über die App und auf der Webseite.

Achtung: mögliche Versandkosten nicht vergessen! Diese können von der Gesamthöhe der Bestellbeträge abhängen. Mehrere Produkte für eine Bestellung zu sammeln, kann also lohnen. Laut Katrin Andruschow versenden die meisten Online-Apotheken ihre Ware versandkostenfrei, wenn ein rezeptpflichtiges Medikament in der Bestellung enthalten ist.

Auch Online-Apotheken müssen persönlich beraten. Wie funktioniert das?

„Eine Versandapotheke hat immer eine ‚echte‘ Apotheke im Hintergrund“, sagt Verbraucherschützerin Wolter. „Entsprechend müssen Sie Fachpersonal telefonisch erreichen können.“ Daher müssen Online-Apotheken immer eine Telefonnummer für Kundennachfragen zu einer Bestellung angeben.

Ebenso kann es vorkommen, dass eine Online-Apotheke von sich aus bei Kunde oder Kundin anruft. „Wenn zum Beispiel jemand auffallend viele Packungen Schmerzmittel kauft, sollte eine Apotheke sich melden und nachfragen oder auch Hinweise zum Einnehmen geben“, sagt Sabine Wolter. Wer bei einer Versandapotheke bestellt, muss immer zwingend auch die eigene Telefonnummer angeben.

Wer bei einer im Ausland ansässigen Online-Apotheke bestellt, sollte darauf achten, ob es eine Beratung auch in deutscher Sprache gibt und die Hotline kostenlos oder maximal zur Ortsgebühr erreichbar ist, heißt es von der Verbraucherzentrale.

Auf der nächsten Seite: Einlösen von Rezepten, Datenschutzaspekte und Widerrufsrecht.

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