Digitalisierung in Notfällen Teleradiologie: Helfer in der Not

Von Susanne Ehneß 1 min Lesedauer

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In Notfällen ist schnelles Handeln lebenswichtig. Wenn kein Radiologie vor Ort ist, kann fachärztliche Expertise via Teleradiologie dabei helfen, CT-, MRT- oder Röntgenuntersuchungen zügig zu befunden.

Dr. Ehssan Ghadamgahi, Gründer und CEO von RA Radiology Advanced.(Bild:  RA Radiology Advanced)
Dr. Ehssan Ghadamgahi, Gründer und CEO von RA Radiology Advanced.
(Bild: RA Radiology Advanced)

„Während wir früher noch Überzeugungsarbeit leisten mussten, wird die Teleradiologie mittlerweile aktiv von Kliniken eingefordert – sowohl von Radiologen als auch von der Geschäftsführung“, sagt Dr. Ehssan Ghadamgahi, Gründer und CEO von RA Radiology Advanced.

Sein Unternehmen will bei der Entwicklung teleradiologischer Dienstleistungen mitgestalten und diese zu einem festen Bestandteil in der klinischen Versorgung machen. In Kooperation mit den medius KLINIKEN wurde beispielsweise kürzlich eine teleradiologische Genehmigung umgesetzt. Kein einfaches Unterfangen, denn der Genehmigungsprozess ist anspruchsvoll.

„Die Akzeptanz ist da, die Technologie ist ausgereift – doch der gesetzliche Rahmen hinkt hinterher. Beispielsweise ist Teleradiologie nach dem Strahlenschutzgesetz primär für den Einsatz außerhalb der regulären Arbeitszeit vorgesehen. Es gibt jedoch viele Szenarien, in denen eine teleradiologische Unterstützung auch tagsüber sinnvoll wäre“, so Dr. Ghadamgahi. Deshalb plädiert er für eine Anpassung der Regularien: „Der nächste Gesundheitsminister sollte die gesetzlichen Rahmenbedingungen überarbeiten und sie an den realen Bedarf anpassen. Außerdem wären gezielte Investitionen in die IT-Infrastruktur der Kliniken notwendig, damit die Integration der Teleradiologie einfacher und effizienter gelingt.“

Der Weg Richtung Teleradiologie ist für Ghadamgahi ein logischer: „Vor fünf Jahren wurde noch viel manuell gearbeitet: Befunde wurden telefonisch übermittelt oder per Fax verschickt. Danach erfolgte die Digitalisierung der Workflows über Webportale. Der nächste logische Schritt ist die tiefe Integration in bestehende Krankenhaus- und Radiologie-Informationssysteme.“

Er geht davon aus, dass sich die Teleradiologie in den kommenden fünf bis sieben Jahren flächendeckend etablieren wird. „Wir sehen die Teleradiologie nicht nur als Lösung für Personalengpässe, sondern auch als Möglichkeit für hochspezialisierte Befundungen oder Zweitmeinungen. Gerade in abgelegenen Regionen kann sie den Zugang zu Expertenwissen erheblich verbessern“, betont Ghadamgahi.

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