Dateninfrastruktur Schnellere Daten für schnellere Diagnosen

Ein Gastbeitrag von Giorgio Ippoliti 4 min Lesedauer

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Wenn es um die Diagnose und Behandlung von Patientinnen und Patienten geht, zählt jede Sekunde. Daher ist es entscheidend, jederzeit in Echtzeit auf die richtigen Informationen – und damit Daten – zugreifen zu können.

Krankenhäuser erzeugen kontinuierlich Patientendaten aus Monitoring-Systemen, bildgebenden Verfahren, Laboranalysen und elektronischen Patientenakten.  (Bild: ©  Viktor – stock.adobe.com)
Krankenhäuser erzeugen kontinuierlich Patientendaten aus Monitoring-Systemen, bildgebenden Verfahren, Laboranalysen und elektronischen Patientenakten.
(Bild: © Viktor – stock.adobe.com)

Krankenhäuser in ganz Europa, darunter auch in Deutschland, Österreich und der Schweiz, stehen zunehmend unter Druck, Diagnosen schneller zu stellen und gleichzeitig die stetig wachsenden Datenmengen aus digitaler Bildgebung, Monitoring-Systemen und KI-basierten Analysen zu bewältigen. Allein in Deutschland werden jährlich rund 17 Millionen stationäre und mehr als 19 Millionen ambulante Behandlungsfälle versorgt.

Gleichzeitig schreitet die digitale Transformation des Gesundheitswesens weiter voran. In Deutschland stellt das Krankenhauszukunftsgesetz (KHZG) 4,3 Milliarden Euro von Bund und Ländern bereit, um die IT-Infrastruktur von Krankenhäusern zu modernisieren, digitale Arbeitsabläufe zu verbessern und sichere Systeme für Patientendaten auszubauen.

Effiziente Dateninfrastrukturen sind dabei ein zentraler Baustein dieser Entwicklung. Sie ermöglichen medizinischem Fachpersonal, aktuelle Patientendaten mit vorhandenen Informationen zu verknüpfen und klinische Entscheidungen zeitnah zu treffen.

Die Lücke zwischen Untersuchung und Diagnose schließen

In medizinischen Einrichtungen entstehen im Rahmen unterschiedlichster diagnostischer Verfahren enorme Datenmengen, von hochauflösenden MRT-Aufnahmen bis hin zu routinemäßigen Laboruntersuchungen. Insbesondere die medizinische Bildgebung zählt zu den größten Treibern des Datenwachstums. Höhere Auflösungen und eine steigende Anzahl diagnostischer Untersuchungen führen dazu, dass große Krankenhäuser jährlich mehrere Petabyte an Bilddaten erzeugen.

Früher wurden diese Informationen überwiegend papierbasiert verwaltet. Mit der Digitalisierung des Gesundheitswesens wurden sie jedoch in Systeme wie Picture Archiving and Communication Systems (PACS) und elektronische Patientenakten integriert. Die Übertragung großer Datenmengen über verteilte Infrastrukturen oder Cloud-Umgebungen kann jedoch zu Latenzen führen, insbesondere in zeitkritischen klinischen Arbeitsabläufen.

Werden Daten näher an ihrem Entstehungsort gespeichert, beispielsweise direkt auf medizinischen Geräten oder innerhalb der lokalen Krankenhausinfrastruktur, lassen sich diese Verzögerungen reduzieren. Können Bilddaten schneller abgerufen werden, bleibt Spezialistinnen und Spezialisten mehr Zeit für die eigentliche Analyse. Gleichzeitig lassen sich Laborergebnisse, Vitaldaten und Patientenhistorien in Echtzeit miteinander verknüpfen. Dies unterstützt medizinisches Fachpersonal dabei, fundierte Entscheidungen schneller zu treffen und die Zeit zwischen diagnostischer Untersuchung und medizinischer Maßnahme zu verkürzen. Die daraus resultierende Effizienzsteigerung kann dazu beitragen, Wartezeiten zu reduzieren und das medizinische Personal zu entlasten.

Problemen durch Echtzeitzugriff auf Daten vorbeugen

Die Vorteile eines lokalen Datenzugriffs gehen über eine potenziell schnellere Diagnose hinaus. Der Echtzeitzugriff auf klinische Daten kann auch eine proaktivere und präventivere Gesundheitsversorgung unterstützen.

Krankenhäuser erzeugen kontinuierlich Patientendaten aus Monitoring-Systemen, bildgebenden Verfahren, Laboranalysen und elektronischen Patientenakten. Werden diese Daten nahezu in Echtzeit analysiert, können frühe Anzeichen einer gesundheitlichen Verschlechterung erkannt werden.

Predictive-Analytics-Systeme kommen zunehmend zum Einsatz, um Patientinnen und Patienten mit erhöhtem Risiko für Erkrankungen wie Sepsis oder Herz-Kreislauf-Komplikationen zu identifizieren. Durch die Analyse von Mustern in Vitalwerten, Laborergebnissen und Patientenhistorien können Machine-Learning-Modelle subtile Veränderungen erkennen, die bereits Stunden vor dem Auftreten sichtbarer Symptome auf eine Verschlechterung des Gesundheitszustands hinweisen.

Die Leistungsfähigkeit dieser Systeme hängt maßgeblich davon ab, wie schnell große Datenmengen verfügbar gemacht und verarbeitet werden können. Predictive-Analytics-Modelle benötigen kontinuierlichen Zugriff auf aktuelle Patientendaten. Hochleistungsfähige Speicherinfrastrukturen, beispielsweise auf Basis von Flash-Technologie am Netzwerkrand, können diesen Prozess unterstützen. Sie ermöglichen es, Warnmeldungen schneller zu generieren und dadurch frühzeitig medizinische Maßnahmen einzuleiten, was letztlich zu besseren Behandlungsergebnissen beitragen kann.

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Flash-Speicher als Schlüsseltechnologie

Eine schnellere und reaktionsfähigere Patientenversorgung kann durch lokal gespeicherte Daten unterstützt werden. Flash-Speicher eignet sich hierfür besonders, da er die Geschwindigkeit, Zuverlässigkeit und Skalierbarkeit bietet, die moderne medizinische Geräte und Forschungsumgebungen benötigen.

Durch die Integration von Speicherlösungen am Netzwerkrand können Gesundheitsdaten lokal verarbeitet und schneller bereitgestellt werden. Dies reduziert die Latenz in diagnostischen Arbeitsabläufen. Gleichzeitig lassen sich die Daten innerhalb derselben sicheren Infrastruktur mit bestehenden Patientenakten verknüpfen.

Mit Kapazitäten von bis zu 122 TB können Flash-Speicher große Mengen klinischer Daten in unmittelbarer Nähe zum Behandlungsort speichern und so fortschrittliche Analysen, KI-Anwendungen und Entscheidungen nahezu in Echtzeit unterstützen.

Dank ihrer robusten Bauweise ohne bewegliche Teile sind Flash-Speicher zudem deutlich weniger anfällig für mechanische Ausfälle. Dies ist insbesondere in anspruchsvollen medizinischen Umgebungen von Vorteil, in denen der zuverlässige Zugriff auf Patientendaten für eine zeitnahe Versorgung entscheidend ist.

Darüber hinaus unterstützen Self-Encrypting Drives (SEDs) Gesundheitseinrichtungen dabei, sensible personenbezogene Daten im Ruhezustand zu schützen. Dies stellt eine wichtige technische Maßnahme zur Einhaltung strenger europäischer Datenschutzanforderungen wie der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) dar.

Da künstliche Intelligenz das Gesundheitswesen zunehmend verändert und exponentiell wachsende Datenmengen erzeugt, ermöglicht Flash-Speicher medizinischem Fachpersonal auch künftig einen schnellen Zugriff auf verwertbare Erkenntnisse – selbst bei einem stetig wachsenden Netzwerk verbundener Geräte und Informationsquellen.

Der Autor

Giorgio Ippoliti, Technologist, Field Applications Engineering EMEA bei Sandisk.

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