Digitale Patientensteuerung Ein Flickenteppich aus Kassen-Apps?
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Wer soll Patientinnen und Patienten künftig digital zum passenden Arzt lotsen? Die einzelne Krankenkasse per App oder eine zentrale Plattform rund um die 116 117? Die KBV warnt vor einem Flickenteppich aus bis zu 90 verschiedenen Insellösungen. Und wer haftet eigentlich, wenn die digitale Ersteinschätzung danebenliegen sollte?
Spätestens seit Anfang dieses Jahrzehnts ist landläufig bekannt, dass einerseits Krankheitssymptome innerhalb weniger Stunden – beispielsweise über Nacht – auftreten können und dass man andererseits mit manchen dieser Symptome nicht unbedingt Zeit in einem vollgestopften hausärztlichen Wartezimmer verbringen sollte. Eine Ersteinschätzung per App mit anschließender Terminvermittlung auf Knopfdruck scheint die für alle Seiten beste Lösung darzustellen. Ein weiterer Vorteil ist, dass durch die sogenannte digitale Patientensteuerung Menschen schneller in die passende Versorgungsebene befördert werden können. Soweit die Theorie.
Strittig ist nämlich, welche Infrastruktur dafür schlussendlich sorgen soll. Während der GKV-Spitzenverband auf die App-Lösungen der einzelnen Krankenkassen setzt, fordert die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) eine zentrale Plattform, die auf dem Ökosystem um die 116 117 basiert. Im gleichen Atemzug warnt sie vor bis zu 90 unterschiedlichen Zugangswegen und einem möglichen Chaos für Patientinnen und Patienten. KBV-Chef Andreas Gassen warnt: „Wir laufen gerade mit Ansage ins Chaos.“
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