Whitepaper zur KI-Readiness KI in der Krankenhausplanung berücksichtigen

Von Nicola Hauptmann 2 min Lesedauer

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„KI-Readiness ist keine additive Eigenschaft, die einem fertiggestellten Gebäude nachträglich verliehen werden kann“: Ein aktuelles Whitepaper von Fraunhofer IAIS und Endera-Gruppe GmbH beschreibt, worauf es bei der Krankenhausplanung ankommt und warum künstliche Intelligenz schon in der Bauplanung zu verankern ist.

Patientenzimmer, Aufnahme oder Diagnostik: Für die einzelnen Funktionsbereiche gelten unterschiedliche Anforderungen beim KI-Einsatz.(Bild: ©  vickryab - stock.adobe.com / KI-generiert)
Patientenzimmer, Aufnahme oder Diagnostik: Für die einzelnen Funktionsbereiche gelten unterschiedliche Anforderungen beim KI-Einsatz.
(Bild: © vickryab - stock.adobe.com / KI-generiert)

Kabelschächte sind wohl nicht die erste Assoziation zum Stichwort KI, doch der Einsatz von künstlicher Intelligenz sollte in der Krankenhausplanung von Anfang an berücksichtigt werden – um diesen möglicherweise unterschätzten Aspekt geht es in einem aktuellen Whitepaper von Fraunhofer IAIS und der Endera Group. Aufgrund überalterter Gebäudestrukturen und wachsender Anforderungen sehen sich viele Verantwortliche in den Kliniken vor der Herausforderung einer baulichen Neuausrichtung – so beschreiben die Autoren die derzeitige Situation. Sie zeigen auf, warum „KI-Readiness“ schon in der Ziel- und Infrastrukturplanung verankert werden sollte, etwa bei der Planung von Netzwerkkapazitäten, Serverräumen, Schnittstellen, Datenarchitekturen, ebenso wie bei der Integration in klinische Arbeitsabläufe. Und es beginnt tatsächlich schon mit der Bauplanung, als Leitprinzip ist formuliert: KI als integrale Eigenschaft des Gesamtbauwerks verstehen, nicht als nachträglich integriertes Modul.

Wie Krankenhäuser „KI-ready“ geplant werden

KI-Readiness wird dabei insgesamt auf drei Ebenen betrachtet: Infrastruktur, Prozesse und Anwendung. Die Autoren gehen zudem auf regulatorische Vorgaben, speziell den EU AI Act, ein und berücksichtigen Datenschutz, Sicherheit und Compliance als Querschnittsthemen.

Zentral ist eine genaue Beschreibung der KI-Anforderungen nach einzelnen Funktionsbereichen wie:

  • IT-Infrastruktur und Rechenzentren,
  • Netzwerk und Konnektivität,
  • Patientenaufnahme und Wartebereich,
  • Patientenzimmer und Pflegestation,
  • Notaufnahme und Schockraum,
  • OP-Bereich,
  • Telemedizin und -konsil,
  • Medizintechnik und Diagnostik,
  • Apotheke und Arzneimittelversorgung Logistik, Tracking, Assetmanagement,
  • Raummanagement/ Navigation;

strukturiert jeweils nach Potenzialen, Infrastrukturanforderungen, typischen Planungsfehlern und Handlungsempfehlungen.

Zu den Empfehlungen im Bereich der IT-Infrastruktur gehört zum Beispiel, Kabeltrassen und Leerrohre für spätere Erweiterungen schon beim Rohbau mit einzuplanen. Für Notaufnahme und Schockraum braucht es permanente Netzwerkverbindungen (mit Redundanz), flächendeckende Display-Infrastruktur und integrierte Monitoring-Systeme. Im Wartebereich sind Selbst-Check-in-Stationen mit den entsprechenden Anschlüssen in der Planung zu berücksichtigen; Transportroboter brauchen Ladestationen, barrierefreie Wege mit Aufzugsintegration.

Während auf der einen Seite mehr Platz einzuplanen ist, können andere Bereiche auch kleiner dimensioniert werden, statt einer großen Leitstelle, für die ohnehin nicht genügend Personal zur Verfügung steht, etwa ein digitales Patientensteuerungssystem, ergänzt um kleinere Terminalpunkte.

In der Praxis sollte das Planungskonzept alle relevanten Funktionsbereiche angemessen berücksichtigen, aber auch Flexibilität für zukünftige technologische Entwicklungen bieten. Entscheidend sei, KI nicht als isolierte Technologie zu betrachten, sondern als integralen Bestandteil von Architektur, Prozessen und strategischer Ausrichtung, so das Fazit der Autoren.

Über das Whitepaper

Das Whitepaper „KI in der Krankenhausplanung“ des Fraunhofer Instituts für Intelligente Analyse- und Informationssysteme IAIS und der Endera-Gruppe GmbH richtet sich an Planungsteams, IT-Verantwortliche und Krankenhausleitungen in Neu- und Umbauprojekten. Autoren sind Dario Antweiler, Fraunhofer IAIS; Fred Andree, Endera-Gruppe GmbH; Stefan Rüping, Fraunhofer IAIS, und Stefan König, Endera-Gruppe GmbH.

Whitepaper zum Download

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