Arztpraxis „Wertschätzung sieht anders aus“

Von Susanne Ehneß 1 min Lesedauer

Die geplanten Investitionen des Bundesgesundheitsministeriums in IT- und Cybersicherheit hält Dr. Ulrich Tappe, Verbandsvorsitzender der niedergelassenen Magen-Darm-Ärzte, für „löblich“, fragt sich aber, weshalb die Praxen der niedergelassenen Fachärzte davon ausgenommen sind: „Sind sie nicht systemrelevant?“

Systemrelevante Arztpraxen: Der Berufsverband der niedergelassenen Magen-Darm-Ärzte (bng) wünscht sich vonseiten der Politk mehr Wertschätzung.(Bild:  bng)
Systemrelevante Arztpraxen: Der Berufsverband der niedergelassenen Magen-Darm-Ärzte (bng) wünscht sich vonseiten der Politk mehr Wertschätzung.
(Bild: bng)

„Nicht nur, dass wir bei Sparmaßnahmen von vorneherein als erste zur Kasse gebeten werden. Auch bei Investitionen werden wir übergangen und nachträgliche Korrekturen zugunsten anderer Versorgungsbereiche gehen ebenfalls auf unsere Kosten“, sagt Dr. Ulrich Tappe. Der Verbandsvorsitzende der niedergelassenen Magen-Darm-Ärzte (bng) weist damit auf einen „Trend“ hin, der „schon lange zu beobachten“ sei. Tappe: „Obwohl die ambulante fachärztliche Versorgung mit rund 385 Millionen Fällen den größten Teil der vertragsärztlich erbrachten Behandlungen kosteneffizient abdeckt und mit Vorsorgeleistungen Folgeerkrankungen, Klinikaufenthalte und Arbeitsausfälle reduziert, erfährt sie von Seiten der Politik keine Wertschätzung.“

Dr. Ulrich Tappe(Bild:  bng)
Dr. Ulrich Tappe
(Bild: bng)

Als aktuelles Beispiel führt Tappe die geplanten Investitionen des Bundes in die Cyber- und IT-Sicherheit von Kliniken und anderen kritischen Infratrukturen an. 1,84 Milliarden Euro wolle das Bundesgesundheitsministerium bis 2029 hierbei zur Verfügung stellen. „Das ist sicher ein löblicher Schritt in die richtige Richtung“, meint Tappe, „aber warum sind die Praxen der niedergelassenen Fachärzte davon ausgenommen? Sind sie nicht systemrelevant?“

Auch die jüngsten Änderungen am Beitragssatzstabilisierungsgesetz bestätigten die Tendenz, von der Streichung der Fixkostendegression profitierten nur Haus- und Kinderärzte, Fachärzte sind ausgenommen. „Wertschätzung“, so Dr. Tappe, „sieht anders aus.“

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