Bayerische Versorgungskammer Manhattan, Miami, München – Ärzte fordern Aufklärung
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Die Bayerische Versorgungskammer bezifferte das Verlustpotenzial ihrer US-Immobilieninvestments auf bis zu 853 Millionen Euro. Seit September klagt zudem die Deutsche Finance Group in Delaware gegen die Kammer. Versicherte fordern eine unabhängige Sonderprüfung.
„Die Rente ist sicher.“ Dieses Zitat des ehemaligen Bundesarbeitsministers Norbert Blüm aus dem Oktober 1997 ist derzeit wohl so aktuell wie selten zuvor. Gleichwohl er diesen Satz über die gesetzliche Rentenversicherung und damit über ein System, in welchem Ärzte und Apotheker gar nicht versichert sind, gesagt hatte, dürften diese sich seit längerem fragen, ob sich ihre Altersvorsorge in sicheren Händen befindet. Sie zahlen – genau wie etwa Architekten oder Rechtsanwälte – in die berufsständische Versorgung ein. Seit Jahrzehnten wird dies als stabilere, klügere und politisch unabhängigere Lösung gepriesen. Derzeit beweist die Bayerische Versorgungskammer jedoch, dass Unabhängigkeit von der Politik mitnichten dasselbe bedeutet wie Kontrolle.
Die Bayerische Versorgungskammer wurde 1995 gegründet. In ihr sind etliche Versorgungswerke aufgegangen, deren Historie teilweise bis ins 19. Jahrhundert zurückgeht. Bis ins Jahr 2000 hinein bestand das Portfolio der Versorgungskammer überwiegend aus Wertpapieren und wurde bis zum heutigen Tag sukzessive diversifiziert. Stand Januar 2026 verwaltete die Kammer rund 122 Milliarden Euro, die in verschiedenen Anlageklassen gestreut waren. Ein besonders hohes Klumpenrisiko wurde dabei mit – zum Investitionszeitpunkt – vielversprechenden Immobiliendeals in den Vereinigten Staaten eingegangen. So wurden gemeinsam mit der Deutschen Finance Group etwa 1,6 Milliarden in diverse Immobilienprojekte des Immobilienentwicklers Michael Shvo investiert. Shvo, der sich 2018 der Steuerhinterziehung schuldig bekannte und rund 3,5 Millionen Dollar Strafe gezahlt hatte, gilt in amerikanischen Investorenkreisen als umstritten und hatte als Konsequenz in den vergangenen Jahren die Zusammenarbeit mit einigen Großprojekten einseitig aufgekündigt bekommen.
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