Patientenversorgung KI-gestützte Neurodermitis-Lösung

Von Stephan Augsten 2 min Lesedauer

Anbieter zum Thema

Nia Health und AbbVie Deutschland arbeiten gemeinsam an der digitalen Versorgung von Neurodermitis-Patienten mit KI-Unterstützung: Der „AI Severity Classifier“ soll Behandelnden eine standardisierte Schweregradbewertung liefern.

Ein in die Nia App integrierter „AI Severity Classifier“ soll helfen, den Schweregrad von Neurodermitis-Symptomen standardisiert zu beurteilen.(Bild: ©  Gina Sanders - stock.adobe.com)
Ein in die Nia App integrierter „AI Severity Classifier“ soll helfen, den Schweregrad von Neurodermitis-Symptomen standardisiert zu beurteilen.
(Bild: © Gina Sanders - stock.adobe.com)

Der Berliner Medizinproduktehersteller Nia Health und der Pharmahersteller AbbVie Deutschland arbeiten seit Juli 2026 zusammen, um ein digitales, KI-gestütztes Versorgungsangebot für Menschen mit atopischer Dermatitis (Neurodermitis) weiterzuentwickeln. Die wissenschaftliche Verantwortung liegt bei Nia Health, einer Ausgründung der Berliner Charité.

Hintergrund für die Entwicklung und Integration ist die Diskrepanz zwischen dem chronischen Krankheitsbild von Neurodermitis, die in Schüben verläuft, und den vergleichsweise seltenen Screening-Terminen. Mit der App „Nia“ – laut Hersteller die meistgenutzte Neurodermitis-App Deutschlands – können Betroffene ihren Krankheitsverlauf zwischen den Terminen dokumentieren. Dies soll der Vorbereitung des Arztgesprächs dienen.

Objektive Schweregradbewertung durch KI

Ein Baustein des Versorgungsangebots ist die Bewertung des Krankheitsschweregrads mithilfe des sogenannten „AI Severity Classifier“. Dieser befindet sich Nia Health zufolge derzeit in einer klinischen Validierungsstudie an der Charité und wird in das dortige Krankenhausinformationssystem (KIS) integriert. Perspektivisch ließe sich der Krankheitsschweregrad dementsprechend automatisiert und standardisiert direkt im KIS erfassen. Bei einer entsprechenden Anbindung eben auch von Patientinnen und Patienten im häuslichen Umfeld.

Das KI-gestützte System analysiert per App aufgenommene Fotos der betroffenen Hautstellen und schätzt den Schweregrad anhand etablierter klinischer Scores ein. Die KI soll dabei ausschließlich der ärztlichen Beurteilung dienen und den manuellen Dokumentationsaufwand senken. Außerdem soll sich gegenüber der manuellen, mitunter inkonsistenten weil subjektiven Interpretation eine bessere Interrater-Reliabilität ergeben, weil die Vergleichbarkeit der Scores steigt.

Gleichermaßen könnte eine standardisierte Datengrundlage für Forschung und Versorgung gebildet werden, weil die Nutzung der App anonymisierte Real-World-Daten erzeugt – also Daten aus dem tatsächlichen Versorgungsalltag. Sie zeigen, wie sich die Erkrankung außerhalb der Sprechstunde entwickelt und was Patientinnen und Patienten besonders belastet, etwa Hautschmerz oder Herausforderungen bei einer Therapieumstellung. Nia Health nutzt diese Erkenntnisse, um die Versorgung von Menschen mit atopischer Dermatitis weiterzuentwickeln.

AbbVie forscht und entwickelt seit Jahren im Bereich chronisch-entzündlicher Hauterkrankungen, darunter atopische Dermatitis. Mit der Partnerschaft unterstützt das Unternehmen nach eigenen Angaben die Weiterentwicklung innovativer digitaler Versorgungslösungen.

(ID:50920724)

Jetzt Newsletter abonnieren

Wöchentlich die wichtigsten Infos zur Digitalisierung im Gesundheitswesen

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung