Daten im Klinikalltag UMG führt ADAMS ein

Von Johannes Kapfer 2 min Lesedauer

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Die Universitätsmedizin Göttingen führt die Datenplattform ADAMS von MDClone ein, nach eigenen Angaben als erstes Krankenhaus in Europa. Die Mitarbeiter sollen klinische Daten selbst auswerten und synthetische Datensätze für Forschung und KI-Entwicklung erzeugen können.

(Bild:  Universitätsmedizin Göttingen – UMG, Michael Mehle)
(Bild: Universitätsmedizin Göttingen – UMG, Michael Mehle)

Das Datenintegrationszentrum (UMG-MeDIC) der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) rüstet auf und setzt dafür auf die Plattform ADAMS des Anbieters MDClone, welche klinische Daten für Forschung, Versorgung und Qualitätsmanagement leichter zugänglich machen soll. Die Klinik gibt an, damit europaweit das erste Krankenhaus zu sein, welches diese Lösung nutzt.

Aufbau auf der MII-Infrastruktur

Die UMG hat UMG-MeDIC im Rahmen der bundesweiten Medizininformatik-Initiative (MII) aufgebaut und dort bereits klinische Daten zusammengeführt. ADAMS ergänze diese Basis um eine Nutzungsebene. Die Klinik möchte damit die getätigten Investitionen über die Förderperioden hinaus nutzen.

Das Modell findet im Ausland bereits Anwendung. MDClone nennt als Anwender unter anderem UChicago Medicine, den Manchester University NHS Foundation Trust oder das Sheba Medical Center.

Eigenständige Analysen und synthetische Daten

Berechtigte Mitarbeitende können longitudinale Patientendaten künftig selbst auswerten; und zwar in einem kontrollierten Rahmen. Sie müssen dafür nicht mehr jedes Mal auf zentrale IT- oder Analytics-Teams warten. Die UMG will dadurch Forschungsfragen, Behandlungspfade und klinische Prozessanalysen nachhaltig beschleunigen.

Einen zweiten Schwerpunkt stellen synthetische Daten dar. Die Plattform erzeuge aus realen Datensätzen künstliche Datensätze mit denselben statistischen Eigenschaften, ohne echte Patientendaten weiterzugeben, so die Verantwortlichen der UMG. Das eröffne Spielraum für die Entwicklung von KI-Anwendungen sowie Kooperationen mit externen Partnern.

„Mit ADAMS übernehmen wir als erste Universitätsmedizin in Deutschland und der EU ein international erprobtes Modell der Datennutzung“, sagt Prof. Dr. Wolfgang Brück, Sprecher des Vorstandes, Vorstand Forschung und Lehre und Dekan der Medizinischen Fakultät der UMG. Die Daten sollen helfen, „medizinische Qualität und Wirtschaftlichkeit datenbasiert gemeinsam weiterzuentwickeln“.

MDClone-CEO Bruno Lempernesse nennt die Medizininformatik-Initiative eine „starke Grundlage“. Nun gehe es darum, daraus möglichst viel Nutzen für Forschung und Versorgung zu ziehen.

In der Ankündigung werden allerdings weder Kosten noch Zeitplan oder Nutzerzahlen genannt. Ebenso fehlt, wie die UMG das Re-Identifikationsrisiko bei synthetischen Daten bewertet. Auch wie die Rechtevergabe für „berechtigte Mitarbeitende“ gehandhabt wird, und wer zu diesen Gruppen zählen soll, bleibt offen.

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