Rückblick zum TI-Summit in Leipzig Telematikinfrastruktur am Wendepunkt

Von Nicola Hauptmann 3 min Lesedauer

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Mit intensiven Diskussionen, einer Fülle an Themen und Veranstaltungen und noch mehr Besuchern konnte der zweite TI-Summit an die erfolgreiche Premiere im Vorjahr anknüpfen. Ein zentrales Thema in den Panels und Gesprächen war die geplante souveräne Plattform-Architektur für Telematikinfrastruktur.

Über 1.300 Teilnehmende kamen zum 2. TI-Summit am 7. und 8. Oktober in Leipzig.(Bild:  WACH Studio GmbH)
Über 1.300 Teilnehmende kamen zum 2. TI-Summit am 7. und 8. Oktober in Leipzig.
(Bild: WACH Studio GmbH)

Der zweite TI-Summit startete am 7. Oktober 2026 mit einer klaren Ansage: Die Telematikinfrastruktur steht an einem Wendepunkt. Mit dem E-Rezept und der flächendeckenden Einführung der ePA sei die TI in der Versorgung angekommen, doch hier zeige sich nun, dass man sie weiterentwickeln müsse, erklärte der Vorsitzende der gematik-Geschäftsleitung, Dr. Florian Fuhrmann, bei der Begrüßung. Darüber wolle er hier mit allen sprechen. Wie wichtig ihnen der Austausch mit allen Akteuren sei, betonten auch Brenya Adjei und Dr. Florian Hartge von der Geschäftsführung der gematik.

Die Umgestaltung der TI sorgte entsprechend für Gesprächsstoff beim Summit. Über den Auftrag ihrer Gesellschafter, die TI zu einer gebündelten, cloudbasierten Plattform-Architektur zu entwickeln, hatte die gematik bereits im Juni berichtet, beim Summit gab es dazu nun nähere Informationen.

Etwa im Dialog von Florian Fuhrmann mit Philipp Müller, Abteilungsleiter Digitalisierung und Innovation im Bundesministerium für Gesundheit, der bereits in seiner Keynote verdeutlichte, dass Entwicklung und Betrieb ausgeschrieben und nicht etwa von der gematik selbst übernommen würden. Brenya Adjei erinnerte im Rahmen der Pressekonferenz an die Open-Source-Vorgabe, einen Anbieter für die nächsten zehn Jahre zu beauftragen, sei nicht die Idee, es werde mehrere Gewinner geben.

Die Telematikinfrastruktur muss stabil laufen

Einblicke zum geplanten Umbau und den Vorbereitungen dazu gab es beim Panel „TI 2.0 im Fokus: Von den Anwendungen zur vernetzten Plattform“ mit Dr. Florian Hartge, Claudia Korf, stellv. Hauptgeschäftsführerin ABDA, und Dr. Martin Krasney, Mitglied des Vorstands des GKV-Spitzenverbandes. Sorgen macht in erster Linie die Betriebsstabilität der in die Jahre gekommenen Telematikinfrastruktur. Claudia Korf konnte das aus ihrer Erfahrung in der Apotheke bestätigen: Spätestens mit der Einführung der „ePA für alle“ sei die Störanfälligkeit derart gestiegen, dass das eigentliche Leistungsversprechen, das mit der Verfügbarkeit des E-Rezepts abgebildet wird, nicht mehr eingehalten werden könne.

Dr. Florian Hartge nannte als eine zentrale Ursache die zunehmende Komplexität, sowohl technisch – fällt ein Teil aus, fällt die gesamte Kette aus – als auch organisatorisch. Die Plattform soll beides beheben. Zum einen durch die Nutzung zeitgemäßer Technologien: Die Backend-Systeme sollen künftig in hochverfügbaren Cloudsysteme laufen. Zum anderen soll durch die Ausschreibung dieser zentralen Systeme eine bessere Steuerung und Verpflichtung erreicht werden. Die Umstellung ist schrittweise geplant und soll bis 2030 abgeschlossen sein. Begonnen werde mit der Ablösung des E-Rezepts (TI-Flow), das neu ausgeschrieben werden soll – und zwar so, dass es auch für andere digitale Prozesse genutzt werden kann, etwa für die E-Überweisung. Weitere Themen wie Identitäten, Zero Trust für alle Anwendungen und Kommunikationslösungen sollen folgen.

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Vielfalt an Themen und Perspektiven

Wenngleich die Neustrukturierung der TI ein zentraler Punkt war, hatten die Teilnehmenden beim Summit eine Fülle an Themen und Formaten zur Auswahl: EHDS und EU-weite Datenvernetzung, KI-Lösungen in der ePA, Patientenpfade und TI-Anwendungen im Krankenhaus und sektorenübergreifender Kommunikation, Pflegeentlastung oder Apotheke der Zukunft, um nur einige zu nennen. Die Formate umfassten neben Impulsvorträgen und Panels auch Showcases und Workshops. Die Veranstaltungen liefen parallel in bis zu fünf Räumen,

Zudem bot sich in der begleitenden Ausstellung, in den Pausen und während der Abendveranstaltung Gelegenheit zum Netzwerken. Diese Vielfalt an Themen und Perspektiven sowie die gemeinsamen Gespräche sind Veranstalter INNO3 und der gematik sehr wichtig, wie Martin Blaschka und die gematik-Geschäftsführung unterstrichen.

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