Teleradiologie Remote Scanning trifft auf breite Zustimmung

Von Johannes Kapfer 2 min Lesedauer

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Nachts, am Wochenende und auf dem Land fehlt laut ZVEI oft radiologisches Fachpersonal. Abhilfe soll Remote Scanning schaffen, also Röntgen mit zugeschaltetem Fachpersonal. Eine Civey-Umfrage legt nahe, dass die Mehrheit der Deutschen dafür offen ist.

Teleradiologie hat sich zu einem nicht zu vernachlässigendem Baustein der Versorgung gemausert und kann das Gesundheitswesen personell entlasten. Patientinnen und Patienten sehen den technologischen Möglichkeiten positiv entgegen.(Bild:  Gemini / KI-generiert)
Teleradiologie hat sich zu einem nicht zu vernachlässigendem Baustein der Versorgung gemausert und kann das Gesundheitswesen personell entlasten. Patientinnen und Patienten sehen den technologischen Möglichkeiten positiv entgegen.
(Bild: Gemini / KI-generiert)

56 Prozent der Deutschen befürworten Röntgenuntersuchungen mit per Video zugeschaltetem radiologischem Fachpersonal, wenn eine eingewiesene medizinische Fachkraft vor Ort ist. Das zeigt eine repräsentative Civey-Umfrage im Auftrag des ZVEI (Verband der Elektro- und Digitalindustrie). Der Verband hat die Ergebnisse der Umfrage am 4. November veröffentlicht. Am selben Tag hörte der Umweltausschuss des Bundestags Sachverständige zur Novellierung des Strahlenschutzrechts an.

Persönliche Betroffenheit erhöht die Bereitschaft

Unter den 40-Jährigen befürworten rund drei von fünf Befragten Remote Scanning. Geht es um die eigene Behandlung, ist die Bereitschaft insgesamt höher: Knapp 60 Prozent würden sich selbst oder Angehörige unter diesen Bedingungen röntgen lassen. Gleichzeitig habe etwa jeder Dritte Vorbehalte gegenüber der Technologie.

Den deutlichsten Wert erreicht der Wunsch nach lückenloser Versorgung. 87 Prozent wollen, dass Röntgengeräte flächendeckend und rund um die Uhr einsatzbereit sind. Dies gelte – gemäß der Studie – für alle Altersgruppen, bei Älteren sei der Wunsch tendenziell noch stärker ausgeprägt.

Knackpunkt MTR-Präsenz

Ärztinnen und Ärzte können Röntgenuntersuchungen schon heute per Teleradiologie aus der Ferne begleiten und befunden. Für die technische Durchführung verlangt die Strahlenschutzverordnung (§ 145 StrlSchV) aber, dass eine Medizinische Technologin oder ein Medizinischer Technologe für Radiologie (MTR) vor Ort ist. Das MT-Berufegesetz weist diese Aufgabe den MTR außerdem als Vorbehaltstätigkeit zu.

An dieser Stelle setzt der ZVEI an. Künftig soll eine eingewiesene medizinische Fachkraft die Patienten vor Ort begleiten und im Notfall eingreifen. Die MTR würde die Untersuchung dann aus der Ferne durchführen. „Die Technik ist längst so weit, dass radiologisches Fachpersonal Röntgenuntersuchungen auch aus der Ferne durchführen und begleiten kann“, sagt ZVEI-Geschäftsführerin Sarah Bäumchen. Mit Blick auf die Skeptiker fügt sie hinzu: „Deshalb müssen wir besser erklären, wie Remote Scanning bei Röntgen funktioniert und dass es dabei keine Abstriche bei Qualität und Sicherheit gibt.“

Gesetzentwurf geht weniger weit

Die Bundesregierung plant mit ihrem Gesetzentwurf vor allem Erleichterungen für die Teleradiologie. Ein in den teleradiologischen Betrieb eingeführtes ärztliches Personal soll vor Ort weiterhin nötig sein. Teleradiologen müssen künftig aber nicht mehr anreisen, wenn das System ausfällt. Dr. Annette Röttger von der Physikalisch-Technische Bundesanstalt (PTB) begrüßte dies in der Anhörung als Beitrag zu mehr Flexibilität in der Praxis. Eine Fernsteuerung durch MTR sieht der Entwurf nicht vor.

Der Berufsverband der MTR hält sich indes zurück. Der Dachverband für Technologen und Analytiker in der Medizin (DVTA) unterstützt Remote Scanning zwar beim MRT – das ohne ionisierende Strahlung auskommt – unter festgelegten Bedingungen. Beim Röntgen und bei CTs verweist der Verband jedoch auf die Präsenzpflicht und argumentiert, dass eine MTR aus der Ferne bei akuten Problemen nicht unmittelbar am Patienten eingreifen könne. Schon im Entwurf zu den Regelungen zur Teleradiologie warnte der DVTA davor, dass sich gesamte Verantwortung auf die MTR vor Ort verlagere.

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