Colloquium Fundamentale Wie gerecht bleibt die Medizin der Zukunft?

Von Johannes Kapfer 2 min Lesedauer

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Am Karlsruher Institut für Technologie, kurz KIT, startet ab 5. November 2026 eine sechsteilige Reihe zur Zukunft der Medizin. Die Vorträge finden donnerstags um 18 Uhr im InformatiKOM am Campus Süd statt. Der Eintritt ist frei.

Das Colloquium Fundamentale des KIT steht im Wintersemester 2026/27 ganz im Zeichen der gerechten Medizin von morgen.(©  Felix Grünschloss)
Das Colloquium Fundamentale des KIT steht im Wintersemester 2026/27 ganz im Zeichen der gerechten Medizin von morgen.
(© Felix Grünschloss)

Während das Gesundheitssystem unter Kostendruck und Fachkräftemangel ächzt, versprechen KI, Robotik und Biotechnologie bessere Diagnosen und individuellere Therapien. Das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) geht der Gegenfrage nach: Wer profitiert davon, und wo drohen neue Ungleichheiten? Mit diesen Themen beschäftigen sich sechs Vorträge, die im Rahmen des Colloquium Fundamentale im kommenden Wintersemester am KIT gehalten werden.

Die Reihe trägt den Titel „Am Puls der Zukunft. Perspektiven auf Medizin und Gesundheitssystem von morgen“ und läuft am Forum Wissenschaft und Gesellschaft (FORUM) des KIT. Den Auftakt gestaltet am 5. November 2026 Professorin Ute Schepers, wissenschaftliche Sprecherin des KIT-Zentrums Health Technologies, mit dem Vortrag „Transplantation der Zukunft: Organe aus dem Drucker“.

Daten als Grundlage der Versorgung

Zwei Vorträge befassen sich mit der Datenbasis. Professorin Sonja Loges, Leiterin der Abteilung Personalisierte Medizinische Onkologie am Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ), spricht am 12. November 2026 über den Gender Data Gap bei Krebs. Die Ankündigung nennt Datenlücken in der medizinischen Versorgung von Frauen als Beispiel, das kritisch zu hinterfragen sei.

Am 4. Februar 2027 folgt Michaela Hardt, PhD, vom Medizinischen Datenintegrationszentrum (meDIC) am Universitätsklinikum Tübingen. Sie behandelt Chancen und Herausforderungen des maschinellen Lernens mit Routinedaten. Dabei handelt es sich um Daten, die im Klinikbetrieb ohnehin anfallen. Ob und wie sie sich für KI-Anwendungen nutzen lassen, ist seit einiger Zeit zentrales Thema der digitalen Medizin.

KI-Empfehlungen und Robotik in der Pflege

Dr. Dana Mahr vom Institut für Technikfolgenabschätzung und Systemanalyse (ITAS) des KIT fragt am 10. Dezember 2026: „Wenn KI Therapien empfiehlt: Wie gerecht ist die Medizin der Zukunft?“ Im Mittelpunkt stehen die ethischen Herausforderungen KI-basierter Anwendungen.

Professor Tamim Asfour vom Institut für Anthropomatik und Robotik (IAR) des KIT behandelt am 14. Januar 2027 humanoide Roboter als Assistenz in der Pflege. Verkörperte KI bezeichnet Systeme, die Software mit einem physischen Körper verbinden und in der realen Umgebung agieren. Die Ankündigung fragt zugleich, welche Rolle menschliche Fürsorge in einer zunehmend digitalisierten Medizin spielt.

Den Abschluss bildet am 18. Februar 2027 Professor Simon Reif vom ZEW – Leibniz-Institut für Europäische Wirtschaftsforschung. Sein Thema ist die Effizienz in der Gesundheitsversorgung der Zukunft.

Die Teilnahme an der gesamten Vortragsreihe ist kostenlos und ohne Anmeldung möglich. Ausgenommen sind Studentinnen und Studenten, die einen Leistungsnachweis benötigen.

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