Robotik-Projekt am UKSH KI und Robotik unterstützen bei Hirntumor-Operationen

Von Serina Sonsalla 2 min Lesedauer

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Mit 2,7 Millionen Euro fördert der Bund ein neues Robotik-Projekt am UKSH. Ziel ist es, mithilfe von KI und moderner Bildgebung Hirntumor-Operationen künftig präziser und sicherer zu machen. Roboter sollen Tumorgewebe perspektivisch eigenständig erkennen und entfernen können.

Dr. Matteo Bonsanto, Oberarzt der Klinik für Neurochirurgie am Campus Lübeck, (l.) und Dr. Ralf Brinkmann, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Biomedizinische Optik und Geschäftsführer des Medizinischen Laserzentrums Lübeck, mit einem KUKA-Roboter. (Bild:  © Julian Hahnefeld / UKSH)
Dr. Matteo Bonsanto, Oberarzt der Klinik für Neurochirurgie am Campus Lübeck, (l.) und Dr. Ralf Brinkmann, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Biomedizinische Optik und Geschäftsführer des Medizinischen Laserzentrums Lübeck, mit einem KUKA-Roboter.
(Bild: © Julian Hahnefeld / UKSH)

Am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (UKSH) startet ein neues Robotik-Projekt: Hochauflösende Live-Aufnahmen, künstliche Intelligenz und Robotik sollen neurochirurgische Eingriffe künftig sicherer und Hirntumor-Operationen präziser machen. Erstmals könnten Roboter dabei eigenständig Tumorgewebe erkennen und entfernen.

Das Verbundprojekt Robo-COP (kurz für „Robotergestützte Neurochirurgie unter Verwendung von optischer Kohärenztomographie und Ultraschall-Aspiration“) entstand aus einer Zusammenarbeit der Klinik für Neurochirurgie des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein (UKSH), Campus Lübeck, der Universität zu Lübeck sowie weiterer Projektpartner; darunter das Medizinische Laserzentrum in Lübeck, das die Entwicklung der optischen Bildgebung- und auswertung sowie die Steuerung des Roboters realisiert.

Ziel des Projekts ist es, die Grundlage für die nächste Generation der bildgeführten und robotergestützten Neurochirurgie zu schaffen. „Besonders bei aggressiven Hirntumoren wie dem Glioblastom ist eine möglichst vollständige Entfernung des Tumors entscheidend für die Behandlungschancen der Patientinnen und Patienten“, erklärt der Oberarzt für Neurochirurgie am Campus Lübeck Dr. Matteo Bonsanto. „Gleichzeitig muss gesundes Hirngewebe bestmöglich geschont werden – eine der größten Herausforderungen in der Neurochirurgie.“

Um Hirntumoren künftig präziser und sicherer entfernen zu können, kombiniert das Forschungsteam verschiedene innovative Technologien. Als Basis dafür wird ein sogenannter KUKA-Roboter verwendet. Zu den weiteren Technologien gehören die Optische Kohärenztomographie (OCT), ein hochauflösendes bildgebendes Verfahren, das feinste Gewebestrukturen sichtbar macht. Ergänzt wird sie durch einen speziellen Ultraschall-Aspirator, der Tumorgewebe nicht nur entfernt, sondern gleichzeitig Informationen über dessen Beschaffenheit liefert. Dadurch soll sich krankes von gesundem Gewebe künftig noch zuverlässiger unterscheiden lassen.

Ein weiterer Schwerpunkt des Projekts ist die Entwicklung eines robotergestützten Assistenzsystems. Dieses soll neurochirurgische Eingriffe künftig automatisiert unterstützen und perspektivisch einzelne Operationsschritte selbstständig übernehmen. Dadurch könnten Eingriffe noch präziser durchgeführt und Chirurginnen und Chirurgen insbesondere bei komplexen Tumoroperationen entlastet werden.

Nach der Entwicklungsphase ist eine klinische Studie mit Patientinnen und Patienten geplant. Dort sollen die Verfahren schließlich während den Tumoroperationen erprobt und wissenschaftlich bewertet werden. Das Vorhaben wird vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt über drei Jahre mit 2,7 Millionen Euro gefördert.

Innovativer Gewebescanner ausgezeichnet

Die Klinik für Neurochirurgie des UKSH ist für seinen neuartigen Gewebescanner mit dem Innovations-Transfer-Preis 2026 ausgezeichnet worden. Der Hauptpreis der Prof. Dr. Werner-Petersen-Stiftung, dotiert mit 20.000 Euro, würdigt den erfolgreichen Weg einer innovativen Medizintechnologie von der Forschung in die klinische Anwendung.

Der Gewebescanners ermöglicht die digitale Analyse mithilfe optischer Verfahren, sodass kein klassischer Gewebeschnitt angefertigt werden muss. Die gewonnenen Informationen über die Beschaffenheit des Gewebes unterstützen Ärztinnen und Ärzte bei der Entscheidungsfindung.

„Künftig könnte das Verfahren auch in der Telemedizin unterstützen. Da die Bilddaten unmittelbar digital vorliegen, können sie standortübergreifend beurteilt werden“, teilt Bonsanto mit. „Dies eröffnet neue Perspektiven für die Versorgung in Regionen, in denen neuropathologische Expertise nicht jederzeit verfügbar ist.“

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