Projekt ErwiN Erfahrene Pflegefachkräfte übernehmen ärztliche Aufgaben

Von Serina Sonsalla 2 min Lesedauer

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Andere Länder machen es bereits vor, jetzt erproben auch zwei deutsche Bundesländer das Konzept für die Kompetenzerweiterung von Pflegefachkräften: Mit „ErwiN“ sollen Pflegefachkräfte Hausbesuche und Behandlungen für bereits diagnostizierte Erkrankungen in Absprache mit den behandelnden Ärzten übernehmen. Per Video können diese bei Bedarf hinzugezogen werden.

Besonders in ländlichen Regionen steht man vor der Herausforderungen des Fachkräftemangels. Doch auch Pflegefachkräfte wünschen sich in Deutschland mehr Kompetenzen. (© zinkevych – stock.adobe.com)
Besonders in ländlichen Regionen steht man vor der Herausforderungen des Fachkräftemangels. Doch auch Pflegefachkräfte wünschen sich in Deutschland mehr Kompetenzen.
(© zinkevych – stock.adobe.com)

Die Altersstrukturen in Deutschland ändern sich zunehmend: Laut Statistischem Bundesamt sollen bis 2040 rund 5,2 Millionen mehr Menschen über 67 Jahre alt sein. Damit wachsen die Probleme des Gesundheitswesens. Denn bisher mangelt es in vielen Regionen an Haus- und Facharztpraxen und mit zunehmendem Alter, steigt auch die Wahrscheinlichkeit der Pflegebedürftigkeit. Vor diesem Hintergrund des demografischen Wandels, startete das Innovationsfondsprojekt ErwiN. „ErwiN“ steht für „Erweiterte Übertragung von arztentlastenden Tätigkeiten in ArztNetzen“ und wird in zwei Bundesländern umgesetzt, nämlich in Brandenburg und in Mecklenburg-Vorpommern. Als Vorreiter des Konzepts gelten die skandinavischen Länder, die bereits seit Jahren gute Erfahrungen mit Versorgungsformen wie diese gemacht haben.

„Über den Innovationsfonds haben wir eine einzigartige Möglichkeit neue Versorgungsformen zu entwickeln und zu erproben. Dabei rückt der ländliche Raum für uns in Mecklenburg-Vorpommern in den Fokus, weil sich hier ein besonderer Bedarf an innovative Lösungen abzeichnet. Wir hoffen, dass am Ende des Projektes eine Überführung in die Regelversorgung erfolgen kann“, äußerte sich Henning Kutzbach, Landesgeschäftsführer der Barmer Mecklenburg-Vorpommern.

ErwiN soll vor allem die medizinische Versorgung von älteren und chronisch kranken Menschen im häuslichen Umfeld verbessern. Dabei übernehmen neun Pflegefachkräfte, die momentan an der Universitätsmedizin Greifswald eine umfangreiche Zusatzausbildung in den Bereichen Schmerz, Hypertonie sowie Ernährung und Ausscheidung erhalten, Hausbesuche und Behandlungen in enger Abstimmung mit den versorgenden Ärzten für Menschen, deren Erkrankung bereits diagnostiziert ist. Falls nötig, werden die zuständigen Ärzte über Videosprechstunden hinzugezogen.

Über einen Zeitraum von dreieinhalb Jahren und einer Förderung von 6,7 Millionen Euro wird das Innovationsfondsprojekt getestet. Ob das Projekt am Ende erfolgreich ist, entscheidet sich, wenn Krankenhauseinweisungen reduziert, die Sicherheit der Arzneimitteltherapie gesteigert, Blutdruckwerte, Schmerzempfinden und Mangelernährung von Patientinnen und Patienten reduziert werden konnten.

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