Telematikinfrastruktur E-Rezepte bitte nicht montags

Von Johannes Kapfer 1 min Lesedauer

Das Konstrukt E-Rezept hängt in weiten Teilen von einer stabilen Infrastruktur ab. Beinahe jeden Montag kommt es zu enormen Lastspitzen. Diesmal beim Dienstleister Medisign. Die Informationspolitik seitens der Gematik wird von Leistungserbringern scharf kritisiert.

Das TI-Netzwerk bereitet aktuell regelmäßig Probleme. Gerade zu Beginn der Woche entstehen Engpässe.(©  Тимур Салман – stock.adobe.com)
Das TI-Netzwerk bereitet aktuell regelmäßig Probleme. Gerade zu Beginn der Woche entstehen Engpässe.
(© Тимур Салман – stock.adobe.com)

Und montags grüßt das Murmeltier. Zum Wochenstart gab es erneut eine empfindliche – wenn auch kurzzeitige – Störung des E-Rezept-Systems. Erneut betraf es Module des Düsseldorfer Herstellers Medisign, einem der vier zugelassenen Anbieter von eHBA und SMC-B. Erneut deshalb, weil es seit einigen Wochen beinahe täglich zu Teilausfällen des TI-Netzwerks kommt. Insbesondere montags und zu vollen Stunden würden sich die Ereignisse häufen, heißt es aus Herstellerkreisen. Alles deutet auf eine Art Nadelöhr im TI-Netzwerk hin, welches das Ausstellen und Einlösen von E-Rezepten mit unschöner Regelmäßigkeit für einen gewissen Zeitraum einschränkt.

Der Dreh- und Angelpunkt für die regelmäßigen Störungen wird laut Gematik bei OCSP-Abfragen (Online Certificate Status Protocol) vermutet. Diese werden zur Zeit bei jedem Kommunikationsschritt zwischen Leistungserbringern und Telematikinfrastruktur-Netzwerk durchgeführt. Gerade zu Stoßzeiten scheint dieses Vorgehen zu erheblichen Verzögerungen im Betriebsablauf zu führen. Insbesondere der OCSP-Responder von Medisign scheint hinsichtlich dieser Thematik reproduzierbar zu agieren.

Medisign selbst ist sich der Problematik bewusst und teilt mit, dass mit Hochdruck an einer nachhaltigen Lösung gearbeitet werde. Vielen Leistungserbringern scheint diese Art der Informationspolitik sauer aufzustoßen. In sozialen Netzwerken wird gar von „schwerwiegenden Designfehlern“ bei der Telematikinfrastruktur gesprochen.

Ob diese im Schnellverfahren gelöst werden können, wird sich spätestens am kommenden Montagvormittag zeigen.

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