Deutsches Krebsforschungszentrum und Carl-Zeiss-Stiftung
Ein Abschlussexamen für KI in der Bildgebung

Von Nicola Hauptmann 2 min Lesedauer

Anbieter zum Thema

Noch werden Forschungsthemen zur KI häufig nach Datenverfügbarkeit statt Relevanz gewählt, ein Projekt am DKFZ will das ändern. Expertinnen und Experten weltweit sind aufgerufen, ihre Fragestellungen und die dazugehörigen Daten einzureichen.

Im Ergebnis des Projekts MEDAL soll eine Referenzprüfung für künstliche allgemeine Intelligenzsysteme (AGI) in der medizinischen Bildgebung entwickelt werden. (Bild:  KI-generiert)
Im Ergebnis des Projekts MEDAL soll eine Referenzprüfung für künstliche allgemeine Intelligenzsysteme (AGI) in der medizinischen Bildgebung entwickelt werden.
(Bild: KI-generiert)

Die bildgebende Diagnostik ist ein Bereich der Medizin, bei dem besonders hohe Erwartungen in die KI-Anwendung gesetzt werden, etwa was die Früherkennung von Krankheiten betrifft. Schließlich können KI-Systeme riesige Datenmengen auswerten und Muster erkennen. Dafür werden CT- oder MRT-Aufnahmen, Bilder aus der Pathologie oder auch Videodokumentationen von Operationen genutzt – Daten, die eben verfügbar sind. Doch hier liegt auch ein Problem.

Fokus auf Relevanz

Aktuelle Analysen zeigten, „dass Forschungsthemen in der KI häufig danach ausgewählt werden, welche Daten verfügbar sind, und nicht danach, welche klinischen Probleme am dringendsten gelöst werden müssen“, sagt Prof. Dr. Lena Maier-Hein, Leiterin der Abteilung Intelligente Medizinische Systeme am Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) und Geschäftsführende Direktorin des NCT Heidelberg. Am DKFZ leitet sie seit kurzem das Projekt MEDAL, das einen neuen Ansatz verfolgt, ausgehend von den klinischen Herausforderungen: Gefördert durch die Carl-Zeiss-Stiftung soll eine „weltweit einzigartige Sammlung von relevanten klinischen Fragestellungen“ und den entsprechenden Bilddaten erstellt werden. Expertinnen und Experten weltweit sind aufgerufen, dazu ihre Fragestellungen sowie die dazugehörigen multimodalen Daten einzureichen. Dafür wird ein Preisgeld von einer Million Euro bereitgestellt. Ein internationales Expertengremium aus Klinikern, Datenwissenschaftlern, Patientenvertretern und KI-Wissenschaftlern, das derzeit in Heidelberg unter Maier-Heins Leitung aufgebaut wird, soll aus den eingereichten Vorschlägen die für die Patientenversorgung wirklich relevanten auswählen – um den Fokus von rein technischen Fragestellungen zu den eigentlichen klinischen Herausforderungen zu lenken.

Jetzt Newsletter abonnieren

Wöchentlich die wichtigsten Infos zur Digitalisierung im Gesundheitswesen

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung