Kooperation von Baden-Württemberg und Bayern Ein einheitliches digitales Ökosystem für den ÖGD

Von Nicola Hauptmann 2 min Lesedauer

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Bei der Digitalisierung des Öffentlichen Gesundheitsdienstes muss nicht jedes Bundesland das Rad neu erfinden. Bayern und Baden-Württemberg arbeiten bereits gemeinsam an einer Lösung – und laden andere Länder zur Mitnutzung und gemeinsamen Weiterentwicklung ein.

Die neue einheitliche Software-Landschaft für die Gesundheitsämter, die Bayern und Baden-Württemberg aufbauen, besteht aus der Fachanwendung ÖGD, der Wasser-Fachanwendung und dem Bürgerportal. (Bild: ©  VectorMine – stock.adobe.com)
Die neue einheitliche Software-Landschaft für die Gesundheitsämter, die Bayern und Baden-Württemberg aufbauen, besteht aus der Fachanwendung ÖGD, der Wasser-Fachanwendung und dem Bürgerportal.
(Bild: © VectorMine – stock.adobe.com)

Baden-Württemberg und Bayern haben die Kooperation zum Aufbau eines einheitlichen digitalen Ökosystems im Öffentlichen Gesundheitsdienst (ÖGD) vereinbart. Dabei bringen beide Länder ihre jeweiligen Kompetenzen und bisherigen Entwicklungen ein: Baden-Württemberg die Fachanwendungslandschaft ÖGDigital und Bayern die Wasser-Fachanwendung sowie das Bürgerportal.

Durch das gemeinsame digitale Ökosystem könne man die Gesundheitsämter schneller vernetzen und einheitliche Standards im ÖGD etablieren, erklärte Leonie Dirks, Amtschefin im baden-württembergischen Ministerium für Soziales, Gesundheit und Integration: „Beide Länder profitieren von der gemeinsamen nachhaltigen, skalierbaren und anpassungsfähigen Fachanwendung ÖGD.“

Nach der Ratifizierung der Vereinbarung am 28. Januar 2026 hat das Baden-Württemberger Ministerium im Februar auch über die weiteren Pläne informiert. Derzeit im Rollout und bis zum Ende der Förderung durch den ÖGD-Pakt im März sind demnach die Fachanwendungsmodule vorgesehen:

  • Paket 1: Einschulungsuntersuchung, Zahngesundheit, Wasserhygiene und Begutachtungswesen;
  • Paket 2: Hygienische Überwachung, Präventionsberatung, Todesbescheinigungen sowie
  • Paket 3: Verwaltung Infektionsschutzbelehrung, Medizinalaufsicht und Masernschutz.

Im Bürgerportal sollen mehrere Fachmodule bereitgestellt werden, etwa zum Datenaustausch zur amtsärztlichen Begutachtung, Medizinalaufsicht und Schuleingangsuntersuchung; zur Vorlage von Immunitätsnachweisen und zu Beratungsleistungen von Gesundheitsämtern.

Auch das bayerische Staatsministerium für Gesundheit, Pflege und Prävention informiert auf seiner Webseite zur geplanten Einführung der Fachanwendung: Bereits seit Oktober 2025 werden demnach die Anforderungen der bayerischen Gesundheitsämter und Regierungsbehörden mit dem bestehenden System aus Baden-Württemberg abgestimmt und Anpassungen nach dem Motto „so einheitlich wie möglich, so individuell wie nötig“ bewertet und priorisiert. Ab Frühjahr 2026 sollen in einer ersten Rollout-Stufe ausgewählte Gesundheitsämter und Regierungen die angepasste Anwendung in geschützter Umgebung testen, wobei die Erkenntnisse auch in die Verbesserung der Lösung einfließen sollen. Der Pilotbetrieb mit weiteren Gesundheitsämtern und echten Daten ist ab Q2/2026 geplant und der schrittweise Umstieg Ende für 2026/ Anfang 2027.

Kooperation offen für Länder und Kommunen

„Wichtig bei der Digitalisierung des ÖGD ist, dass nicht jedes Land für sich das Rad neu erfindet, sondern die jeweiligen Entwicklungen ausgetauscht und mitgenutzt werden können“, betont Dr. Rainer Hutka, Amtschef im Bayerischen Staatsministerium für Gesundheit, Pflege und Prävention. Bereits entwickelte Softwarekomponenten und Fachmodule können genutzt, neue Funktionen und Module in einer abgestimmten Zusammenarbeit entwickelt und allen Beteiligten zur Verfügung gestellt werden. Auf der Webseite des bayerischen Gesundheitsministeriums sind die Bedingungen auch näher erläutert. Demnach ist der Beitritt für einzelne oder auch mehrere der drei Teilbereiche möglich. Die Anwendungen sind individuell anpassbar, Kernstandards und Interoperabilität sollen aber gewahrt bleiben

Die Projekte „Digitalisierung ÖGD BW“, „Wasser-Fachanwendung“ und „Bürgerportal“ werden im Rahmen des EU-Programms NextGenerationEU finanziert.

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