Digitalisierung des Öffentlichen Gesundheitsdienstes Wie Sachsen-Anhalt und Bayern den ÖGD-Pakt umsetzen

Von Nicola Hauptmann 2 min Lesedauer

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Im Pakt für den ÖGD hat der Bund auch 800 Millionen Euro für die Digitalisierung bereitgestellt. Zum Stand der ÖGD-Projekte haben sich Vertreterinnen und Vertreter der Gesundheitsämter in Sachsen-Anhalt bei einem Treffen ausgetauscht. Währenddessen ging in Bayern eine neue Online-Wissensplattform an den Start.

Bereits die Hälfte der Digialisierungsmittel verausgabt und erste Meilensteine umgesetzt:  Sachsen-Anhalts Gesundheitsministerin Petra Grimm-Benne beim ÖGD-Netzwerktreffen im März. (© Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Gleichstellung Sachsen-Anhalt)
Bereits die Hälfte der Digialisierungsmittel verausgabt und erste Meilensteine umgesetzt: Sachsen-Anhalts Gesundheitsministerin Petra Grimm-Benne beim ÖGD-Netzwerktreffen im März.
(© Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Gleichstellung Sachsen-Anhalt)

Die Corona-Pandemie war ein Weckruf, den Öffentlichen Gesundheitsdienst aus der Fax-Ära ins digitale Zeitalter zu transformieren. Noch bis 2026 fließen dafür Bundesmittel aus dem „Pakt für den Öffentlichen Gesundheitsdienst“ von insgesamt 4 Milliarden Euro. Davon sind 800 Millionen speziell für die Digitalisierung des ÖGD vorgesehen. Wie weit sind die Länder inzwischen mit der Umsetzung und wofür werden die Gelder genutzt? Hamburg und Niedersachsen haben Ende letzten Jahres schon eine Bilanz gezogen.

In Sachsen-Anhalt trafen sich am 6. März gut 100 Vertreterinnen und Vertreter der Gesundheitsämter aus allen Landkreisen und Städten zum Erfahrungsaustausch in Magdeburg. Ein wichtiges Thema dabei waren Bedrohungen der IT-Sicherheit und Datenschutz. Basierend auf Risikoanalysen in den ÖGD-Einrichtungen sollen Maßnahmen zur (Cyber)-Resilienz entwickelt werden. Zudem gab es einen Überblick zum ÖGD-Pakt: Bis zum kommenden Jahr sollen rund 91 Millionen Euro in weiteren Personalaufwuchs und die Steigerung der Attraktivität des ÖGD investiert werden, in 133 zusätzliche und bereits eingestellte Beschäftigte – insbesondere aber auch in die Digitalisierung. „Investitionen in moderne Technologien, bessere Datenvernetzung und digitale Kompetenzen sind die zentralen Handlungsfelder, um den ÖGD nachhaltig zu stärken“, betonte Sachsen-Anhalts Gesundheitsministerin Petra Grimm-Benne. Die Hälfte der Digitalisierungsmittel sei bereits verausgabt, so die Ministerin.

Die restlichen Finanzmittel sollen bis zum 31. März 2026 unter anderem für IT-Sicherheitsmaßnahmen und den Betrieb und Ausbau digitaler Tools eingesetzt werden. Mit digitalen Technologien und KI sollen Prozesse vereinheitlicht und verbessert sowie ein medienbruchfreier Datenaustausch ermöglicht werden. Ein Beispiel dafür ist die „Schnittstellenharmonisierung und Austauschplattform Trinkwasserhygiene“, mit der eine effizientere und auch zuverlässigere Trinkwasserüberwachung erreicht werden soll.

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Bayern: Online-Wissensplattform freigeschaltet

Wie die Gelder aus dem ÖGD-Pakt zur Verbesserung der Arbeitsabläufe und der Kommunikation genutzt werden können, zeigt auch ein Blick nach Bayern: Hier wurde Anfang des Monats eine neue Online-Wissensplattform „Mein ÖGD-Handbuch“ in Betrieb genommen. Die Plattform bietet Beschäftigten genaue Beschreibungen der Abläufe und Prozessmodellierungen. Damit kann die Umsetzung neuer Verordnungen, besonders zum Infektionsschutz und zur Trinkwasserüberwachung, sowie die Einarbeitung neuer Mitarbeiter erleichtert werden. Aber auch das Teilen von Wissen und Erfahrung ist ein Ziel; „in themenbezogenen Foren können sich die Nutzenden im geschützten Raum des bayerischen Behördennetzes über Anwendungsfälle und Praxisbeispiele austauschen“, erläutert Bayerns Gesundheitsministerin Judith Gerlach. Die Ministerin rief zudem dazu auf, Erfahrungen und Verbesserungsvorschläge über die eigens eingerichtete Feedback-Funktion zu teilen, damit die Plattform kontinuierlich weiterentwickelt werden kann. So solle sichergestellt werden, „dass sie den Bedürfnissen und einer Vereinfachung von Arbeitsabläufen der Beschäftigten im ÖGD gerecht wird“. Federführend bei der Entwicklung von „Mein ÖGD-Handbuch“ war das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit.

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