Elektronische Patientenakte Ein Jahr Patientenakte

Von Agnes Panjas 3 min Lesedauer

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Am 15. Januar 2025 hat der Rollout der elektronischen Patientenakte für alle gesetzlich Versicherten in Deutschland begonnen. Seit Oktober 2025 sind Arztpraxen verpflichtet, die ePA zu nutzen. Ein Jahr später zeigt sich: Die digitale Akte wird eher verhalten genutzt.

Am 15. Januar 2026 ist es soweit: Ein Jahr elektronische Patientenakte (ePA) in der digitalen Gesundheitsversorgung in Deutschland.(Bild: ©  MinixT - stock.adobe.com)
Am 15. Januar 2026 ist es soweit: Ein Jahr elektronische Patientenakte (ePA) in der digitalen Gesundheitsversorgung in Deutschland.
(Bild: © MinixT - stock.adobe.com)

Ein Jahr ist vergangen, seit die elektronische Patientenakte (ePA) für alle gesetzlich Versicherten in Deutschland an den Start ging. Mit großen Erwartungen gestartet, sollte sie die Gesundheitsversorgung revolutionieren: Befunde immer griffbereit, Medikationspläne auf Knopfdruck, weniger Papierchaos und mehr Zeit für das Wesentliche: die Patienten.

So funktioniert die digitale Patientenakte

Zum 15. Januar 2025 wurde die Elektronische Patientenakte (ePA) eingeführt. Bis Mitte Februar 2025 stellten die Krankenkassen allen Versicherten, die keinen Widerspruch eingelegt hatten, eine elektronische Patientenakte bereit. Seit dem 29. April 2025 steht die ePA bundesweit für Praxen, Krankenhäuser und Apotheken zur Nutzung bereit. Seit 1. Oktober 2025 besteht für diese Einrichtungen eine Nutzungspflicht. Patienten und Patientinnen können sich über eine App ihrer Kasse in die ePA einloggen und darüber festlegen, welche Ärzte welche Daten sehen können.

So wird die digitale Patientenakte bisher genutzt

Bei der Techniker Krankenkasse (TK) nutzen aktuell 900.000 Versicherte die ePA aktiv. „Die Zahl entspricht unseren Erwartungen. Die Akten müssen jetzt erstmal gefüllt werden, erst wenn darin relevante Informationen über längere Zeit zusammenlaufen, werden sie zur wertvollen Unterstützung für die Gesundheit. Die ePA ist keine Kommunikations-App, die täglich geöffnet wird. Die meisten Menschen werden sich erst mit der Akte beschäftigen, wenn sie krank werden oder im Kontext eines Arztbesuchs“, kommentiert TK-Vorstandsvorsitzender Dr. Jens Baas. Eine Hürde für die Registrierung sei für viele Nutzer auch der mehrstufige Anmeldeprozess. „Die hohen Sicherheitsanforderungen machen die Registrierung für die ePA deutlich komplizierter als bei kommerziellen Apps“, so Baas. Das führe dazu, dass viele Nutzer die Anmeldung abbrechen.

Seine Bilanz fällt positiv aus. „Die elektronische Patientenakte ist 2025 erfolgreich gestartet“, sagt Baas. „Rund 85 Prozent der Arztpraxen haben bereits auf Akten zugegriffen. Besonders erfreulich ist, dass die elektronischen Medikationslisten in den Arztpraxen millionenfach genutzt werden. Das zeigt, dass die ePA ihrer Ursprungsidee gerecht wird, die medizinischen Informationen eines Patienten oder einer Patientin an einem Ort zu speichern und so die Behandlung zu unterstützen.”. Auch bei den Versicherten steigt die Zahl der Zugriffe, im Dezember verzeichnete die TK 560.000 Logins.

Apps der Krankenkassen

Eine Übersicht zu den verschiedenen ePA-Apps gibt es auf der entsprechenden Seite der gematik.

ePA-Apps (gematik)

Quo vadis ePA?

Der Elektro- und Digitalverband ZVEI e. V. plädiert für eine breite Aufklärungskampagne, um die ePA in die Fläche zu bringen. „Die ePA ist der Schlüssel zu einer besseren, vernetzten Versorgung. Aber sie wirkt schlecht, wenn sie zwar digital existiert, in der Praxis aber nur wenige Patientinnen und Patienten selbst aktiv darauf zugreifen“, sagt Hans-Peter Bursig, ZVEI-Bereichsleiter Gesundheit. „Es reicht nicht, komplizierte Informationsschreiben zu verschicken. Die Menschen müssen verstehen, welchen Nutzen sie persönlich von ihrer Akte haben und wie sie einfach selbst Zugang zu ihrer Akte bekommen. Auf einer Seite muss in drei Schritten einfach erklärt sein: Das ist der Weg in meine ePA und das sind meine Vorteile.“ 

„Das Nutzenerlebnis muss direkt erkennbar und spürbar sein“, ergänzt Bursig. „Nur dann werden die Apps der Krankenkassen auch genutzt und die Digitalisierung im Gesundheitssystem wird ein Erfolg für die Menschen in Deutschland.“  

Der ZVEI schlägt neben Aufklärung und Übersichtlichkeit eine industriepolitische Strategie vor, die die Medizintechnik als Leitbranche anerkennt. „Mittels Digitalisierung können wir das Gesundheitssystem technologisch so effizient machen, dass das medizinische Personal entlastet wird und sich auf das Wesentliche konzentrieren kann: die individuelle Versorgung der Menschen“, betont Bursig.

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