Multiples Myelom Ein KI-Tool gegen lebensgefährliche Begleiterkrankungen

Von Serina Sonsalla 2 min Lesedauer

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Der Weltblutkrebstag am 28. Mai hat die Erkrankung wieder in den Fokus gerückt: Forscher haben nun ein KI-Tool entwickelt, das die Überlebenschancen von Menschen mit multiplem Myelom verbessert. Denn die KI hilft dabei, schwere Nebenwirkungen nach einer Immuntherapie vorherzusagen.

Der genaue Krankheitsverlauf kann nicht bestimmt werden. Schätzungen darüber beruhen auf Statistiken und Studien an großen Patientengruppen. (© angellodeco – stock.adobe.com)
Der genaue Krankheitsverlauf kann nicht bestimmt werden. Schätzungen darüber beruhen auf Statistiken und Studien an großen Patientengruppen.
(© angellodeco – stock.adobe.com)

Die Überlebenschancen sind im Laufe der Jahre für krebskranke Menschen deutlich gestiegen. Doch es gilt wie bei den meisten Krankheiten: Je früher sie erkannt wird, desto eher kann man sie besiegen. Multiple Myelome gehören allerdings zu den Krankheiten, die nicht heilbar sind. Von der zweithäufigsten Blutkrebserkrankung in Deutschland sind etwa 7.000 Menschen pro Jahr betroffen.

Beim multiplen Myelom bilden sich etliche Krankheitsherden im Knochenmark. Deshalb wird sie oft auch als Knochmarkkrebs bezeichnet. Die bösartigen Tumorzellen breiten sich dort aus und stören die Blutbildung. Nach und nach baut sich der Knochen ab und die Nieren versagen. Außerdem lassen sich bei Patienten Erbgutveränderungen nachweisen, auch wenn die Krankheit so weit nicht vererbbar ist. Meistens sterben Betroffene bereits fünf bis zehn Jahre nach der Diagnose.

Als wirksame Behandlungsmethode, um das Immunsystem im Kampf gegen Krebszellen zu stärken, haben sich Immuntherapien bewährt. Diese wirken aber nicht bei allen Erkrankten gleich. Es kommt sogar sehr häufig zu schweren Nebenwirkungen, wie Entzündungen des Knochenmarks oder Blutarmut. „Wir wollen verstehen, warum manche Patienten die Therapien gut vertragen und andere nicht“, sagte Professor Dr. Dominic Grün von der Universität Würzburg.

Innerhalb des Projekts „TissueNet“ haben Forscher eine KI entwickelt, die Prognosen darüber treffen kann, ob sie zur Risikogruppe mit schweren Begleiterkrankungen gehören. Dafür fließen große Datenmengen in das Tool, mit denen sich die Veränderungen der Zellen im Knochenmark analysieren lassen. Entnommen werden hierfür Gewebeproben aus dem Knochenmark vor und nach der Behandlung. „Wir versuchen aus dem Vergleich von Anfangs- und Endzustand so viel Informationen zu ziehen wie möglich, damit die KI möglichst präzise simulieren kann, was in der Zwischenzeit passiert ist“, so Grün. Künftig soll dann eine einzelne Knochenmarkprobe des Erkrankten ausreichen, um bestimmen zu können, ob der Patient zur Risikogruppe gehört.

Mithilfe der KI könnten in Zukunft womöglich auch Medikamente entwickelt werden, die weitere Therapie-Schäden verhindern. In der klinischen Praxis angekommen ist das KI-Tool zwar noch nicht, doch laut Grün, lässt sich hiermit die Lebenserwartung wie auch die Lebensqualität eines Menschen mit multiplem Myelom noch einmal deutlich verbessern.

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