Netzwerk-Monitoring im Gesundheitswesen Erfolgreiches IT-Monitoring am Universitätsklinikum Tübingen

Von Serina Sonsalla 8 min Lesedauer

Beste Aussichten durch IT-Monitoring: Ein Blick ins Universitätsklinikum Tübingen zeigt, wie effektives IT-Monitoring aussehen kann. Das Klinikum setzt auf eine ganzheitliche Lösung, die flexibel mitwächst und sich an neue Anforderungen anpasst.

IT-Monitoring stellt die Betriebssicherheit und die medizinische Versorgung in Krankenhäusern sicher. (Bild:  Ezio Gutzemberg – stock.adobe.com)
IT-Monitoring stellt die Betriebssicherheit und die medizinische Versorgung in Krankenhäusern sicher.
(Bild: Ezio Gutzemberg – stock.adobe.com)

Seit 1805 gibt es das Universitätsklinikum Tübingen (UKT). Heute trägt es als eine von 34 Universitätskliniken in Deutschland zu dem erfolgreichen Verbund von Kliniken, Forschung und Lehre bei. Mehr als 1.600 Betten, zahlreiche Kliniken von A wie Allgemein bis Z wie Zahn, Schulen, Bibliotheken, Labors, Kompetenzzentren – das UKT mit einer Bilanzsumme von 1,2 Mrd. Euro ist ein großes und komplexes Zentrum der Hochleistungsmedizin mit einer entsprechend großen und komplexen IT-Landschaft. Torsten Schoen verantwortet das Monitoring, um den Betrieb und die Verfügbarkeit dieser IT-Landschaft sicherzustellen und setzt dabei auf eine ganzheitliche Lösung für das Netzwerk-Monitoring.

Eine neue Lösung musste her

Die IT bildet die Basis für das Funktionieren des UKT und sichert den reibungslosen Betrieb. Das bedeutet, dass die IT rund um die Uhr verfügbar sein muss, da Störungen und Ausfälle schnellstmöglich erkannt, gemeldet und behoben werden müssen. In der Vergangenheit setzte das UKT dazu „HostMonitor“ und „OpenNMS“ ein: Zwei IT-Monitoring-Tools, die OpenSource mit properitärer Software kombiniert und bei der Einrichtung und Bedienung einiges an Fachkompetenz und Erfahrung voraussetzen. Dieses Monitoring erforderte allerdings mehr fachliche Ressourcen als tatsächlich bereitstanden. In der Praxis führte das zu einigen Einschränkungen:

  • Nur die wichtigsten Systeme wurden überwacht. Die Aufnahme von neuen Systemen wurde besonders vernachlässigt.
  • Ein weitergehendes Automatisieren (Aufnahme neuer Windows Server, Auslösen von Prozessen) fand nicht statt. Denn die Tools boten nur bedingt die Möglichkeit dazu, zumal auch Zeit und Ressourcen für aufwendige Automatisierungen fehlten.
  • Im Störungsfall gingen Alarmierungen an das Bereitschaftsteam, das dann aktiv werden musste – und zwar rund um die Uhr.

Auf Dauer war der Zustand nicht tragbar, eine Alternative musste her. Bei der Evaluierung wurden im Wesentlichen die folgenden Aspekte in den Vordergrund gestellt:

Einfache Bedienbarkeit

Eine Lösung, die nur von einem einzigen Monitoring-Experten bedient werden kann, kam nicht infrage. Zum einen stellt ein solcher Experte stets einen Engpass dar, zum anderen müssen Spezialisten dem Monitoring-Experten die Anforderungen an das Monitoring ihrer Systeme und Geräte erst aufwendig erklären, statt das Monitoring direkt selbst einzurichten. Die gesuchte Software sollte ohne viel Erfahrung oder Programmier-Kenntnisse leicht bedienbar sein. Installation und Konfiguration sollten möglichst unkompliziert erfolgen.

Abbilden von Prozessen und Möglichkeit der Automatisierung

Mehrere Komponenten und Systeme sollten in Prozessen kombinierbar sein, um über solche Prozesse Möglichkeiten zur Automatisierung zu schaffen. Störungen lassen sich so besser lokalisieren und einordnen – und idealerweise automatisiert per Reboot oder Skript beheben.

Zukunftssicherheit

Im ersten Schritt sollte das neue Monitoring-System das etablierte Monitoring durch ein einfacheres und leistungsfähigeres System ersetzen. Gleichzeitig sollte es aber auch für kommende Erweiterungen des Monitorings gerüstet sein. Das UTK ist vor allem ein medizinisches Hochleistungszentrum. Jenseits der IT existieren zahlreiche medizinische Systeme und Geräte. Eine Einbeziehung dieser Systeme in ein zentrales Monitoring zusammen mit der IT kann eine schnellere Lokalisierung von Störungen und damit ein schnelleres Beheben ermöglichen. Allerdings muss die eingesetzte Lösung entsprechende Methoden zum Monitoring medizinischer Umgebungen unterstützen.

Nach einer gründlichen Evaluierung fiel die Entscheidung auf die Monitoring-Lösung „PRTG“ von Paessler. Ein wichtiger Entscheidungsfaktor war u. a. die Verbreitung der Lösung, da einige zuständige Kolleginnen und Kollegen bereits Erfahrung damit gesammelt hatten und das Tool im UKT seit einiger Zeit in einem Teilbereich im Einsatz war.

Die IT im Blick

Entlastung dank Zugriffskontrolle

Heute überwacht das UKT die IT-Umgebung mit dem Tool auf zwei Ebenen – mit insgesamt mehr als 18.000 Messpunkten, den sogenannten PRTG-Sensoren. Torsten Schoen ist als Service-Owner der PRTG-Lösung für das Monitoring der Basis-Systeme verantwortlich, also der Hardware, der Server und der zentralen Kernapplikationen. Das beinhaltet zudem die VMware-Umgebung, NetApp, SAN Storage, die Windows- und Linux-Betriebssysteme, Citrix, SQL und Oracle-Datenbanken inklusive der Oracle-Hypervisor-Umgebung, die SAP-Integration und vieles mehr. Unter anderem zählen dazu auch einige medizinische Applikationen, die als klinische Prozesse bedeutend sind.

Auf der zweiten Ebene haben die Expertinnen und Experten der Fachabteilungen einen eingeschränkten Zugriff auf die Lösung: Sie können die für sie relevanten Dienste, Geräte und Applikationen eigenständig überwachen, ohne Zugriff auf das Monitoring der Basis-Komponenten zu haben. Dazu erklärte Schoen: „Viele Kolleginnen und Kollegen in den Fachabteilungen haben genaue Vorstellungen, wie ihre Geräte und Services überwacht werden müssen. Dank der einfachen und verständlichen Bedienung können sie das Tool ohne großen Schulungsbedarf selbst einrichten.“ Allerdings seien sie weniger vertraut mit den darunterliegenden Servern und dem Netzwerk. Laut dem Service-Owner hätten die Mitarbeitenden daher ausschließlich Zugriff auf Systeme in ihrem Kompetenzbereich, ohne auf die Basis-Komponenten zugreifen zu können. „Sie können nicht versehentlich in Bereichen außerhalb ihres Kompetenzbereiches auf das Monitoring zugreifen und so unter Umständen Probleme verursachen, indem sie beispielsweise das Monitoring für einen Server aussetzen oder ganze Sensoren löschen“, sagte er und fügte hinzu: „Auf der anderen Seite erspart uns diese Trennung von zentralem und dezentralem Monitoring eine Menge Zeit und Arbeit, die wir als Nicht-Fachabteilung sonst in das Monitoring der Fachbereiche investieren müssten.“

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