Die Digitalisierung im Gesundheitswesen bietet viel Potenzial: Neben der besseren Versorgung der Patienten versprechen sich entsprechende Einrichtungen auch die Entlastung der Mitarbeiter. Doch Technik-Ausfälle kosten Zeit, die für die Pflege der Patienten fehlt.
Mitarbeiter im Gesundheitswesen verlieren jährlich 18 Werktage aufgrund technischer Probleme
Technologien für Fern- und Telemedizin sind längst im Gesundheitswesen angekommen. „Heute nutzen 83 Prozent (70 Prozent weltweit) der Dienstleister im Gesundheitssektor Geräte zur Fernüberwachung des Patienten beziehungsweise deren Gesundheitszustands und 50 Prozent (57 Prozent weltweit) der Kliniken, die Patienten mit direktem persönlichem Kontakt betreuen, haben ihre Aktenführung vollständig digitalisiert“, erklärt Stefan Mennecke, VP of Sales, Central und Southern Europe bei Soti. Das Unternehmen hat in der Studie „A Critical Investment: Taking the Pulse of Technology in Healthcare“ untersucht, welche Rolle die Digitalisierung in der Gesundheitsbranche spielt und welche Auswirkungen Geräteausfallzeiten auf die Patientenversorgung haben.
Mehr Zeit für den Patienten
„Die zunehmende Implementierung entsprechender Geräte im Gesundheitssektor ist ein Zeichen dafür, dass die Branche offen für neue Technologien ist. Dennoch wird die flächendeckende Einführung von Fernüberwachung sowie die digitale Aktenführung medizinische Einrichtungen lange beschäftigen“, so Mennecke. Viele haben daher ihre Ausgaben für Technologien angepasst: Bei 87 Prozent der Befragten fließt seit 2020 mehr Geld – vor allem in die Bereiche Interkonnektivität, Automatisierung und Datenmanagement.
„Mobile und IoT-Geräte helfen Gesundheitseinrichtungen dabei, Ärzten, Pflegern und Krankenschwestern mehr Zeit für ihre eigentlichen Aufgaben zur Verfügung zu stellen. Investitionen in entsprechende Geräte und die technische Infrastruktur sind für Gesundheitsorganisationen unerlässlich, um ihre Mitarbeiter zu entlasten und gleichzeitig die Anforderungen der Pflege zu erfüllen“, erklärt Mennecke. Dieser Meinung sind auch die Befragten: 90 Prozent gaben an, dass Patientendienste von einer stärkeren Vernetzung profitieren würden. Auch der Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) hat laut den Studienteilnehmern das Potenzial, Aufgaben der Patientenversorgung zu vereinfachen und dem medizinischen Personal so zu ermöglichen, mehr Patienten zu behandeln (89 Prozent; 72 Prozent weltweit). Die digitale Patientenakten hingegen erspart ihnen Zeit bei der Suche und Aufnahme von Informationen und verbessert darüber hinaus den Datenaustausch (95 Prozent).
Technikprobleme kosten wöchentlich 3,2 Stunden
Doch es ist nicht alles Gold, was glänzt: Mit der Digitalisierung kommen neue Probleme auf die Mitarbeiter zu. Gerade wenn die neuen Technologien nicht ordnungsgemäß implementiert oder gewartet werden, kommt es häufig zu Geräteausfällen – und damit zu Einschränkungen bei der Pflege. 60 Prozent der Allgemeinarztpraxen und Klinken haben diese Situation bereits erlebt. Wöchentlich verlieren die Mitarbeiter so 3,2 Stunden – auf das Jahr gerechnet 18 Tage. Die IT-Fachkräfte der Branche zeichnen ein ähnliches Bild: 98 Prozent sind bereits auf Schwierigkeiten in Bezug auf Technologien und Systeme gestoßen. Bei 73 Prozent ließen sich etwa Systeme nicht effektiv integrieren. 70 Prozent stellten darüber hinaus häufig technische Probleme fest.
Interessant: Im weltweiten Vergleich liegt Deutschland damit weit über dem Schnitt. Hier sind es lediglich 58 beziehungsweise 52 Prozent. „Um eine hochwertige Pflege zu gewährleisten und gleichzeitig erschwerte Patientenversorgung aufgrund von Geräteausfällen zu vermeiden, müssen IT-Entscheidungsträger in medizinischen Einrichtungen eine intelligente, diagnostische Lösung implementieren. So kann über alle mobilen Geräte hinweg Transparenz geschaffen und, wenn notwendig, Fernsupport für betroffene Geräte geleistet werden“, rät Mennecke.
Datenschutz
Ein weiterer Faktor, der die Digitalisierung im Gesundheitswesen ausbremst, ist der Datenschutz. Neun von zehn IT-Fachkräften haben diesbezüglich Sorge geäußert. Vor allem ein möglicher Diebstahl der Patientendaten durch einen Cyberangriff (41 Prozent), die Weitergabe von Daten ohne Zustimmung der Patienten (35 Prozent) sowie der Verlust von Patienteninformationen (33 Prozent) beschäftigt die Spezialisten. Die Gründe dafür sind vielfältig: Einerseits sind die IT-Fachleute der Meinung, dass die Unternehmen nicht genug in die Sicherheit der Daten investieren (46 Prozent), andererseits erscheinen ihnen die Daten heute grundsätzlich gefährdeter (74 Prozent). Die Sorgen sind auch nicht ganz unberechtigt, immerhin waren 91 Prozent der deutschen Unternehmen seit dem Jahr 2020 mit Datenschutzverletzungen konfrontiert.
„Daten zu Krankheiten, der Krankengeschichte oder der Medikamentierung gehören mit zu den sensibelsten Informationen. Im Rahmen der Digitalisierung des Gesundheitswesens werden diese immer häufiger auf mobilen Geräten wie Smartphones oder Tablets verarbeitet oder gespeichert. Gesundheitseinrichtungen müssen daher sicherstellen, dass sowohl Geräte als auch Daten geschützt sind“, erläutert Mennecke. Dafür könnten etwa Enterprise-Mobility-Management-Lösungen zum Einsatz kommen. Mit diesen ließen sich die sensibel Daten sicher speichern, ohne dass sie die Einrichtung verlassen müssen. „Darüber hinaus sollte es damit möglich sein, Geräte und IoT-Endpunkte aus der Ferne zu verwalten und diese im Falle eines Sicherheitsvorfalls auszuschalten.“
Stand: 08.12.2025
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Über die Studie
Die aktuelle Soti-Studie „A Critical Investment: Taking the Pulse of Technology in Healthcare“ wurde von Arlington Research durchgeführt. Insgesamt wurden im Rahmen dessen zwischen 7. und 17. Juni 2022 1.300 IT-Entscheider in Gesundheitseinrichtungen und Unternehmen mit mehr als 50 Mitarbeitern befragt. Die Studie konzentrierte sich dabei auf die Märkte Deutschland, USA, Großbritannien, Kanada, Mexiko, Schweden, Frankreich und Australien.