McKinsey E-Health Monitor 2025 Freie Fahrt mit angezogener Handbremse

Von Susanne Ehneß 2 min Lesedauer

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Der „McKinsey E-Health-Monitor 2025“ zeigt: Die Digitalisierung des Gesundheitswesens nimmt Fahrt auf, doch technische und wirtschaftliche Probleme drosseln die Geschwindigkeit.

E-Rezept, DiGA und ePA sind in der Fläche angekommen.(Bild: ©  inkwelldesigns – stock.adobe.com)
E-Rezept, DiGA und ePA sind in der Fläche angekommen.
(Bild: © inkwelldesigns – stock.adobe.com)

„Die Grundlagen für die digitale Versorgung sind gelegt und die wichtigsten Anwendungen werden intensiver genutzt", kommentiert Laura Richter, Partnerin bei McKinsey und Herausgeberin des E-Health Monitor, die Ergebnisse der Untersuchung. Sie macht aber auch klar: „Die technische Stabilität und die Akzeptanz bei Ärzten und Patienten werden entscheiden, ob die Fortschritte nachhaltig zu einer besseren Gesundheitsversorgung führen."

Die Unternehmensberatung McKinsey misst in ihrem E-Health-Monitor regelmäßig die Fortschritte bei der Digitalisierung im Gesundheitswesen. 2025 wurden mit dem elektronischen Rezept (E-Rezept), der elektronischen Patientenakte (ePA) und den digitalen Gesundheitsanwendungen (DiGA) markante Meilensteine erreicht.

E-Rezept

„Das E-Rezept hat nach einem langsamen Start den Durchbruch geschafft“, heißt es von McKinsey. Im Jahr 2025 wurden laut Studie bis Ende Juli bereits über 340 Millionen Rezepte digital eingelöst. Im Oktober erfolgte schließlich die milliardste Einlösung. „Das E-Rezept zeigt, dass Digitalisierung in der Versorgung funktioniert und in der Breite akzeptiert wird", sagt Matthias Redlich, Partner bei McKinsey und Herausgeber der Studie. „Gleichzeitig muss die Infrastruktur stabil und performant laufen, damit digitale Services in der Praxis echten Mehrwert stiften und die Akzeptanz weiter steigt“, mahnt er. Rund 50 Prozent aller Hausarztpraxen griffen parallel auf die Papieralternative zurück – „aus Vorsicht aufgrund gelegentlicher technischer Probleme“, wie Redlich betont.

ePA

Auch die ePA ist weitverbreitet, wird aber noch wenig genutzt. Im Dezember 2025 waren laut E-Health Monitor rund 4,2 Millionen Gesundheits-IDs registriert, was rund 6 Prozent der gesetzlich Versicherten entsprach. „Die ePA kann ihre Rolle als tragende Säule digitaler Versorgung in Deutschland nur dann erfüllen, wenn alle Beteiligten sie aktiv nutzen", betont Katharina Sickmüller, Partnerin bei McKinsey und Herausgeberin der Studie. „Die Bereitschaft der Ärzte und Patienten ist grundsätzlich da, aber zwischen Interesse und tatsächlicher Nutzung klafft noch eine Lücke, die mit besserer Information, einfacherer Bedienung und einem klaren Nutzenversprechen geschlossen werden muss.“

DiGA

Bei den DiGA zeigt sich laut Monitor ein differenziertes Bild. Die Gesundheits-Apps werden häufiger verordnet, doch einige Anwendungen kämpfen ums Überleben. Bis Mitte 2025 seien bereits 10 DiGA aus dem Verzeichnis gestrichen worden– vier davon auf Antrag der Hersteller. Der Durchschnittspreis liegt laut Monitor aktuell bei 361 Euro pro App und damit nur geringfügig über dem Vorjahreswert. „Einige digitale Gesundheitsanwendungen konnten sich etablieren und ihren Wert für die Gesundheitsversorgung unterstreichen. Andere stehen jedoch vor wirtschaftlichen Herausforderungen", erklärt Alexander Rajko, Partner bei McKinsey und Herausgeber der Studie. „Deutschland hat bei der Digitalisierung des Gesundheitswesens in den letzten Jahren wichtige Schritte gemacht. Der Weg ist aber noch weit", resümiert er.

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