HowToDigital Innovationsfonds-Projekt zur digitalen Kompetenz

Von Nicola Hauptmann 2 min Lesedauer

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Digitale Lösungen sollen die Arbeit in Arztpraxen und Krankenhäusern erleichtern, doch dafür braucht es auch die nötigen Kompetenzen. Hier setzt das Innovationsfonds-Projekt „HowToDigital“ an – mit Kompetenzprofilen und Fortbildungskonzepten für Ärztinnen, Ärzte und Fachpersonal.

Projektleiter Prof. Dr. Manuel Trenz sieht im Projekt HowToDigital die Möglichkeit der direkten Verknüpfung von Wissenschaft und Versorgung – und das Potenzial für eine Breitenwirkung.(Bild:  © Prof. Dr. Manuel Trenz)
Projektleiter Prof. Dr. Manuel Trenz sieht im Projekt HowToDigital die Möglichkeit der direkten Verknüpfung von Wissenschaft und Versorgung – und das Potenzial für eine Breitenwirkung.
(Bild: © Prof. Dr. Manuel Trenz)

KI-basierte Auswertung von Bilddaten, elektronischer Datenaustausch und Vernetzung: An digitalen Lösungen für bessere, personalisierte Gesundheitsversorgung ist kein Mangel. In vielen Gesundheitseinrichtungen sind sie auch schon eingeführt – das heißt aber noch nicht, dass sie in der Versorgungspraxis ausreichend berücksichtigt oder verstanden sind. „Die bisherigen Erfahrungen zeigen deutlich, dass digitale Systeme im Gesundheitswesen häufig nicht intuitiv bedienbar sind, unzureichend eingeführt werden und dadurch große Frustration bei den Beschäftigten erzeugen“, beschreibt Professor Dr. Manuel Trenz von der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der Universität Göttingen die Situation. Er leitet das Projekt „HowToDigital“. Ziel dieses Innovationsfonds-Projekts ist es, Ärztinnen, Ärzte und Fachpersonal beim Erwerb digitaler Kompetenzen zu unterstützen.

Im Projekt HowToDigital arbeiten die Universitäten Göttingen, Paderborn und Köln und die Deutsche Röntgengesellschaft zusammen; beteiligt sind auch die gematik, die AOK Sachsen-Anhalt, die Techniker Krankenkasse und die Kassenärztliche Vereinigung Hamburg. Der Innovationsausschuss beim Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) fördert das Vorhaben mit 800.000 Euro über die Laufzeit von Januar 2024 bis Dezember 2026.

Digitalkompetenz: Haltung und Reflexionsfähigkeit

Es fehlt demnach an Schulungen und Zeit für die Einarbeitung, aber es geht auch um mehr: „Digitalkompetenz im Gesundheitswesen bedeutet nicht, jede Software im Detail zu beherrschen“, erklärt der Projektleiter. Fachkräfte sollten vielmehr in der Lage sein, Nutzen, Risiken und Grenzen digitaler Technologien zu verstehen, um diese reflektiert in ihre Arbeit zu integrieren. „Unsere Halbzeitbilanz zeigt deutlich: Wir müssen Digitalkompetenzen breit denken – weg vom reinen Technik-Know-how, hin zu Haltung, Reflexionsfähigkeit und strukturierten Lernprozessen“, so Trenz.

Das Forschungsteam arbeitet derzeit an einem Kompetenzmodell. Damit sollen bestehende und benötigte Fähigkeiten wie etwa Problemlöse-, Daten- und Informationskompetenz individuell erfasst und eingeordnet werden. Diese Anwender-Kompetenzprofile sollen dann für praxisnahe Fortbildungskonzepte zum Aufbau der benötigten digitalen Kompetenzen genutzt werden.

Und noch etwas ist den Forschenden wichtig: Die Nutzenden sollten von Anfang an in die Entwicklung digitaler Technologien eingebunden werden. „Wer mehr versteht, kann fundierter mitgestalten; wer ernsthaft eingebunden wird, ist motivierter, sich neues Wissen anzueignen“, fasst Manuel Trenz zusammen.

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