Christian-Albrechts-Universität zu Kiel KI-gestützte Pflegebedarfsplanung für Schleswig-Holstein

Von Nicola Hauptmann 2 min Lesedauer

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Pflegebedarfe nach Regionen voraussagen? Schleswig-Holstein will das möglich machen. Die Landesregierung arbeitet dazu gemeinsam mit der CAU an einer KI-gestützten Pflegebedarfsplanung – und fördert das Projekt mit rund 500.000 Euro.

Dirk Schrödter, Digitalisierungsminister und Chef der Staatskanzlei des Landes Schleswig-Holstein.(©  Frank Peter)
Dirk Schrödter, Digitalisierungsminister und Chef der Staatskanzlei des Landes Schleswig-Holstein.
(© Frank Peter)

Der steigende Pflegebedarf ist absehbar, aber wie sich dieser Bedarf in einzelnen Regionen tatsächlich gestalten wird, lässt sich schwer sagen, wenn Daten nur dezentral und zeitverzögert verfügbar sind. In Schleswig-Holstein entwickelt die Landesregierung deshalb in Kooperation mit der Christian-Albrechts-Universität (CAU) zu Kiel eine digitale Pflegebedarfserhebung mit Frühwarnsystem – konzipiert als KI-gestütztes, lernendes System.

Digitalisierungsminister Dirk Schrödter und Sozialministerin Aminata Touré haben sich am 22. Januar 2026 über den Stand des auf drei Jahre angelegten Projekts informiert und Förderbescheide über rund 500.000 Euro an die CAU übergeben.

Für den Aufbau des neuen Systems werden Datensätze, etwa aus Kommunen, Pflegeeinrichtungen und Landesbehörden zusammengeführt und kontinuierlich aktualisiert. Im Teilprojekt Pflege-Prognose+ entwickelt das Projektteam KI-gestützte Modelle zur fortlaufenden Prognose der Pflegebedarfe. Dieses Vorhaben fördert die Staatskanzlei – nach der KI-Richtlinie des Landes – mit rund 400.000 Euro. Das zweite Teilprojekt, Pflege-Monitor+, visualisiert die Daten und Prognosen in einem Dashboard und wird mit einer Fördersumme von rund 100.000 Euro durch das Sozialministerium unterstützt.

„Mit der KI-gestützten Pflegebedarfsplanung starten wir in Schleswig-Holstein ein Leuchtturm-Projekt, das bundesweit einzigartig ist“, erklärt Schleswig-Holsteins Sozialministerin Aminata Touré .

Aminata Touré, Ministerin für Soziales, Jugend, Familie, Senioren, Integration und Gleichstellung in Schleswig-Holstein.(Bild:  © 2022 Frank Peter)
Aminata Touré, Ministerin für Soziales, Jugend, Familie, Senioren, Integration und Gleichstellung in Schleswig-Holstein.
(Bild: © 2022 Frank Peter)

Als Sozialministerin sei ihr Ziel „weiße Flecken“ in der Pflegelandschaft zu identifizieren und Kommunen, Pflegeeinrichtungen und Landesbehörden dynamische Daten für mehr Planungssicherheit zur Verfügung zu stellen. Über das Dashboard könnten „Entwicklungen, beispielsweise demografische Veränderungen, regionale Unterschiede oder Krankheitswellen, frühzeitig und passgenau in Entscheidungen berücksichtigt werden“.

„Als Land bringen wir die Künstliche Intelligenz vor allem dort voran, wo es Wettbewerbsvorteile hat. Dazu gehört unser starkes Netzwerk Medizin und Gesundheitswesen, das gleichzeitig Innovationsmotor für den gesamten Digitalstandort Schleswig-Holstein ist“, sagte Digitalisierungsminister Dirk Schrödter. Das Projekt zeige anschaulich, dass neben Patienten und Pflegeeinrichtungen eben auch Land und Kommunen von dieser Entwicklung sowie den konkreten KI-Anwendungen profitierten.

Das Projekt leiste einen wichtigen Beitrag für die Voraussage von Pflegebedarfen und habe daher eine direkte Wirkung für die Menschen in Schleswig-Holstein, so Prof. Eckhard Quandt, Vizepräsident für Forschung, wissenschaftliche Infrastruktur und Transfer an der CAU. „Darüber hinaus ist es ein weiterer wichtiger Schritt in der Forschung, wie wir Methoden Künstlicher Intelligenz weiterentwickeln und nutzen können.“

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