Aus Text und Sprache KI-Plattform generiert strukturierte Gesundheitsdaten

Von Stephan Augsten 2 min Lesedauer

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Der dänische KI-Spezialist Corti hat eine Plattform entwickelt, die klinische Informationen aus Sprache und Text extrahiert und strukturiert bereitstellt. Modulare Softwareagenten automatisieren damit komplexe Prozesse von der medizinischen Kodierung bis zur direkten EHR-Integration.

Als zentrale, gleichzeitig aber optionale Komponente der KI-Plattform von Corti kann FactsR strukturierte Daten aus dem gesprochenen und geschriebenen Wort generieren.(Bild:  Corti / Youtube)
Als zentrale, gleichzeitig aber optionale Komponente der KI-Plattform von Corti kann FactsR strukturierte Daten aus dem gesprochenen und geschriebenen Wort generieren.
(Bild: Corti / Youtube)

Unter Verweis auf eine Nature-Studie berichtet Corti, dass unstrukturierte Gesundheitsdaten als eines der größten Hindernisse für eine skalierbare medizinische KI gelten. Diesem Problem will der dänische KI-Spezialist mit einer Plattform begegnen, die klinische Informationen aus Sprache und Text automatisiert zu strukturierten, maschinenlesbaren Entitäten modelliert.

Zentrale Komponente der Plattform ist das Werkzeug FactsR, das relevante medizinische Informationen aus unstrukturierten Quellen extrahieren kann, sie kontextbezogen speichert und über eine API wiederverwendbar macht. Da die Fakten laut Anbieter unabhängig voneinander modelliert sind, könnten Entwickler diese gezielt abfragen und für nachgelagerte Prozesse nutzen. Die Informationen blieben im ursprünglichen Kontext verankert und jederzeit nachvollziehbar.

Modulare Agenten automatisieren klinische Workflows

Auf Basis dieser strukturierten Fakten hat Corti anschließend spezialisierte Softwareagenten entwickelt, die als Dienste innerhalb der klinischen Workflows in Echtzeit auf relevante Inhalte reagieren. Ein Kodierungsagent beispielsweise übernimmt die medizinische Verschlüsselung ohne starre Klassifikationen. Corti zufolge nutzt der Assistent externe Wissensdatenbanken und Suchmechanismen, um auch seltene und komplexe Fälle korrekt abzubilden. Dies ermöglicht präzisere Kodierungen als mit klassischen KI-Modellen.

Ein Formularagent wiederum verarbeitet strukturierte Informationen in Kombination mit FHIR-kompatiblen Fragebögen. Er erstellt automatisch vollständige Antwortressourcen inklusive Auswahlfeldern und kodierten Einträgen. Teil der modularen Plattform ist außerdem ein FHIR-Agent, der die vom EHR-Server bereitgestellten Capability Statements verarbeitet. Diese dokumentieren maschinenlesbar, welche Funktionen das jeweilige System unterstützt. Mit den strukturierten Fakten bereitet der Agent Daten so auf, dass sie dem erwarteten Format des EHR-Systems entsprechen. Die Informationen werden über definierte Endpunkte direkt in das System übermittelt oder zur Weiterverarbeitung bereitgestellt.

Alle Aktionen innerhalb der Agentenprozesse bleiben laut Corti nachvollziehbar, auditierbar und klinisch interpretierbar. FactsR sei dabei keine zwingende Voraussetzung, die Agenten könnten auch mit anderen Datenquellen arbeiten, verspricht der Anbieter. Die Module ließen sich domänenspezifisch erweitern und nahtlos in bestehende Systeme integrieren.

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