Digitale Unterstützung im Behandlungszimmer KI-Sprechstundenassistent übernimmt die Dokumentation

Von Serina Sonsalla 2 min Lesedauer

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Während Ärztinnen und Ärzte sich mehr auf das Patientengespräch konzentrieren können, hört die KI im Hintergrund zu – so funktioniert der KI-Sprechstundenassistent von Doctolib in der Praxis.

Aufgrund der hohen Nachfrage von Medizinern wurde der KI-Sprechstundenassistent in die Praxissoftware und das Patientenmanagement integriert, erklärte die Produktchefin Maud Pennaneac'h.(Bild: ©  Song_about_summer – stock.adobe.com)
Aufgrund der hohen Nachfrage von Medizinern wurde der KI-Sprechstundenassistent in die Praxissoftware und das Patientenmanagement integriert, erklärte die Produktchefin Maud Pennaneac'h.
(Bild: © Song_about_summer – stock.adobe.com)

„Ich kann mich während der Konsultation voll auf das Gespräch konzentrieren, ohne nebenbei Notizen zu machen“, sagte der Berliner Allgemeinarzt Dr. Gilbert Büchner. Denn künstliche Intelligenz unterstützt bekanntlich bei Dokumentationen und Schreibarbeiten – das kommt nun den Ärztinnen und Ärzten während der Sprechstundenzeiten zu Gute. Eine eigenständige KI-Lösung wird von Doctolib eingeführt, die mit dem KI-Sprechstundenassistent ihr Portfolio erweitert – und zwar als Teil des Doctolib-Patientenmanagements.

„Ich glaube, der große Vorteil liegt jetzt nicht nur in der Zeitersparnis, sondern wirklich in diesem Punkt, den man als Arzt ja auch gerne mal aus den Augen verliert: diese Zuwendung zum Patienten”, erklärte Büchner. Der Assistent unterstützt Ärztinnen und Ärzte, indem Patientengespräche mithilfe von KI aufgezeichnet, dokumentiert und zusammengefasst werden. Fachkräfte können die Dokumentation dann bei Bedarf anpassen und bestätigen.

Für die Praxen liegen die Vorteile auf der Hand: Arbeitserleichterung, Zeitersparnis, und dafür mehr Zeit für den Patienten. Denn bisher wird in den meisten Arztpraxen noch viel Arbeitszeit für die Administration und Dokumentation aufgewendet. Der KI-Sprechstundenassistent wurde innerhalb einer Studie getestet und mit über 500 Ärzten unterschiedlicher Fachrichtungen entwickelt. Die Ergebnisse der von September bis November 2025 durchgeführten Studie zeigten, dass eine Zeitersparnis von etwa 80 Prozent erreicht werden konnte. Die Dokumentationszeit sank beispielsweise von zweieinhalb Minuten, per Hand, auf nur noch 30 Sekunden. Dies führe zu einem täglichen Zeitgewinn von etwa zwei Stunden.

So funktioniert der Sprechstundenassistent

Zu Beginn erfordert die Aufzeichnung die Einwilligung des Patienten. Danach startet die Gesprächsaufnahme über den PC oder ein externes Mikrofon. Ab hier können sich die Fachkräfte auf das Gespräch mit dem Patienten konzentrieren, während die KI im Hintergrund zuhört. Der Inhalt wird in Echtzeit analysiert. Anschließend wird eine Zusammenfassung aus den relevanten Informationen erstellt, inklusive Anamnese, Befund und Behandlungsplan. Nach Prüfung und Bestätigung durch den Arzt, kann die Dokumentation direkt in die Patientenakte übertragen werden. Dies geschieht nun entweder über die Doctolib-Praxissoftware und einer „Ein-Klick-Validierung“ – hier schlägt die KI zudem passende ICD-10-Codes vor – oder per Copy-Paste: Praxen mit anderen Systemen können diese Zusammenfassungen von nun an einfach kopieren und in alle weiteren Systeme oder Patientenakten übertragen. Die digitale Lösung ist zudem mit einer Übersetzungsfunktion ausgestattet: Bei fremdsprachigen Patientengesprächen erstellt die KI automatisch eine deutschsprachige Zusammenfassung für das medizinische Fachpersonal.

Laut des europäischen Health-Tech-Unternehmens Doctolib erfolgt die Verarbeitung der Gesundheitsdaten DSGVO-konform. Die Daten werden auf deutschen sowie französischen Servern gespeichert. Eine Weitergabe von Patientendaten an Dritte ist ausgeschlossen; die Kontrolle verbleibt beim behandelnden Arzt.

Der Assistent ist derzeit für fast alle Fachgruppen vorhanden: Allgemeinmedizin, Dermatologie, Gynäkologie, HNO, Kardiologie, Neurologie, Orthopädie, Pädiatrie, Psychiatrie und medizinische Psychotherapie und Urologie. Auch eine Erweiterung auf die Zahnmedizin und weitere Gesundheitsberufe soll noch in diesem Jahr folgen.

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