Elektronische Patientenakte

Mehrwert für die ePA

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Zweitmeinung einholen

Patienten oder Ärzte könnten allein über die Datenfreigabe in der ePA um eine Zweitmeinung bitten. Wenn der angefragte Mediziner die Begutachtung abrechnen kann, ohne dass die Patientin zu ihm in die Praxis oder Klinik kommen muss, wäre dies sogar bundesweit ohne großen Reiseaufwand möglich. Anschließend kann der Arzt oder die Ärztin immer noch entscheiden, ob ein persönlicher Besuch sinnvoll ist.

Integrierte Videosprechstunde mit Datenfreigabe

Zwar setzt der Staat schon kurzfristig auf die telemedizinische Versorgung, um neben den physischen auch die digitalen Pfade zu etablieren. Die Integration einer Arztsprechstunde per Video in die ePA ist bislang nicht geplant. Dabei läge der größte Mehrwert in folgendem Szenario: Die Laborergebnisse einer Blutuntersuchung werden einem Patienten direkt in die ePA gespielt. Anstelle eines physischen Termins, kann er direkt über die ePA ein Videogespräch mit der Ärztin anfordern, um über die Labor­ergebnisse zu sprechen. Einige gute Gesundheitsplattformen bieten die Patient-zu-Arzt-Kommunikation in der integrierten Versorgung bereits an. Das fördert auch die Adhärenz und den Erfolg der Therapie, denn Patienten bekommen den Eindruck, sich aktiv an ihrem Genesungsprozess zu beteiligen. Außerdem spart es für sie Zeit und lästige Anfahrtswege für Gespräche, die nicht in physischer Form stattfinden müssen. Auch auf Seiten des medizinischen Personals spart es Zeit und Mediziner können sich auf die Fälle konzentrieren, die einer physischen Behandlung bedürfen.

Zugriff auf Notfalldaten für lebensbedrohliche Krankheitsbilder

Eine Typ A Aortendissektion (Einriss der inneren Wandschicht der Aorta) beispielsweise kann unbehandelt binnen weniger Stunden tödlich enden. Leider können Notfallmediziner die Aortendissektion leicht als Herzinfarkt fehlinterpretieren. Eine daraus resultierende falsche Erstbehandlung kostet wertvolle Zeit und kann den Zustand der Patienten schlimmstenfalls sogar verschlechtern.

Schnell verfügbare Informationen über bereits identifizierte Aortenerkrankungen oder andere Vorerkrankungen des Patienten können die Diagnose und Ersttherapie deshalb entscheidend verbessern. Die in der ePA hinterlegten Daten könnten beispielsweise in Form eines Notfallstickers zur Verfügung gestellt werden. Nutzer können ihn auf ihr Smartphone kleben oder Motorradfahrer auf ihren Helm. Der Sticker trägt einen QR-Code, über ihn kann jeder Ersthelfer alle lebenswichtigen Informationen abrufen. Das Deutsche Herzzentrum Berlin (DHZB) bietet in Kooperation mit dem Gesundheitskonto DoctorBox bereits solche Notfallsticker an.

Beispiel: DoctorBox

Die DoctorBox bietet die Speicherung der Gesundheitsdaten auch für große Dateien wie MRT- und Röntgenbilder an. Sie besitzt eine integrierte Videosprechstunde, die die Patient-zu-Arzt-Kommunikation anbietet und umgekehrt. Auch Symptomchecker, individualisierte Medikationsmanager und Notfallausweise sind vorhanden. Neben Leistungserbringern werden auch Heilmittelerbringer angebunden, sodass die komplette Patient Journey abbildbar ist.

www.doctorbox.de

Gesundheitsplattformen müssen mit ePA ­verschmelzen

Die Digitalisierungsstrategie des Bundes tut ihr Bestes, um den veränderten Anforderungen von Patienten gerecht zu werden und die drohende Versorgungslücke bedingt durch den Ärztemangel aufzufangen. Aber genauso wichtig ist es, die Beteiligten nicht mit einem Sammelsurium an einzelnen Gesundheitsapps zu konfrontieren. Wir brauchen Angebote, die möglichst alles in einer App bündeln. Erste Gesundheitsplattformen sind hier auf einem guten Weg. Die ­Digitalisierung des Gesundheitssystems würde daher einen großen Schritt vorankommen, wenn der Staat nicht alles alleine macht, sondern die ePA Schnittstellen für ­Gesundheitsanwendungen der ­Privatwirtschaft bekommt.

Dr. med. Oliver Miltner
niedergelassener Arzt & Gründer und CEO von DoctorBox

Bildquelle: DoctorBox

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