Ambiente Assistenz in der Dokumentation Microsoft Dragon Copilot deutschlandweit verfügbar

Von Nicola Hauptmann 3 min Lesedauer

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Nach Pilotprojekten an der Berliner Charité und vier weiteren Kliniken steht der KI-basierte Assistent Microsoft Dragon Copilot ab 7. Oktober für Kliniken in ganz Deutschland zur Verfügung.

Dr. Alexander Meyer, Professor für Künstliche Intelligenz in der Medizin an der Charité und Chief Medical Information Officer am Deutschen Herzzentrum, und Dr. Markus Vogel, Chief Medical Information Officer bei Microsoft (v. l.)(Bild:  David Ausserhofer)
Dr. Alexander Meyer, Professor für Künstliche Intelligenz in der Medizin an der Charité und Chief Medical Information Officer am Deutschen Herzzentrum, und Dr. Markus Vogel, Chief Medical Information Officer bei Microsoft (v. l.)
(Bild: David Ausserhofer)

Dokumentation von Patientengesprächen ist unverzichtbar – jedoch auch zeitraubend und kann Patienten irritieren. Diese fühlen sich weniger wahrgenommen, wenn Arzt oder Ärztin während des Gesprächs ständig in den Computerbildschirm schauen und mitschreiben.

Mit dem Einsatz des KI-Assistenten Microsoft Dragon Copilot soll sich das ändern. Der KI-Assistent erfasst die Gespräche per Raummikrofon oder Smartphone. In der Anwendung kommt neben dem Dragon Ambient eXperience (DAX) Copilot die Spracherkennungs- und Diktierfunktion von Dragon Medical One (DMO) zum Einsatz. Verknüpft mit generativer KI und „auf das Gesundheitswesen abgestimmten Datenschutzmechanismen“ lassen sich so automatisiert Befunde und Gesprächsdokumentationen erstellen, die dann von den Ärzten nur noch geprüft werden müssen. Ab dem 7. Oktober ist der KI-Assistent in Deutschland verfügbar.

Vorausgegangen sind Tests in mehreren Kliniken: an der Charité – Universitätsmedizin Berlin, dem Universitätsklinikum Mannheim, dem Klinikum Stuttgart, dem Klinikum Region Hannover und am BG Klinikum Bergmannstrost Halle (Saale). Insgesamt seien so tausende von Patientengesprächen aufgezeichnet worden, so der Anbieter. Die Bewertungen fielen demnach positiv aus. So wird unter anderem Dr. med. Christian Dumpies, Leitender Arzt Interdisziplinäres Notfallzentrum und Belegungsmanagement am BG Klinikum Bergmannstrost Halle (Saale), zitiert: „Die Notaufnahme ist der Seismograf unseres Gesundheitssystems – hier offenbart sich der Kollaps zuerst. Ambient-KI-Spracherkennung hat das Potenzial, die Dokumentationslast radikal zu reduzieren und den Informationsfluss zu standardisieren, ohne das Arzt-Patienten-Gespräch zu stören.“ So gewinne man Effizienz, Sicherheit und vor allem Zeit für den Menschen.

Dr. Alexander Meyer, Professor für Künstliche Intelligenz in der Medizin an der Charité und Chief Medical Information Officer am Deutschen Herzzentrum bestätigt: „Unsere Auswertungen zeigen, dass sich der Dokumentationsaufwand für das ärztliche Personal mit der neuen Technologie tatsächlich deutlich reduziert hat.“ Auch das Feedback der Patientinnen und Patienten sei durchweg positiv gewesen.

Nähere Einblicke gab es bei einem Pressegespräch in Berlin: Dr. Markus Vogel, Chief Medical Information Officer bei Microsoft, stellte die Anwendung in einer Live-Demonstration vor und Prof. Dr. Alexander Meyer berichtete über die Erfahrungen aus der Preview-Phase – und durchaus von einer Lernkurve: So seien, nach hohen anfänglichen Erwartungen, die Teilnehmerzahlen zunächst zurückgegangen, es kam zu Halluzinationen, der Dokumentationsstil passte nicht sofort. Neben den technischen Anpassungen gab es auch Nachschulungen, wie Meyer berichtete, und Anpassungen in der Dokumentation, zum Beispiel müssen die Befunde einer Untersuchung entsprechend mündlich formuliert werden, damit der KI-Assistent sie aufzeichnen kann. Im Ergebnis seien die Nutzungszahlen seit Juli „dramatisch nach oben gegangen“ – mit dem Feedback: „Das kann ein Gamechanger sein.“

Auf die Frage zum Datenschutz wurde die Konformität zu DSGVO und EU AI Act betont, das System sei innerhalb der EU aufgesetzt. Warum die Entscheidung für die Microsoft-Lösung fiel, erklärte Prof. Dr. Meyer damit, dass es im deutschen Markt noch gar nicht so viele Start-ups gebe, Microsoft beim Support ein verlässlicher Partner sei, daher habe man sich für die Private Preview entschieden, was nicht heiße, dass es, wenn es wirklich zu einer Ausschreibung komme, auch Microsoft wird. „Aber so haben wir Erfahrung sammeln können mit ambienter Intelligenz und können für uns im Resümee sagen, dass das definitiv hilft. und den Weg wollen wir weiter gehen“.

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