Berliner Feuerwehr und Vivantes Notfalldaten direkt aus dem Rettungswagen

Von Nicola Hauptmann 2 min Lesedauer

Kein Drucken, kein Scannen, kein Zeitverlust – die Rettungskräfte der Berliner Feuerwehr senden Notfalldokumentation und Patientendaten noch während der Fahrt automatisch an die Kliniken. Damit werden nicht nur die Patienten besser versorgt, sondern auch Rettungsdienst und Notaufnahmen entlastet.

Die Rettungsfahrten sind schnell, die Daten sind schneller: Noch vor Eintreffen der Patienten erhalten die Notaufnahmen alle wichtigen Informationen.(© Tobias Seeliger – stock.adobe.com)
Die Rettungsfahrten sind schnell, die Daten sind schneller: Noch vor Eintreffen der Patienten erhalten die Notaufnahmen alle wichtigen Informationen.
(© Tobias Seeliger – stock.adobe.com)

Bei Rettungseinsätzen zählt jede Minute. Früher verloren Ärzte und Sanitäter in den Berliner Vivantes-Kliniken wertvolle Zeit, weil in den Notaufnahmen die Protokolle und Patientendaten von den Tablets der Rettungskräfte erst noch ausgedruckt, wieder eingescannt und ins Klinikverwaltungssystem eingepflegt werden mussten. In einem gemeinsamen Projekt von Vivantes und der Berliner Feuerwehr wurde dieser Prozess daher automatisiert und digitalisiert. Die neue Technologie zur Datenübertragung direkt aus dem Rettungswagen wurde nach erfolgreichem Test in der Rettungsstelle Friedrichshain in allen Notaufnahmen von Vivantes eingeführt. Konkret heißt das: Wichtige klinische Informationen, zum Beispiel Vitalzeichen, EKG und Anmeldediagnose, werden noch während der Fahrt direkt ins Krankenhausinformationssystem der aufnehmenden Klinik übermittelt.

Dabei ist der Datentransfer keine Einbahnstraße, denn nach der Behandlung werden die Daten an die Feuerwehr zurückgespielt. Diese kann dann zum Beispiel erkennen, ob die Erstdiagnose und -behandlung richtig waren und ob das passende Krankenhaus ausgewählt wurde. „Mit der Etablierung des Datentransfers haben wir eine deutliche Qualitätssteigerung in der Notfallrettung erzielen können“, resümiert Landesbranddirektor Dr. Karsten Homrighausen.

Das gemeinsame Projekt mit der Berliner Feuerwehr demonstriere sehr anschaulich das Potenzial der Digitalisierung im Gesundheitswesen, sagt Dr. Johannes Danckert, Vorsitzender der Geschäftsführung von Vivantes.

Nicht nur Patientinnen und Patienten profitieren von der schnelleren und besseren Versorgung, laut Berechnungen wird auch der Aufwand in den Notaufnahmen reduziert: Ausgehend von rund 105.000 Rettungsdienst-Anfahrten werden durch die digitale Datenübertragung rund 210.000 Seiten Papier eingespart sowie 1.750 Arbeitsstunden – das entspricht der Arbeitszeit einer Vollzeit-Arbeitskraft pro Jahr. Auch für die Rettungswagen geht es schneller. Selbst wenn man nur 3 Minuten Zeitersparnis annimmt, summiert sich das in der Hochrechnung, etwa auf 5.250 Stunden pro Jahr. Oder wie Karsten Homrighausen sagt: Die „Mangelressource ‚Rettungswagen‘ steht zügiger für weitere Notfälle zur Verfügung“.

Die digitale Datenübertragung soll künftig auch auf Rettungshubschrauber sowie die Rettungsdienste in benachbarten Brandenburger Landkreisen ausgeweitet werden.

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