Projekt EDITCare in Greifswald und Rostock Pflegende entlasten: Helpchat-App wird in Krankenhäusern evaluiert

Von Nicola Hauptmann 2 min Lesedauer

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Patientenklingel 2.0: Im Projekt EDITCare wird derzeit eine App evaluiert, mit der Patienten ihre Anliegen an die Pflegekräfte übermitteln können. Pflegekräfte sollen damit entlastet werden und besser planen können.

Pflegende nutzen die Helpchat-App. (© Medventi GmbH)
Pflegende nutzen die Helpchat-App.
(© Medventi GmbH)

Meldet sich ein Patient oder eine Patientin per Klingelzeichen aus dem Krankenzimmer, müssen Pflegekräfte zunächst vor Ort klären, welche Hilfe benötigt wird, etwa Unterstützung bei der Körperpflege, Schmerzmittel oder ein Glas Wasser. Und meistens schließt sich dann ein zweiter Gang ins Patientenzimmer an. Mit der App Helpchat, die speziell für diesen Anwendungsfall entwickelt wurde, können Patienten dagegen ihre Anliegen direkt auswählen und per Klick auf das jeweilige Icon an das Pflegepersonal weitergeben. Sie wählen zunächst den jeweiligen Bereich aus wie zum Beispiel Getränke, Schmerzen oder Schlaf und dann ihr konkretes Anliegen – ebenfalls mit kurzem Text und anschaulichen Icons symbolisiert. Die Pflegekräfte sehen also sofort, warum es geht und können ihre Arbeit besser planen und die einzelnen Aufgaben nach Dringlichkeit priorisieren – ohne doppelte Laufwege.

Erste Erfahrungen legen nahe, dass sich der Arbeitsstress für Pflegende mit dem Einsatz der App verringern lässt. Im Verbundprojekt EDITCare soll diese Wirkung nun evaluiert werden: „Wir prüfen, ob weniger Laufwege in der Pflege wirklich zu weniger Erschöpfung und letztlich zu höherer Zufriedenheit im Job führen“, fasst Konsortialleiter Prof. Dr. Steve Strupeit, Direktor des Instituts für Pflegewissenschaft und interprofessionelles Lernen der Universitätsmedizin Greifswald, zusammen. Neben der Menge der Wege könne durch die App auch die Dringlichkeit besser eingeschätzt werden, auch das trage vermutlich zu einer höheren Arbeitszufriedenheit bei.

Das Projekt EDITCare

Projektpartner im Verbundprojekt EDITCare sind:
Universitätsmedizin Greifswald, Institut für Pflegewissenschaft und interprofessionelles Lernen;
Universität Greifswald, Institut für Psychologie;
Universitätsmedizin Rostock, Klinik und Poliklinik für Mund-, Kiefer- und plastische Gesichtschirurgie;
Institut für angewandte Versorgungsforschung Berlin;
Medventi GmbH (Rostock) und
Techniker Krankenkasse MV.
Der G-BA Innovationsfonds fördert das Projekt über drei Jahre mit rund 4,9 Millionen Euro.

Nachdem die App auf zwei Stationen der Universitätsmedizin Greifswald (UMG) getestet wurde, wird sie jetzt in deutlich größerem Umfang in der UMG, im zugehörigen Kreiskrankenhaus Wolgast und der Universitätsmedizin Rostock eingeführt und evaluiert. Dazu werden in einer clusterrandomisierten kontrollierten Studie verschiedene Stationen mit und ohne Einsatz von Helpchat verglichen – zum Beispiel in Bezug auf Laufwege, Belastung und Zufriedenheit der Pflegefachkräfte, aber auch Zufriedenheit der Patientinnen und Patienten, wie Juniorprofessor Dr. Samuel Tomczyk vom Institut für Psychologie der Universität Greifswald erklärt. Die Universität ist dabei für die qualitative und quantitative Evaluation verantwortlich und das Institut für angewandte Versorgungsforschung Berlin für die gesundheitsökonomische Bewertung. Das Projekt läuft bis November 2027.

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