Hausarztpraxen: Bayern und Rheinland-Pfalz testen neues Konzept HÄPPI-Konzept macht Schule: Bayern fördert Modellprojekt, RLP plant für Juli

Von Nicola Hauptmann 2 min Lesedauer

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Nach der Pilotierung in Baden-Württemberg testen weitere Bundesländer das neue Teampraxismodell: In Bayern fördert das Gesundheitsministerium ein Modellprojekt nach dem Vorbild von HÄPPI und auch in Rheinland-Pfalz laufen schon die Vorbereitungen für ein Pilotprojekt.

HÄPPI steht für „Hausärztliches Primärversorgungszentrum – Patientenversorgung Interprofessionell“. Kernpunkte sind Patientenzentrierung, stärkere Einbindung nichtärztlicher Fachkräfte und Digitalisierung.(Bild:  maxsim – stock.adobe.com)
HÄPPI steht für „Hausärztliches Primärversorgungszentrum – Patientenversorgung Interprofessionell“. Kernpunkte sind Patientenzentrierung, stärkere Einbindung nichtärztlicher Fachkräfte und Digitalisierung.
(Bild: maxsim – stock.adobe.com)

In Bayern ist ein neues Modellprojekt zur hausärztlichen Versorgung gestartet: ein Teampraxismodell nach dem Vorbild des HÄPPI-Konzepts, gefördert durch das Landesgesundheitsministerium. Den Förderbescheid über rund 650.000 Euro hat Bayerns Gesundheitsministerin Judith Gerlach am 16. Mai an den Bayerischen Hausärzteverband übergeben. Sieben Hausarztpraxen aus unterschiedlichen Regierungsbezirken werden über drei Jahre an dem Projekt teilnehmen.

Das HÄPPI-Konzept

HÄPPI steht für „Hausärztliches Primärversorgungszentrum – Patientenversorgung Interprofessionell“. Der Hausärztinnen- und Hausärzteverband hat das Versorgungskonzept gemeinsam mit der Universität Heidelberg entwickelt, um die Patientenversorgung zu verbessern und Hausärztinnen und Hausärzte zu entlasten. Drei Kernpunkte charakterisieren den Ansatz:

  • Die Arbeiten werden innerhalb des Praxis-Teams effizienter verteilt, indem nicht-ärztliche Fachkräfte verstärkt Aufgaben in der Patientenversorgung übernehmen;
  • mittels digitaler Tools werden Praxismanagement und Patientenversorgung optimiert und somit effizienter.
  • Patientenzentrierung: Die vernetzte, auch hybride Versorgung, wird über die Hausarztpraxis gebündelt. Über Patient-Reported-Outcomes werden Rückmeldungen der Behandelten zur Therapiewirkung erfasst.

Die wissenschaftliche Begleitung übernimmt das Institut für Allgemeinmedizin der Universität Augsburg. Untersucht werden soll unter anderem, ob die neuen Prozesse gut in den Praxisalltag integriert werden können und ob sie zur Zufriedenheit der Praxisteams sowie der Patientinnen und Patienten beitragen. „Mit dem Teampraxismodell soll ein innovatives und zukunftsweisendes Versorgungsmodell erprobt und dabei auch die Lotsenfunktion der Praxen weiter gestärkt werden“, erläutert die Ministerin. Langfristig solle „ein regionales und sektorenübergreifendes Netzwerk entstehen, das den Hausarztpraxen hilft, die Patienten gemeinsam bestmöglich medizinisch zu versorgen“, so Gerlach weiter. Ziel sei es, solche Team-Konzepte in ganz Bayern zu etablieren.

Pilotierung in Baden-Württemberg

Pilotiert wurde das HÄPPI-Modell ab Juli 2024 in zehn Praxen in Baden-Württemberg, unterstützt vom Hausärzteverband Baden-Württemberg und der AOK Baden-Württemberg sowie wissenschaftlich begleitet von der Universität Heidelberg. Dabei wurde geprüft, ob das Konzept machbar, für unterschiedliche Praxisgrößen anwendbar und ob die Art der Unterstützung während der Pilotierung geeignet ist. Alle drei Fragen konnten positiv beantwortet werden. Die Teilnehmenden erlebten die durch das Projekt angestoßene Digitalisierung in den Praxen mehrheitlich als Entlastung und – man kann die Wortspiele mit „happy“ mögen oder auch nicht – das neue Konzept trug durch regelmäßige, wertschätzende Kommunikation und klare Rollenverteilung auch zu einer höheren Arbeitszufriedenheit bei.

Die Ergebnisse der Evaluierung wurden auf dem baden-württembergischen Hausärztetag am 14. März 2025 in Stuttgart vorgestellt.

Rheinland-Pfalz plant Erprobung ab Juli

In Rheinland-Pfalz soll das HÄPPI-Konzept ab Juli in sechs Pilotpraxen und unter wissenschaftlicher Begleitung für sechs Monate erprobt werden. Dabei stehen Change Management und die Integration digitaler Tools und interprofessioneller Teamarbeit in den Praxisalltag im Fokus. Getragen wird das Projekt durch Förderungen des Ministeriums für Wissenschaft und Gesundheit Rheinland-Pfalz, durch die AOK Rheinland-Pfalz/Saarland sowie den Hausärzteverband Rheinland-Pfalz. Die Ergebnisse der Evaluierung sollen in ein Best-Practice-Handbuch einfließen.

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