Deutsche Gesellschaft für Telemedizin Telemonitoring in neuer Größenordnung: Positionspapier der DGTelemed

Aktualisiert am 07.06.2024 Von Nicola Hauptmann 3 min Lesedauer

Die DGTelemed hat beim Nationalen Fachkongress Telemedizin ein neues Positionspapier vorgestellt. Darin zusammengefasst sind Forderungen zu Skalierung und Strukturaufbau für Telemonitoring sowie zur sektorenübergreifenden Vernetzung durch Telekooperationen. Zudem wurde der Vorstand neu besetzt.

Der Vorstand der DGTelemed wurde im Juni 2024 neu gewählt.(© DGTelemed)
Der Vorstand der DGTelemed wurde im Juni 2024 neu gewählt.
(© DGTelemed)

Welche Voraussetzungen sind nötig, um Telemonitoring im Versorgungsalltag zu integrieren und wie kann Telemedizin zum Enabler der Krankenhausreform werden? Mit diesen Fragen setzt sich die Deutsche Gesellschaft für Telemedizin (DGTelemed) in einem neuen Positionspapier auseinander, das in einem Pressegespräch beim Nationalen Fachkongress Telemedizin vorgestellt wurde. „Als DGTelemed fordern wir den Aufbau professioneller Strukturen, um das Telemonitoring in wirtschaftlichere und qualitätsorientierte Größenordnungen zu bringen“, erklärte der stellvertretende DGTelemed-Vorstandsvorsitzende Günter van Aalst. Als entscheidender Faktor dafür werden im Positionspapier leistungsfähige Telemedizinzentren (TMZ) ausgewiesen: Durch Skaleneffekte könnten TMZ leichter eine hohe Prozessqualität erhalten und Fallkosten reduzieren. In den Zentren sollten Daten in relevanten Größenordnungen gesammelt und ausgewertet werden können; TMZ hätten zudem die Möglichkeit, Methoden der Künstlichen Intelligenz für Datenanalysen zu implementieren.

Eine weitere Forderung bezieht sich auf die Zulassung: Telemonitoring, bislang zugelassen für die Behandlung von Herzinsuffizienz, sollte auf weitere Indikationen ausgeweitet und in die bestehenden Disease-Management-Programme aufgenommen werden.

Sektorenübergreifende Vernetzung der Krankenhäuser gefordert

DGTelemed-Vorstandsvorsitzender Prof. Dr. med Gernot Marx verwies im Pressegespräch auf den mit der Krankenhausreform einhergehenden Strukturwandel und die Spezialisierung der Leistungen: „Telemedizinische Vernetzung ist ein wesentlicher Faktor, um diesen Herausforderungen zu begegnen und zukünftig eine flächendeckend hohe Versorgungsqualität zu gewährleisten.“ Es müssten allerdings bessere Voraussetzungen für die Etablierung geschaffen werden. Um Krankenhäuser und Krankenhausträger bei der Recherche nach geeigneten Lösungen besser zu unterstützen, wird eine herstellerunabhängige Beratung, vorgeschlagen, die „gestützt durch einen transparenten Kriterienrahmen und ein fachlich fundiertes Bewertungsportfolio“ sektorenübergreifend beraten kann.

Zum Positionspapier der DGTelemed

Der neue Vorstand der DGTelemed

In ihrer Mitgliederversammlung am 5. Juni hat die Deutsche Gesellschaft für Telemedizin (DGTelemed) den Vorstand neu gewählt. An der Spitze stehen weiterhin Prof. Dr. med. Gernot Marx, FRCA, Direktor der Klinik für Operative Intensivmedizin und Intermediate Care an der Uniklinik RWTH Aachen, sowie Günter van Aalst, Chief Strategy Officer, Vorstandsmitglied und Sprecher des Innovationszentrums Digitale Medizin (IZDM) der Uniklinik RWTH Aachen (Stellvertreter). Die weiteren Vorstandsmitglieder sind:

  • Dr. med. Franz Bartmann, Ehemaliger Präsident der Ärztekammer Schleswig-Holstein
  • Rainer Beckers, Geschäftsführer ZTG Zentrum für Telematik und Telemedizin GmbH
  • Dr. med. Sandra Dohmen, Oberärztin der Klinik für Operative Intensivmedizin und Intermediate Care, Bereichsleitung Telemedizin, Uniklinik RWTH Aachen
  • Dr. med. Daniel Dumitrescu, stellv. ärztliche Leitung des Instituts für Angewandte Telemedizin (IFAT), Herz- und Diabeteszentrum NRW, Bad Oeynhausen (HDZ NRW)
  • Annette Hempen, Geschäftsführerin des Ärztenetzes MuM – Medizin und Mehr eG, Bünde
  • Dr. med. Eimo Martens, Leiter des Telemedizin-Zentrums, Klinik und Poliklinik für Innere Medizin I, Klinikum rechts der Isar der Technischen Universität München
  • Prof. Dr. med. Christoph Schöbel, Leitung des Zentrums für Schlaf- und Telemedizin, Universitätsmedizin Essen – Ruhrlandklinik
  • Dr. med. Jan Anastassis Skuras, Hausarztpraxis und Kompetenzzentrum für Telemedizin, Vorstandsmitglied der Sächsischen Hausärztinnen- und Hausärzteverband SHÄV.

Mit Dank verabschiedet wurden die ehemaligen Vorstandsmitglieder: Prof. Dr. Britta Böckmann, Fachhochschule Dortmund; Prof. Dr. med. Neeltje van den Berg, Universitätsmedizin Greifswald Dr. med. Christoph Goetz, ehemals Kassenärztliche Vereinigung Bayern (KVB) und Reimund Siebers, ehemals städt. Krankenhaus Maria-Hilf Brilon gGmbH.

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