Digitale Mobilität im Gesundheitswesen Uber Health startet in Deutschland

Von Johannes Kapfer 2 min Lesedauer

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Mit einer neuen Plattformlösung möchte Uber die Koordination von Krankenfahrten neu denken. Als Zielsetzung stehen niedrigere Kosten sowie eine Verbesserung der Patientenversorgung im Raum.

Mit Uber Health möchte Uber den deutschen Healthcare-Sektor erschließen.(nosorogua - stock.adobe.com)
Mit Uber Health möchte Uber den deutschen Healthcare-Sektor erschließen.
(nosorogua - stock.adobe.com)

Das Gesundheitswesen in Deutschland steht vor signifikanten Herausforderungen. Dazu zählen neben Kapazitätsproblemen und komplexen Koordinationsprozessen nicht zuletzt das Problem ausgefallener Arzttermine. All dies wirkt sich negativ und vor allem messbar auf Behandlungserfolge aus. Mit seinem neuen Service „Uber Health“ möchte der Mobilitätsanbieter Uber Abhilfe schaffen. Die – speziell für das Gesundheitswesen entwickelte Plattform – ist von nun an auch in Deutschland verfügbar.

Fragmentierte Versorgung als zentrales Problem

„Mobilität ist ein entscheidender Faktor im Gesundheitswesen“, erklärt Joachim Marschal, Head of Uber for Business Deutschland. Bisher würden in der Branche kaum Technologien zur Verwaltung von Versorgungsplänen eingesetzt und die Prozesse seien oft isoliert voneinander organisiert. Daraus resultierten ineffiziente Abläufe, hohe Kosten und letztendlich eine schlechtere Patientenversorgung. An dieser Stelle setzt Uber Health an. Die Plattform soll es medizinischen Einrichtungen, Krankenkassen und anderen Beförderungsanbietern ermöglichen, Fahrten für Patienten, Pflegekräfte und medizinisches Personal zentral und effizient zu koordinieren. Hierbei verspricht Uber digitale, datenschutzkonforme und niederschwellige Abläufe für die Fahrgäste.

Funktion ohne App-Zwang

Als Herzstück von Uber Health fungiert ein Dashboard, über welches Koordinatoren Fahrten anfragen, verwalten und abrechnen können. Möglich sind sowohl spontane als auch bis zu 90 Tage im Voraus geplante Fahrten. Dabei wird vom System nach Einzel-, Rund- oder wiederkehrenden Fahrten unterschieden. Die Lösung wurde von Uber bewusst so konzipiert, dass Fahrgäste weder eine App noch ein Smartphone oder gar eine Kreditkarte benötigen. Die Fahrtdetails werden per SMS oder Festnetz-Anruf vor Fahrtantritt – in mehr als 20 Sprachen – übermittelt. Für Smartphone-Nutzer wird darüber hinaus ein zusätzlicher Link zur Fahrtverfolgung bereitgestellt, der das Auffinden des Fahrzeugs bei der Abholung erleichtern soll.

Datenbasierte Optimierung der Versorgung

Neben operativen bietet Uber Health den Leistungserbringern auch strategische Vorteile. Die Plattform liefert umfangreiche Datenanalysen zu Fahrten, Kosten und Nutzung. Diese Reports ermöglichen es den medizinischen Einrichtungen, ihre Versorgungsprozesse hinsichtlich der Budgettransparenz zu optimieren.

Aber auch Verbesserungen wie etwa die Reduzierung von No-Shows, besser getaktete Entlassungstransporte oder eine effizientere Terminplanung sind durch „Uber Health“ denkbar.

Joachim Marschal ist Head of Uber for Business Deutschland.(Bild:  Uber)
Joachim Marschal ist Head of Uber for Business Deutschland.
(Bild: Uber)

„Mit der technologischen Skalierbarkeit wollen wir die Fragmentierung der Versorgungsprozesse reduzieren“, versichert Marschal. Durch die Bündelung verschiedener Transportanforderungen auf einer Plattform sollen – nach Aussagen von Uber – Synergien geschaffen und Kosten reduziert werden.

Weiterhin ermöglicht die API-Schnittstelle eine vollständige Integration in bestehende Krankenhaus- oder Praxissysteme. Dadurch soll die Akzeptanz bei medizinischen Einrichtungen erhöht werden. Gleichzeitig verspricht die zentrale Abrechnung Besserung hinsichtlich der komplexen Abrechnungsprozesse im Gesundheitswesen.

Digitalisierung der Mobilität im Gesundheitswesen

Der Erfolg Ubers in einem derart streng reglementierten Markt wie dem deutschen Gesundheitswesen wird in starkem Maße davon abhängen, ob es dem Branchenprimus gelingt, die verschiedenen Akteure von den Vorteilen einer digitalen Koordinationsplattform zu überzeugen und dabei gleichzeitig die hohen Anforderungen an Datenschutz und Patientensicherheit zu erfüllen.

Sollte sich Uber Health im Markt etablieren, könnte dies einen großen Schritt auf dem Weg zur Digitalisierung des deutschen Gesundheitswesens darstellen.

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