Mehr Zeit für die Patienten

Videotechnologie entlastet Klinikpersonal

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Laut der Fachzeitschrift Clinics in Geriatric Medicine ereignen sich allein in den USA jedes Jahr bis zu einer Million Stürze in Krankenhäusern, die zu etwa 250.000 Verletzungen und bis zu 11.000 Todesfällen pro Jahr führen. In Deutschland finden sich kaum Zahlen zu Stürzen in Krankenhäusern. Laut einer Studie der Charité aus dem Jahr 2004 stürzen 3,1 Prozent aller Pflegebedürftigen mindestens einmal während eines Krankenhausaufenthalts. Rechnet man diese Zahl auf die im Krankenhaus behandelten 16,7 Millionen Fälle im Jahr 2021 hoch, dann waren es über 517.700 Menschen, die während eines Jahres in deutschen Krankenhäusern gestürzt sind. Umso wichtiger ist es, ein System zu haben, das gestürzten Kranken schnellstmöglich hilft. Je schneller reagiert wird, desto geringer ist die Wahrscheinlichkeit, dass langfristige Schäden entstehen.

Möglichkeiten zur Priorisierung

Weiterhin bietet moderne Videotechnologie dem Krankenhauspersonal die Möglichkeit, Prioritäten zu setzen, ob und wo sie zuerst eingreifen müssen. Dies unterscheidet diese Technologie von herkömmlichen Methoden, wie dem Rufknopf der Patienten. Das Alarmsystem, das durch das Betätigen des Knopfes aktiviert wird, ist im Gegensatz zur Videotechnik nicht in der Lage Situationen einzuschätzen. Ein Patient, der ein Glas Wasser braucht, sendet dasselbe Signal an das Personal wie eine bedürftige Person, die sich in einer ernsten Notlage befindet. Gestürzte Personen sind zudem oft nicht einmal mehr in der Lage, den Alarmknopf zu erreichen. Smarte Videosysteme ermöglichen es somit, knappe Ressourcen gezielt einzusetzen und in kritischen Situationen die Reaktionszeit des Krankenhauspersonals signifikant zu verkürzen. Dazu gehört auch, dass über moderne Videotechnologie auch der genaue Standort von Patienten und Patientinnen ermittelt werden kann.

Langfristig kann die Videoanalyse lernen, Muster und Verhaltensweisen zu identifizieren und einzuordnen. So kann die Präventivtechnik erkennen, wenn jemand außer Atem ist und Aufmerksamkeit benötigt. Oder Alarm schlagen, wenn jemand gegenüber dem Personal aggressiv wird. Eine Situation, die in Krankenhäusern leider immer häufiger vorkommt. Das Video dokumentiert hierbei nicht nur die Zwischenfälle, sondern löst eine Reaktion aus, bevor die Dinge außer Kontrolle geraten.

Videotechnologie-Einsatz muss reguliert werden

Vermehrt sorgen sich Menschen über den Einsatz von Videomanagementsystemen zu Überwachungszwecken in öffentlichen Räumen. Besonders an Orten wie dem Krankenhaus, wo sehr persönliche Bereiche offen liegen. Wer hat Zugang zu unseren Daten? Wie werden diese gespeichert und wofür werden sie überhaupt verwendet? Dies sind berechtigte Fragen der Menschen gegenüber der Videotechnologie. Eine Begrenzung der Überwachung muss folglich grundlegend gewährleistet werden.

Zunächst einmal muss an einem so sensiblen Ort wie dem Krankenhaus die Technologie mit datenschutzfreundlichen Funktionen ausgestattet werden. Dazu gehören automatische Unschärfefunktionen. Diese Funktionen greifen ein, wenn ein Patient, der unter Beobachtung steht, Privatsphäre braucht und ermöglichen eine Patientenüberwachung, ohne dass die Bilder auf einem Bildschirm im Schwesternzimmer übertragen werden.

Weiterhin muss auch die Gesetzgebung der fortschreitenden technischen Entwicklung angepasst werden. Das stärkt das Vertrauen der Bevölkerung und verhindert den unethischen Einsatz der Videotechnik. Die Allgemeine Datenschutzverordnung der Europäischen Union (GDPR), welche die Privatsphäre des Einzelnen zu schützen versucht, ist eine gute Grundlage, um diesen Schutz zu gewährleisten. Eine gezielt und verantwortungsvoll eingesetzte Videotechnologie kann das Krankenhauspersonal beim Monitoring entlasten und dadurch ermöglichen, sich auf das zu konzentrieren, was am wichtigsten ist: eine hochwertige Pflege zu leisten. Die Kombination aus Videotechnologie und den heilenden Händen des Krankenhauspersonals ist ein wichtiger Schritt in die Zukunft des Gesundheitswesens.

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