Delir, Sepsis und akutes Nierenversagen rechtzeitig erkennen Vivantes installiert drei KI-Frühwarnsysteme

Von Nicola Hauptmann 1 min Lesedauer

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Bei Sepsis, Delir und akutem Nierenversagen ist eine frühzeitige Diagnose entscheidend. In den Vivantes-Kliniken werden KI-gestützte Risikowarnsysteme eingesetzt, um individuelle Gefährdungspotenziale rechtzeitig zu erkennen.

Sepsis gehört in Deutschland zu den häufigsten Todesursachen. KI-Systeme können typische Muster erkennen und frühzeitig auf ein individuelles Gefährdungspotenzial hinweisen.(© Andrea Danti – stock.adobe.com)
Sepsis gehört in Deutschland zu den häufigsten Todesursachen. KI-Systeme können typische Muster erkennen und frühzeitig auf ein individuelles Gefährdungspotenzial hinweisen.
(© Andrea Danti – stock.adobe.com)

Sepsis, Delir (akute Verwirrtheit) und Nierenversagen sind sehr unterschiedliche Krankheitsbilder, die jedoch zwei Gemeinsamkeiten haben: Sie sind weit verbreitet und eine frühzeitige Diagnose ist entscheidend. So gehört Sepsis mit mindestens 85.000 Todesfällen pro Jahr zu den häufigsten Todesursachen in Deutschland. Bei der Behandlung kommt es auf jede Stunde an, die Überlebenschance sinkt, je später die Behandlung einsetzt. Wird ein akutes Nierenversagen nicht erkannt und behandelt, kann das zu irreversiblen Schäden führen. Und je schwerer und länger ein Delir, desto größer ist das Risiko für kognitive Folgeschäden.

Umso wichtiger ist es also, Gefährdungen frühzeitig zu erkennen – und dabei kann KI wirkungsvoll unterstützen, das zeigen die Projekte der Vivantes-Kliniken. In Pilotprojekten wurden hier drei KI-Anwendungen getestet, mit deren Hilfe das individuelle Gefährdungspotenzial der Patientinnen und Patienten für Sepsis, Delir und akutes Nierenversagen erkannt werden soll. Das KI-System nutzt und verknüpft dafür Daten aus mehreren Bereichen wie Vitalwerte vor der Operation, Daten aus der Aufnahmeuntersuchung sowie aus Arztbriefen, Laborwerte und Medikation. Besteht ein individuelles Risiko, wird eine Warnung im Krankenhausinformationssystem ausgegeben. „In unseren Pilotprojekten hat sich gezeigt, dass die KI-Anwendungen typische Muster bei diesen Erkrankungen tatsächlich zeitnah erkennen und vor Risiken für jede einzelne Patientin oder jeden einzelnen Patienten warnen können“, sagt Dr. Johannes Danckert, Vorsitzender der Vivantes Geschäftsführung.

Nach diesen positiven Erfahrungen aus den Pilotprojekten wurden die drei KI-Anwendungen – als zertifizierte Medizinprodukte – auf den Normalstationen unternehmensweit bereits in vielen Fachkliniken eingeführt, wie Vivantes jetzt meldete. Dabei wird betont, dass es sich um eine Entscheidungsunterstützung handele. Die Software laufe als eine Art Sicherungssystem im Hintergrund und weise frühzeitig auf relevante Befunde hin. Die Entscheidungen aber treffen nach wie vor Ärztinnen oder Ärzte und Pflegende.

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