Compamed 2022

Volle Hallen und wichtige Impulse für die Medtech-Industrie

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Optische Komponenten und Verfahren immer wichtiger

Mehrere Schweizer Firmen zeigen Mikrooptiken für Medizintechnik und Life-Science-Anwendungen. Darunter das Unternehmen Fisba, welches hochpräzise Mikrolinsen ab einem Durchmesser von 0,3 mm anbietet. Zur Compamed will das Unternehmen seine Kernkompetenz als Gesamtlösungsanbieter in den Mittelpunkt rücken. Das Motto lautet: „From engineering to volume production. All from one source. All from Fisba.” Suss Micro-Optics präsentiert refraktive und diffraktive Mikrooptiken für Bildgebungs-, Sensor- oder Strahlformungsanwendungen. Mikrop stellt miniaturisierte Optik für Hightech-Anwendungen vor, z. B. sphärische Linsen, Optik-Baugruppen sowie hochwertige Miniaturobjektive für die Medizintechnik.

Compamed-„Dauerbrenner“: Sensoren

Ein „Dauerbrenner“-Thema sind Sensoren. Diesbezüglich thematisiert Sensirion aus der Schweiz in Düsseldorf kleinste Durchflusssensoren für intelligente Inhalatoren und Digital-Health-Applikationen sowie einen Flüssigkeitssensor für die subkutane Medikamentenabgabe. ES Systems aus Griechenland entwickelt und fertigt indes intelligente Sensoren auf Basis von Mikroelektronik-Technologien. Die MEMS-basierten Sensoren (MEMS = Mikro-Elektronisch-Mechanische Systeme) messen Druck, Gasfluss, Flüssigkeitseigenschaften und Temperatur. Produkte von ES Systems werden in anspruchsvollen Steuerungs- und Überwachungsanwendungen auch in der Medizintechnik entweder als eigenständige Komponenten oder integriert in die Ausrüstung eingesetzt. Im Hinblick auf neueste Anforderungen hat das Unternehmen auch intelligente, autonome, stromsparende und drahtlose Sensoren entwickelt, die sich ideal für die Integration in „Internet-of-Things“-Systeme eignen.

Kampf gegen Tuberkulose mithilfe von Photonik

Dem Kampf gegen Tuberkulose, der vor allem durch mangelnde Laborinfrastruktur in Entwicklungsländern erschwert wird, stellt sich ein Verbund aus acht Unternehmen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen mithilfe von Photonik. Anfang 2022 wurden die entsprechenden Lösungsansätze des vom BMBF geförderten dreijährigen Projekts „FluoResYst“ vorgestellt. Ziel ist die Entwicklung eines kompakten Nachweissystems für Multiresistenzen bei Tuberkuloseinfektionen, das eine schnelle Diagnostik und eine effiziente Behandlung von Betroffenen ermöglichen soll. Microfluidic Chip-Shop ist spezialisiert auf die Entwicklung und Herstellung von Lab-on-a-Chip Systemen, sogenannten Point-of-Care (POC) oder patientennahen Diagnostikanwendungen. Das Thüringer Unternehmen übernimmt innerhalb des Projektes „FluoResYst“ die Erarbeitung der Analysekartusche, in welcher das Tuberkulose-Assay mit neuartigen Detektionstechnologie automatisiert ablaufen soll. Neben ersten Projektfortschritten werden am Messestand der Microfluidic Chip-Shop auch etablierte Lab-on-a-Chip Lösungen zu sehen sein.

Maßgeschneiderte patientenspezifische Implantate

Seit ihrer Gründung Mitte 2000 beschäftigt sich die Jenaer 3di mit patientenspezifischen Implantaten für den Gesichts- und Hirnschädelbereich, die beispielsweise nach Traumen, Tumoroperationen, OP-Zugängen oder bei funktionell-ästhetischen Korrekturen notwendig werden. Zur Fertigung solcher Implantate hat die Firma ein eigenes Verfahren entwickelt, das eine individuelle Anpassung an jeden Patienten ermöglicht. Modellierung, Konstruktion und Fertigung werden ausschließlich virtuell geplant. Unter Berücksichtigung der operationstechnischen Aspekte ist es deshalb möglich, patientenspezifische Implantate zu fertigen – in speziellen Fällen auch innerhalb von 48 Stunden. Voraussetzung sind CT/MRT-Daten, die 3di per CD-ROM oder gesicherten Internetzugang zur Verfügung gestellt werden. Jede beliebige Knochenstruktur des menschlichen Schädels kann nachgebildet werden. Die Herstellungsgenauigkeit beträgt dabei <0,5 mm. Die Einsatzgebiete der Entwicklung von 3di sind Neuro-, Unfall- und Tumorchirurgie, plastische Chirurgie, Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie und Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde.

Die genannten Entwicklungen und Anwendungen von Medizintechnik markieren nur ausgewählte Schlaglichter auf das breite Themen- und Neuheitenspektrum, das die Compamed 2022 abdecken wird. Von Verpackungslinien in Reinräumen bis hin zu winzigster Mikrosystemtechnik reicht die Bandbreite. Stark vertreten sind hinsichtlich der inhaltlichen Ausrichtung der Ausstellerschaft auch die Endproduktefertigung, die Produktionsausrüstung und diverse Dienstleistungen. Innovative Basis der Compamed bilden dabei die Herstellerunternehmen von Materialien, Werk- und Klebstoffen. Aus dieser Vielfalt ergeben sich ebenso vielfältige Möglichkeiten zur Kooperation insbesondere auch im Hinblick auf die an der parallelen Medica beteiligten Unternehmen.

Alle Informationen zur Compamed 2022, z. B. zu beteiligten Firmen und Produkten sowie zu den Programmen der integrierten Fachforen sind online abrufbar unter https://www.compamed.de.

Dieser Artikel erschien ursprünglich bei unserem Schwesterportal Devicemed.

* Der Autor: Klaus Jopp ist freier Wissenschaftsjournalist.

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