Umfrage zur Lebensrealität Wenn mangelnde Transparenz zur Belastungsprobe wird

Von Chiara Maurer 1 min Lesedauer

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Eine Umfrage des Meinungsforschungsunternehmens Civey im Auftrag des Spitzenverbandes Digitale Gesundheitsversorgung e.V. (SVDGV) zeigt: Bürokratie und intransparente Kommunikation mit Krankenkassen belasten Pflegende und Angehörige. Die Umfrage mit 2.500 Befragten, darunter pflegebedürftige Menschen und ihre Familienmitglieder, beleuchtet die Herausforderungen von der Pflegegrad-Einstufung bis zur pflegerischen Unterstützung.

Sowohl Pflegende als auch ihre Angehörigen leiden unter Intransparenz und Bürokratie bei der Beurteilung des Pflegegrades.(©  Robert Kneschke – Getty Images via Canva.com)
Sowohl Pflegende als auch ihre Angehörigen leiden unter Intransparenz und Bürokratie bei der Beurteilung des Pflegegrades.
(© Robert Kneschke – Getty Images via Canva.com)

Die Beurteilung des Pflegegrades stellt für viele Angehörige eine Belastungsprobe dar. Dabei spielen nicht nur emotionaler Stress und finanzielle Gründe eine Rolle, eine Befragung von Civey und SVDGV zeigt: Auch Intransparenz sorgt für Stress.

So erklärten 40 Prozent der Befragten, es fehle ihnen grundsätzlich an Informationen. 60 Prozent monierten zudem den bürokratischen Aufwand mit der Krankenkasse. Der Besuch des Medizinischen Dienstes zur Pflegegrad-Beurteilung verursacht bei 47 Prozent der Befragten Stress. Dabei ist für 39 Prozent die Einstufung des Pflegegrades jedoch nicht nachvollziehbar.

„Die Umfrageergebnisse verdeutlichen, wie stark Unzufriedenheit und Verunsicherung den Kontakt von Pflegebedürftigen und ihren Angehörigen mit den Krankenkassen prägen“, fasst Menia Ettrich, Leiterin des Arbeitskreises DiPA/Digitale Pflege im SVDGV, zusammen.

Viele Befragte sehen in digitalen Lösungen Potenzial, den Austausch mit Krankenkassen und der Pflege im eigenen Zuhause zu verbessern. 33 Prozent der Teilnehmer können sich so vorstellen, dass digitale Tools zur schnelleren Bearbeitung der Pflegegrad-Beurteilung beitragen; 27 Prozent schätzen, dass sich so auch der dadurch verbundene Stress reduzieren ließe. Auch Menia Ettrich erklärt: „Digitale Anwendungen können Prozesse transparenter gestalten und ein realistisches Erwartungsmanagement fördern. Diese Chancen sollten wir endlich nutzen.” Dennoch scheinen Informationen auch hier nur dünn verstreut zu sein, denn 44 Prozent antworteten auf die Frage nach den Möglichkeiten, die digitale Anwendungen für die Pflegegrad-Beurteilung bieten, mit „Weiß nicht“.

Markus C. Müller, Vorstandsmitglied des SVDGV fordert deshalb, zeitnah entsprechende Rahmenbedingungen zu schaffen, um bereits bestehende Lösungsansätze in der Versorgung zu etablieren: „Nur dann kann digitale Pflege zeitnah den Alltag Betroffener und ihrer Angehörigen erleichtern.“

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