Künstliche Intelligenz Wie KI das Gesundheitswesen für bessere Ergebnisse transformiert

Ein Gastbeitrag von Bernd Schall 4 min Lesedauer

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Im Gesundheitswesen ist der Druck groß, Abläufe zu optimieren und neue Technologien einzuführen, um die Versorgung zu verbessern. Dabei rückt künstliche Intelligenz zunehmend ins Zentrum klinischer Systeme. Obwohl das Potenzial von KI noch lange nicht erschöpft ist, kann sie Gesundheitsdienste bereits heute verändern, unter anderem durch bessere Behandlungsergebnisse und kürzere Wartezeiten.

Die digitale Transformation des Gesundheitswesens könnte durch KI zusätzlich an Fahrt aufnehmen.(Bild: ©  MrPanya - stock.adobe.com)
Die digitale Transformation des Gesundheitswesens könnte durch KI zusätzlich an Fahrt aufnehmen.
(Bild: © MrPanya - stock.adobe.com)

Während die Digitalisierung andere Branchen längst transformiert hat, ist das Gesundheitswesen im Jahr 2026 noch immer stark von Papierakten geprägt. Diese bringen zahlreiche Nachteile mit sich – etwa aufwändige Archivierung und Lagerung. In Deutschland beispielsweise müssen Patientenakten nach Abschluss der Behandlung 10 Jahre lang aufbewahrt werden. Das führt zu enormem Platzbedarf und erschwert die Nutzung wertvoller Informationen. Hinzu kommt: Papier ist anfällig für Schäden durch Licht, Feuer oder Wasser, was im schlimmsten Fall einen unwiederbringlichen Datenverlust bedeuten kann – vor allem, weil schnelle Backups fehlen. Die Weitergabe von Informationen zwischen medizinischen Teams ist zudem umständlich, mehrere Ärztinnen und Ärzte können nicht gleichzeitig auf dieselbe Akte zugreifen.

Hinzu kommen spezifische Herausforderungen: Pathologen und Labormanager sehen sich mit stetig wachsenden Mengen an Probenmaterial konfrontiert. Seit 2007 steigen die Anfragen an Histopathologie-Labore durchschnittlich um 4,5 Prozent jährlich. Diese Herausforderungen schlagen sich in Effizienzverlusten und steigenden Kosten nieder – Labormanager kämpfen mit Personalmangel, Budgetproblemen und dem Druck, Ergebnisse möglichst schnell zu liefern.

Angesichts dieser Defizite ist klar: Die Digitalisierung im Gesundheitswesen ist keine Option mehr, sondern eine Notwendigkeit. Strategisch verfolgen viele Kliniken und Gesundheitsnetzwerke inzwischen einen mehrstufigen Ansatz. Von der schrittweisen Digitalisierung einzelner Prozesse (beispielsweise elektronische Patientenakte, digitale Befundsysteme) bis hin zur vollständigen Integration digitaler Workflows. Damit legen sie die Basis für die nächste Stufe: künstliche Intelligenz.

Ist KI die Lösung?

Künstliche Intelligenz könnte für das Gesundheitswesen eine ähnlich wegweisende Rolle spielen wie einst Computer und das Internet. Bis zum Jahr 2030 wird erwartet, dass KI entscheidende Fortschritte ermöglicht. Schon die ersten Digitalisierungswellen tragen Früchte: Sie sparen Platz, machen Patientendaten leichter zugänglich und beschleunigen Entscheidungsprozesse.

KI revolutioniert nicht nur die klinische Diagnostik, sondern auch die medizinische Verwaltung. In der Patientenaufnahme, Terminplanung, Dokumentation und Abrechnung kann KI Prozesse automatisieren, Fehler reduzieren und so das medizinische Personal entlasten. Prognosen zufolge könnte laut BCG im Gesundheitswesen potenziell bis zu 125 Milliarden Euro eingespart werden.

Besonders stark zeigt sich die KI in der Diagnostik: Sie vereinfacht die Mustererkennung in Bilddaten (zum Beispiel bei Mammographien) oder das Auffinden statistischer Korrelationen in großen Patientendatenmengen. Das erhöht die Genauigkeit, beschleunigt Diagnosen und Therapieplanung, und ermöglicht im Idealfall einen früheren Behandlungsbeginn.

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