Sprachbarrieren ade

Wie KI-Tools zur Entlastung von medizinischem Personal beitragen können

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Anders als bei der Übersetzung via Webanwendung oder Gerät, ist bei der Kommunikation über Übersetzungs-App besonders auf die Einhaltung der Datenschutzrichtlinien zu achten. Hinzu kommt, dass im Klinikalltag die Gefahr von Ablenkungen durch weitere Anwendungen oder eingehende Nachrichten besteht, besonders wenn persönliche Geräte im Einsatz sind.

So funktionieren KI-basierte Übersetzungen

KI-gestützte Übersetzung basiert auf neuronalen Netzwerken, insbesondere auf sogenannten Transformern, also Deep-Learning-Architekturen mit denen Texte durch Worteinbettung in numerische Darstellungen in Form von Vektoren umgewandelt werden, um so eine Sprache in eine andere zu übersetzen. Dies ermöglicht die vollständige Erfassung des Satzkontextes. Syntaktische und semantische Muster werden erkannt und Übersetzungen dynamisch angepasst.

Einsatz in Notaufnahme und Krankenhausstationen

Manche Übersetzungsanbieter entwickeln inzwischen spezialisierte medizinische Sprachmodelle, die Begriffe wie „Herzinsuffizienz“, „Pflegestufe“ oder „Resektion“ korrekt in verschiedene Sprachen übertragen. Die Modelle sind auf enorme Mengen medizinischer Texte wie Fachliteratur, Patienteninformationen oder sogar anonymisierte Gesprächsprotokolle trainiert. Und das ist im Gesundheitswesen maßgeblich, denn unter anderem in der Notaufnahme zählt jede Sekunde. Ein sofort verfügbares, autarkes Übersetzungsgerät kann im Ernstfall entscheidend für die erfolgreiche Patientenversorgung sein. So muss es schnell zwischen Sprachen wechseln können und ohne Netzwerkeinrichtung funktionieren.

Auf Krankenhausstationen mit wechselndem Personal und hoher Frequenz an Patientenkontakten bietet sich die Kombination der Geräte mit einem Device Management an. Übersetzungseinheiten können zentral administriert und flexibel eingesetzt werden. Dies erhöht Sicherheit und spart Ressourcen. Stationsteams können über Nutzungsdaten erkennen, welche Sprachen besonders häufig gebraucht werden – zum Beispiel Türkisch, Ukrainisch, Arabisch oder Polnisch – und Schulungen sowie Ressourcen gezielter planen.

Verwaltung vorhandener Geräte

Plattformen für das Device Management bieten IT-Abteilungen Kontrolle über den Bestand, Updates und die Sicherheit der eingesetzten Übersetzer. Bei Verlust können Geräte gesperrt oder gelöscht werden. Nutzungsdaten zu Spracheinstellungen oder Einsatzhäufigkeit helfen dabei, den Übersetzungsbedarf besser zu analysieren und den Betrieb zu optimieren. Viele Systeme erlauben es, gerätespezifische Rollen zu vergeben, sodass etwa das Pflegepersonal andere Funktionen nutzen kann als Ärztinnen und Ärzte. So entsteht eine skalierbare, sichere Infrastruktur, die flexibel anpassbar ist.

Bidirektionale Übersetzungen in der Pflege

Im Pflegeheim oder im ambulanten Pflegedienst ist der Alltag durch enge Zeitpläne und vielfältige Patientenkontakte geprägt. Sprachliche Missverständnisse können zu Fehldokumentationen oder verspäteten Reaktionen führen. In Situationen, in denen Angehörige oder Kolleginnen und Kollegen behelfsmäßig übersetzen müssen, schaffen Übersetzungslösungen (als Gerät oder App) Diskretion und somit mehr Vertrauen im Pflegealltag.

Verständigung in der Praxis und bei der Visite

In der Hausarztpraxis oder der ambulanten Versorgung bewähren sich sowohl Apps als auch physische Direktübersetzer. Weblösungen kommen hingegen bei schriftlicher Kommunikation, etwa bei Patientenverfügungen oder medizinischen Formularen, ins Spiel. Auch in der Betreuung von Migrantinnen und Migranten ohne gesicherte Sprachkenntnisse können KI-basierte Systeme helfen, initiale Barrieren zu überwinden und ein vertrauensvolles Verhältnis zu etablieren.

Datenschutz: Sichere KI-basierte Übersetzungen

In Einrichtungen des Gesundheitswesens ist der Schutz sensibler Daten besonders wichtig. KI-Übersetzer müssen DSGVO-konform arbeiten, keine persönlichen Daten speichern und sicher mit der Cloud kommunizieren. Autarke Geräte haben hier einen Vorteil, da sie ohne App- oder Benutzerkonten funktionieren, wobei die Übersetzung in Echtzeit und ohne Aufzeichnung oder permanente Protokollierung der Inhalte läuft. Bei vielen Geräten lassen sich Übersetzungsprotokolle nach jeder Sitzung automatisch löschen oder vollständig deaktivieren.

Kosteneffizienz dank KI-basierter Übersetzungslösungen

Neben den Anschaffungskosten spielen auch Einsparpotenziale eine Rolle. Der Wegfall externer Dolmetscherdienste, schnellere Schulungen und gesteigerte Patientenzufriedenheit zählen zu den messbaren Vorteilen. Einige Anbieter stellen Tools zur Berechnung individueller Einsparungen bereit. Auch organisatorisch wirkt sich der Einsatz positiv aus: Mitarbeitende gewinnen Zeit für die Patientenversorgung, Kommunikationsfehler werden reduziert und Missverständnisse seltener. Besonders in multilingualen Regionen und Großstädten kann sich der regelmäßige Einsatz wirtschaftlich schnell rechnen.

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Fazit: Ein modernes Gesundheitswesen benötigt KI-basierte Übersetzungen

Ob Pflegeheim, Hausarztpraxis oder Klinik – KI-basierte Direktübersetzer helfen dabei, Sprachbarrieren abzubauen und die Versorgung zu verbessern. Sie entlasten das medizinische Personal, bewahren die Privatsphäre und sichern die Behandlungsqualität. Menschliche Übersetzer werden durch sie nicht obsolet, aber in Zeiten von Personalmangel und steigendem Versorgungsdruck wird der gezielte Einsatz einer smarten Übersetzungstechnologie zu einem entscheidenden Faktor für eine moderne, patientenzentrierte Medizin. Der Wandel hin zu einem diverseren Gesundheitswesen braucht Digitalisierung, und KI-basierte Übersetzungslösungen können dazu beitragen.

Christoph Janeba
General Manager Germany bei Pocketalk

Bildquelle: Pocketalk

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