Krankenhausinformationssysteme

Wie sich die geeignete Nachfolge für SAP IS-H findet

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Wie weit sind die KIS-Anbieter?

Fast alle etablierten KIS-Anbieter haben eine Patientenmanagement- sowie eine Patientenabrechnung für ihr KIS angekündigt. Die Abrechnungskomponenten werden bei KIS mit bestehenden Komponenten verfeinert und um alle Abrechnungsarten erweitert. Anbieter, die eine neue Abrechnung erstellen, erproben diese in Pilotprojekten, um so den Reifegrad zu verbessern. Die ersten Pilotprojekte sollen im Jahr 2025 produktiv gehen. Teilnehmenden Gesundheitseinrichtungen bietet sich die Chance, an der jeweiligen Abrechnungslösung aktiv mitzuwirken und einen vollständigen Funktionsumfang sicherzustellen. Ab der zweiten Jahreshälfte 2025 bis 2026 sind die standardisierten Abrechnungslösungen der jeweiligen KIS-Anbieter für die Gesundheitseinrichtungen verfügbar. Gesundheitseinrichtungen sollten sich in diesem Zusammenhang die folgenden Fragen stellen:

  • Wie hoch ist der Reifegrad der Nachfolgelösung?
  • Kann diese fristgerecht ausgeliefert, flexibel eingesetzt und integriert werden?
  • Bildet die Nachfolgelösung den gesamten, Leistungsumfang des SAP IS-H ab?
  • Kann eine Nachfolgelösung meine hauseigenen individuellen Prozesse nahtlos abbilden?

Was bei der Projektplanung wichtig ist

Der Prozess beginnt mit einer Bestandsaufnahme der vorhandenen Systeme und deren Integration in klinische Prozesse. Wichtige Fragen sind auch: Wer bringt das nötige Know-how ins Projekt ein? Ist weiterhin eine Abbildung der medizinischen Daten und Patientenverwaltungsdaten in zwei getrennten Systemen sinnvoll oder kann das KIS zukünftig alle Anforderungen abdecken? Hierbei sollten die Gesundheitseinrichtungen offen sein, die hauseigenen Prozesse kritisch zu hinterfragen und zu standardisieren. Dies ermöglicht eine zukunftsfähige Systemausrichtung, die auch Cloudmöglichkeiten oder Einbindung von KI zulässt.

Ein interdisziplinäres Projektteam ist wichtig. In vielen Krankenhäusern sind entsprechende Mitarbeitende knapp oder verfügen nicht über spezialisiertes Wissen, um den Anschaffungsprozess professionell anzugehen und zu begleiten. Eine frühzeitige Analyse der Ressourcen hilft, Engpässe zu identifizieren und die Ressourcennutzung zu optimieren. Zudem sollte geklärt werden, welche Anforderungen intern abgedeckt werden können und ob externe Unterstützung nötig ist. Nach der Klärung dieser Punkte erfolgt die IST-Analyse und die Überführung der Anforderungen in ein Pflichtenheft.

Sind die offenen Punkte bei der Anschaffung festgehalten, so muss ein umfangreicher Plan zur Schulung der Anwender im neuen System generiert werden. So wird Akzeptanz bei den Anwendenden geschaffen und die neue Software stiftet langfristig Nutzen.

Gerrit Schröder
ist Principal Consultant bei adesso.

Bildquelle: adesso

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