Arztpraxis Zeitmangel: Herausforderungen für die ambulante Versorgung

Von Serina Sonsalla 2 min Lesedauer

Die Zeit bleibt eine knappe Ressource – das zeigt sich vor allem in den Arztpraxen: Die Zahl an Ärzten und Therapeuten ist gestiegen, doch gibt es immer weniger Selbstständige mit eigener Praxis. So bleibt die Zeit Mangelware in der ambulanten Versorgung.

„Klassisch“ in der eigenen Praxis: Hier arbeiten bis dato noch die meisten niedergelassenen Ärzte. Doch die Zahlen zeigen, dass immer mehr flexiblere Arbeitsformen, wie eine Anstellung oder eine Teilzeitbeschäftigung wählen. (© Chinnapong – stock.adobe.com)
„Klassisch“ in der eigenen Praxis: Hier arbeiten bis dato noch die meisten niedergelassenen Ärzte. Doch die Zahlen zeigen, dass immer mehr flexiblere Arbeitsformen, wie eine Anstellung oder eine Teilzeitbeschäftigung wählen.
(© Chinnapong – stock.adobe.com)

Im letzten Jahr wurden fast 200.000 Ärzte und Psychotherapeuten in die vertragsärztliche Versorgung aufgenommen. Im Vergleich zum Vorjahr ist demnach die Ärztezahl um 0,7 % und die Zahl an Psychotherapeuten um 3,4 % gestiegen – das geht aus dem Bundesarztregister von 2023 hervor. Zudem steigt auch der Frauenanteil in den Berufen: Mit 50,5 % Hausärztinnen und 50,3 % Augenärztinnen stellen sie erstmals die Mehrheit dar. Trotz des Anstiegs an niedergelassenen Ärzten und Psychotherapeuten, bleibt die Zeit in der Arztpraxis knapp. Denn immer mehr Niedergelassene arbeiten lieber in der Anstellung.

„Junge Medizinerinnen und Mediziner können sich aussuchen, wo und wie sie arbeiten wollen. Im Prinzip stellt eine Niederlassung eine gute Option dar, um sowohl selbstständig arbeiten zu können als auch Familie und Beruf sinnvoll zu vereinbaren“, so der stellvertretende Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Dr. Stephan Hofmeister. Die ambulante Versorgung kämpft mit schlechten Rahmenbedingungen, zu denen eine überhandnehmende Bürokratisierung und eine mangelnde Digitalisierung gehört. Unter diesen Bedingungen, erklärte Hofmeister, sei es selbst mit den kreativsten Förderprogrammen schwierig, junge Kolleginnen und Kollegen für die Niederlassung zu begeistern. Und das bestätigen auch die Zahlen: Über 50.000 Menschen entschieden sich im letzten Jahr für das Angestelltenverhältnis. Mehr als 60.000 arbeiteten zudem in Teilzeit. Innerhalb von zehn Jahren hat sich damit die Zahl der Anstellungen verdoppelt, und die Teilzeitbeschäftigten sind auf 235 % gestiegen.

„Ohne politische Verlässlichkeit lässt sich deren Betrieb nur noch unter höchsten persönlichen Anstrengungen aufrechterhalten. Ganz zu schweigen davon, dass – ohne jenes Maß an Verlässlichkeit – kaum noch jemand dazu zu bewegen sein wird, eine ärztliche oder psychotherapeutische Praxis zu übernehmen oder zu gründen“, so die KBV-Vorständin, Dr. Sibylle Steiner. Neben Verlässlichkeit und gegenseitigem Vertrauen, fordert die KBV auch angemessene Strukturen für Haus- und Facharztpraxen, um die Rahmenbedingungen für die ambulante Versorgung zu verbessern und so Anreize zur eigenen Praxisgründung zu schaffen.

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