ABDA Apotheken in Ostdeutschland stehen morgen still

Von Johannes Kapfer 2 min Lesedauer

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Die Gesundheitspolitk des Bundes steht bei den Apothekerinnen und Apothekern in der Kritik. Ein Warnstreik am Mittwoch, 29. November, soll die Bevölkerung auf die Sorgen und Nöte der Apothekerschaft aufmerksam machen.

Bis zu 3.000 Apotheken werden in Ostdeutschland beim kommenden Protesttag ihre Dienste nicht anbieten.(©  ABDA)
Bis zu 3.000 Apotheken werden in Ostdeutschland beim kommenden Protesttag ihre Dienste nicht anbieten.
(© ABDA)

Ein flächendeckender Apothekenstreik wird Ostdeutschland am morgigen Mittwoch erfassen, wenn bis zu 3.000 Apotheken ihre Türen aus Protest gegen die Gesundheitspolitik der Bundesregierung geschlossen halten. Die einstweilige Schließung betrifft die Bundesländer Berlin, Brandenburg, Sachsen-Anhalt, Thüringen und Sachsen. Einige hundert Notdienstapotheken in diesen Regionen werden jedoch die Versorgung sicherstellen. Weiterhin ist eine zentrale Kundgebung in Dresden auf dem Platz vor der Semperoper für 14 Uhr geplant, bei der zahlreiche Apothekenteams erwartet werden, um gemeinsam ihren Unmut über die aktuelle Lage zu bekunden.

Dieser regionale Protest in Ostdeutschland reiht sich nahtlos in eine Serie von deutschlandweiten Protesten ein, bei denen Apotheken in Nord-, West- und Süddeutschland für einen Tag schlossen. In den vergangenen Wochen versammelten sich tausende Teilnehmerinnen und Teilnehmer in Stuttgart, Dortmund und Hannover zu zentralen Kundgebungen. Die Schließungen sind eine direkte Reaktion auf den steigenden wirtschaftlichen Druck, dem Apotheken in Deutschland gegenüberstehen.

Im Zentrum der Proteste steht die Kritik daran, dass trotz wachsender Verantwortlichkeiten, insbesondere im Zusammenhang mit den Lieferengpässen, die Apothekenhonorare seit 2004 auf dem gleichen Niveau verharren. Gleichzeitig sind die Kosten für Betriebsstätten erheblich gestiegen. Aktuelle Berechnungen der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA) zeigen, dass die Zahl der Apotheken in Ostdeutschland allein in den ersten neun Monaten des Jahres 2023 von 3.288 um 50 auf 3.238 gesunken ist. Das stellt einen Rückgang um eineinhalb Prozentpunkte dar.

Die Präsidentin der ABDA, Gabriele Regina Overwiening, äußerte ihre Besorgnis über den anhaltenden Rückgang der Apotheken und betonte die Dringlichkeit, diesen Trend zu stoppen. Sie erklärt: „Die Apothekenteams gehen mit großer Leidenschaft für ihre Patientinnen und Patienten, aber auch für ihre eigene Zukunft auf die Straße, während uns die Bundesregierung weiterhin einen echten Dialog über unser Honorar verweigert.“ Overwiening kritisiert auch die Pläne der Regierung, eine Zwei-Klassen-Versorgung zu etablieren, da viele Apotheken künftig keine Notdienste oder eine Arzneimittel-Herstellung mehr anbieten müssten.

Die zentrale Kundgebung in Dresden am Mittwoch soll ein weiteres starkes Signal setzen. Die Apothekenteams wollen gemeinsam auf die prekäre Lage in ihren Einrichtungen aufmerksam machen und die Politik dazu aufrufen, Maßnahmen zur Stabilisierung des Apothekensystems zu ergreifen. „Zusammen sind wir stark: Apotheken stärken – jetzt!“, appelliert Overwiening abschließend.

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