Digitale Medizin, KI und Präventionsforschung Bayerns Gesundheitsministerin zieht Bilanz ihrer USA-Reise

Von Nicola Hauptmann 3 min Lesedauer

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Mögliche Kooperationen mit dem Mount Sinai Hospital, Ideen für die personalisierte Medizin und Prävention, Vernetzung von Start-ups: Das Fazit der bayerischen Gesundheitsministerin nach ihrer einwöchigen USA-Reise fällt positiv aus.

Während ihrer USA-Reise vom 24. -31. August 2025 traf Bayerns Gesundheitsministerin Judith Gerlach auch den Minister für Gesundheit und Soziale Dienste des Bundesstaats Massachusetts, Dr. Kiame Mahaniah. In dem Gespräch ging es um Prävention, gesunden Lebensstil und gesundheitliche Chancengleichheit.(Bild:  ©StMGP)
Während ihrer USA-Reise vom 24. -31. August 2025 traf Bayerns Gesundheitsministerin Judith Gerlach auch den Minister für Gesundheit und Soziale Dienste des Bundesstaats Massachusetts, Dr. Kiame Mahaniah. In dem Gespräch ging es um Prävention, gesunden Lebensstil und gesundheitliche Chancengleichheit.
(Bild: ©StMGP)

Bayerns Gesundheitsministerin Judith Gerlach sieht die USA bei digitalen Innovationen im Gesundheitswesen in vielen Bereichen als Vorreiter: „Gerade bei der Verwendung von Künstlicher Intelligenz in der Diagnostik, der personalisierten Medizin sowie bei der Entlastung des medizinischen und pflegerischen Personals können wir in Bayern viel von den dortigen Erfahrungen lernen.“ Mit einer einwöchigen Informationsreise Ende August wollte sie sich, wie sie sagte, ein Bild vom Stand der Forschung und der Anwendung vor Ort machen – und Ideen für das deutsche Gesundheitssystem mitnehmen. „Mein Ziel ist, die besten Ideen aus den USA aufzunehmen, mit unseren Stärken zu verbinden und Bayern als innovativen Standort für Gesundheit in Deutschland weiter auszubauen“, so die Ministerin.

Personalisierte Medizin und KI

Als ein Schwerpunkt der Gespräche wurde digitale Transformation im Gesundheitswesen genannt. Dazu stand ein Besuch des Mount Sinai Hospital in New York auf dem Programm, das rund 400 Systeme der künstlichen Intelligenz im Einsatz hat. Zum Beispiel habe das Mount Sinai Hospital ein KI-System zur Videoüberwachung Frühgeborener entwickelt, das kleinste auffällige Bewegungsmuster erkenne, die auf neurologische Störungen hinweisen könnten – um dann automatisch das medizinische Personal zu informieren.

Das Mount Sinai Hospital belegt im Newsweek-Ranking „World’s Best Smart Hospitals 2025“ den sechsten Platz. Das höchstplatzierte deutsche Klinikum ist die Charité auf Platz 8. Erst auf Platz 83 folgt mit dem Klinikum rechts der Isar in München das erste bayerische Klinikum.

Besonders freue sie sich über das Interesse der Vertreter des Mount Sinai Hospitals an einer Kooperation mit bayerischen Krankenhäusern, sagte die Ministerin: „Deshalb werde ich mit verschiedenen Klinikträgern sprechen, um mögliche Kooperationen anzubahnen.“

Beim Besuch des Stanford Mussallem Center for Biodesign galt ihr Interesse vor allem dem dortigen Ansatz zur personalisierten Medizin: „Die Vision in Stanford ist, dass personalisierte Medizin nicht nur für wenige, sondern für alle zugänglich sein soll – kosteneffizient, datenschutzkonform und gerecht."

Auch Gespräche mit NVIDIA, als einem „weltweit führenden Entwickler und Anbieter von Compute-Plattformen für KI und beschleunigtes Rechnen“, gehörten zum Programm. Judith Gerlach betonte die Bedeutung der Zusammenarbeit des Unternehmens mit Start-ups und Hochschulen: „NVIDIA arbeitet mit Startups und Entwicklern in allen Regionen der Welt zusammen, um sie beim Aufbau und Wachstum von KI-Ökosystemen zu unterstützen. Diese Programme bringen Entwicklern die neuesten KI-Technologien näher, beschleunigen die Entwicklung von Startups und schulen Hochschulstudierende und Lehrende.“ Davon könne auch der deutsche Gesundheitsbereich profitieren. „Besonders wichtig ist mir auch der Austausch darüber, wie solche Technologien regulatorisch sicher, medizinisch valide und innovativ zugleich eingesetzt werden können“, so Gerlach.

Der Krankheit zuvor kommen: Schwerpunkt Prävention

Prävention, als „Schlüssel für ein langes und gesundes Leben“, nannte die Ministerin als einen weiteren Schwerpunkt ihres Informationsaufenthalts. Über den Stand der Präventionsforschung erkundigte sich Gerlach an der Columbia University Mailman School of Public Health in New York, die Programme gegen Krankheiten wie Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Infektionskrankheiten entwickelt.

Wie speziell altersbedingten Krankheiten vorgebeugt werden kann, war Thema beim Austausch mit dem Institute for Aging Research des Albert Einstein College of Medicine und dem Stanford Center on Longevity. Man wolle auch in Bayern noch stärker auf Gesundheitsförderung setzen – für mehr Lebensqualität, aber auch zur Entlastung des Gesundheitssystems. Anfang Oktober soll dazu der „Masterplan Prävention“ vorgestellt werden.

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