Digitalisierung in der Frühgeborenen-Medizin Kooperation von Mount Sinai Hospital und Klinikum Nürnberg

Von Nicola Hauptmann 2 min Lesedauer

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Das Mount Sinai Hospital hat ein KI-System zur Überwachung Frühgeborener entwickelt. In einer Partnerschaft mit dem Klinikum Nürnberg sollen diese Erfahrungen genutzt und übertragen werden. Das bayerische Gesundheitsministerium prüft eine mögliche finanzielle Unterstützung.

„Frühchen brauchen eine ganz besondere Fürsorge“ – rund 60.000 Kinder jährlich werden in Deutschland zu früh geboren, daran erinnerte Bayerns Gesundheitsministerin Judith Gerlach anlässlich des Welttags der Frühgeborenen am 17. November.  (Bild: ©  mahamudul - stock.adobe.com / KI-generiert)
„Frühchen brauchen eine ganz besondere Fürsorge“ – rund 60.000 Kinder jährlich werden in Deutschland zu früh geboren, daran erinnerte Bayerns Gesundheitsministerin Judith Gerlach anlässlich des Welttags der Frühgeborenen am 17. November.
(Bild: © mahamudul - stock.adobe.com / KI-generiert)

Als Bayerns Gesundheitsministerin Judith Gerlach im August mehrere Gesundheitseinrichtungen in den USA besuchte, zeigte sie sich beeindruckt vom Einsatz künstlicher Intelligenz im New Yorker Mount Sinai Hospital: Ein eigens entwickeltes KI-System überwacht dort Frühgeborene per Video. Es erkennt kleinste auffällige Bewegungsmuster, die auf neurologische Störungen hinweisen können, und alarmiert automatisch das medizinische Personal, das dann frühzeitig eingreifen kann. Bereits während ihres Besuchs hatte die Ministerin angekündigt, mögliche Kooperationen mit bayerischen Kliniken anbahnen zu wollen, das Mount Sinai Hospital habe ebenfalls Interesse bekundet. Diese Pläne nehmen nun offenbar Gestalt an: Prof. Dr. Benjamin Glicksberg, Leiter des Zentrums für Künstliche Intelligenz in der Kindergesundheit am Mount Sinai Hospital New York, besuchte am vergangenen Freitag das Klinikum Nürnberg.

Das Klinikum Nürnberg mit der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität ist laut Gerlach für eine Zusammenarbeit „hervorragend geeignet, weil es mit Herrn Prof. Dr. Fusch über einen Chefarzt verfügt, der bereits langjährige internationale Forschungserfahrung hat und gemeinsam mit seinem Team dafür sorgt, dass das Klinikum eine wichtige Rolle in der neonatologischen Forschung einnimmt.“ Zudem werde aktuell im Klinikum Nürnberg Süd ein neues Kinderklinikum nach neuesten Standards gebaut.

Die meisten KI-Systeme stießen außerhalb der Umgebungen, in der sie entwickelt wurden, auf Schwierigkeiten; die Versorgung von Kindern unterscheide sich je nach Land und Krankenhaus und sogar von Abteilung zu Abteilung, erklärte Prof. Glicksberg. Neben einer standortübergreifenden, internationalen Validierung benötige man daher Kooperationen, die den Datenschutz gewährleisten: „Partnerschaften wie zwischen dem Krankenhaus Nürnberg und dem Mount Sinai sind bisher noch eine Seltenheit, aber genau solcher bedarf es, um vertrauenswürdige und verlässliche pädiatrische KI-Systeme aufzubauen“, so Glicksberg.

Prof. Dr. Fusch, Chefarzt der Kinderklinik am Klinikum Nürnberg, dankte für das Interesse und die Unterstützung durch die Staatsministerin Gerlach und deren Vermittlung des Kontakts zu Prof. Dr. Glicksberg. Das Klinikum Nürnberg setze als Maximalversorger stark auf eine patientenorientierte Forschung, „innovative Projekte passen dementsprechend gut zu uns, insbesondere in der Neonatologie. Wir freuen uns darauf, diese Entwicklung zum Wohle der kleinsten Patientinnen und Patienten weiter voranzubringen“, so Fusch.

Aus dem bayerischen Gesundheitsministerium heißt es, man prüfe derzeit, ob und in welchem Umfang das Projekt am Nürnberger Klinikum finanziell unterstützt werden kann. Dabei sollen innovative KI-Ansätze erprobt werden, etwa zur Erhöhung der Patientensicherheit oder zur KI-gestützten Ernährung Frühgeborener.

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